Vermisste „Rafiki“-Crew: Suche abgebrochen, nach Sichtung des Wracks mit Rettungsinsel

„Kein Überleben möglich!“

Die "Rafiki" ohne Kiel, mitten im Atlantik © US Navy

Die “Rafiki” ohne Kiel, mitten im Atlantik © US Navy

Kampfschwimmer der US Navy untersuchten das wiedergefundene Wrack der „Rafiki“ auf hoher See und fanden die unversehrte Rettungsinsel an Bord. Keine Überlebenschancen für die Crew.

Dutzende Yachten auf der Nordatlantik-Route Richtung Europa, vier Küstenwache- und US-Navy-Schiffe sowie drei Suchflugzeuge (darunter ein Flugzeug der britischen RAF) waren zuletzt noch an der Suche beteiligt (mehrere Berichte auf SR), doch mit dem Fund der intakten Rettungsinsel letzte Nacht an Bord des Wracks der „Rafiki“ schwanden definitiv alle Hoffnungen, die vor acht Tagen vermisst gemeldete, vierköpfige britische Crew der Benéteau 40.7 lebend zu finden.

Gestern wurde das bereits vor sechs Tagen von einem Container-Frachter gesichtete Wrack von einem Schiff der US-Navy (mit Unterstützung eines Flugzeuges) wiedergefunden. Ein Kampfschwimmer-Team untersuchte von einem Tender aus die mitten im Atlantik treibende, gekenterte „Rafiki“.

Die Cheeki-Rafiki und ihre Crew © privat

Die Cheeki-Rafiki und ihre Crew © privat

Der Name des Bootes wurde eindeutig identifiziert.

Ein Schwimmer fand zudem die unversehrte und vertäute Rettungsinsel im hinteren Bereich des Wracks.

Das Team berichtete, dass Seitenfenster der Yacht eingebrochen waren. Im Seegang war es den Tauchern offenbar unmöglich, ins Innere des Schiffes zu gelangen.

Position des Fundortes der "Rafiki" © US-Coastguard

Position des Fundortes der “Rafiki” © US-Coastguard

Die Kampfschwimmer bestätigten, dass die „Rafiki“ ohne Kiel trieb und sprachen von einem klaffenden Riss im Rumpf. Auf dem Foto oben ist dieser Riss allerdings nicht deutlich auszumachen.

Nach der Untersuchung des Rumpfes auf hoher See wurde die Suche nach den vier vermissten Seglern offiziell beendet. „Nachdem wir nun wissen, dass die Rettungsinsel nicht genutzt wurde, ist für die Crew kein Überleben mehr möglich,“ begründete die zuständige US-Behörde heute Nacht ihre Entscheidung.

 

 

Zeittafel

Sonntag, 4. Mai: Die „Cheeki Rafiki“ startet auf Antigua. An Bord: Vier britische Segler

Donnerstag, 15. Mai: Die Segler berichten über Funk, dass “Wasser ins Schiff eindringt“ und sie „nach den Azoren abdrehen“ wollen.

Freitag, 16. Mai: Epirb-Signale werden ausgelöst, danach ist jeder Kontakt unterbrochen. Eine Suchaktion der US-Küstenwache wird eingeleitet.

Samstag, 17.Mai: Die gekenterte „Cheeki Rafiki“ wird von einem Frachtschiff auf hoher See gefunden und fotografiert. Ganz offensichtlich trieb das Wrack ohne Kiel.

Sonntag, 18. Mai: Die US-Küstenwache beendet die Suche nach den vermissten Seglern.

Montag, 19. Mai: Die Angehörigen der Vermissten starten eine Petition, die eine Wiederaufnahme der Suchaktion bewirken soll. 200.000 Personen beteiligen sich.

Dienstag, 20. Mai: die US-Küstenwache nimmt aufgrund der Petition und dank diplomatischer Bemühungen seitens der britischen Regierung die Suche erneut auf. Mehrere Yachten, ebenfalls auf dem Rückweg von der Karibik Richtung Europa, beteiligen sich an der Suche.

Mittwoch, 21. Mai: Eine Hercules C 130 der britischen RAF startet ebenfalls ins Suchgebiet, um sich an der Suche zu beteiligen.

Donnerstag, 22. Mai: Die US Küstenwache gibt an, ein 12.000 Quadratmeilen großes Gebiet abgesucht zu haben.

Freitag, 23. Mai: Der Rumpf der „Rafiki“ wird erneut gefunden und untersucht. An Bord wird die vertäute Rettungsinsel gesichtet.

Samstag, 24. Mai: Um 5:00 MEZ wird die Suche nach der „Rafiki“-Crew abgebrochen.

 

 

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Michael Kunst

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