Piraten: Verurteilung nach tödlichem Überfall auf US-Segler

12 x lebenslänglich

Piraten kurz vor der Festnahme © US-Army

Piraten kurz vor der Festnahme © US-Army

Am 18. Februar 2011 kaperten somalische Piraten auf Höhe des arabischen Staates Oman in internationalen Gewässern die 48-Fuss-Yacht Quest. An Bord waren die Eigner Jean und Scott Adam und deren Freunde Bob Riggle und Phyllis Macay.

Die US-Marine schickte sofort vier Kriegsschiffe, die in der Nähe auf einer Anti-Piraten-Mission waren, um die Piraten zu stellen. Dies gelang nach wenigen Stunden – doch die Piraten gaben auch angesichts der Navy-Präsenz nicht nach und begannen Lösegeldverhandlungen. Zunächst über Funk, später kamen sie sogar an Bord der Kreuzer.

Während der Verhandlungen wurde offenbar eine Granate von der gekaperten Yacht auf die Kriegsschiffe gefeuert, kurz darauf waren Gewehrsalven an Bord der Yacht zu hören.

Gefundenes Fressen für Piraten. Die Davidson 58 unter Gennaker. © SY Quest

Als schließlich Marine-Einheiten das Schiff stürmten, wurden zwei Piraten bei Feuergefechten getötet, 15 ergaben sich; die vier Geiseln, auf die offensichtlich die zuvor vernommenen Schüsse abgefeuert wurden, waren jedoch so schwer verletzt, dass sie kurz darauf verstarben.

Außerdem wurden zwei Piraten-Leichen  an Bord entdeckt, die offenbar schon länger tot waren – hier schließen die Behörden auf Streit unter den Piraten.

Im August letzten Jahres wurden bereits elf der nach der Quest-Kaperung festgenommenen Piraten von einem US-Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt, darunter auch drei, die auf die Geiseln geschossen haben sollen, und die aufgrund nicht eindeutiger Beweislage nur knapp der Todesstrafe entgingen.

Piratenchef für immer hinter Gitter

Vor Kurzem wurde nun Mohammad Saaili Shibin, der ranghöchste somalische Pirat, der bisher (bei der o.g. Aktion) gefangen genommen werden konnte, ebenfalls von einem US-Gericht zu einem Leben hinter Gittern verurteilt: 12 x lebenslänglich bedeuten keine Chance auf Begnadigung.

Mohammad Saaili Shibin kurz vor der Verurteilung © newsomali

Mohammad Saaili Shibin kurz vor der Verurteilung © newsomali

Obwohl Shibin (nach Angaben seines Anwaltes) niemals an Bord der Quest gewesen sei, konnte ihm die Organisation der Kaperung nachgewiesen werden. Außerdem sei er es gewesen, der in vielen anderen Kaperungs-Delikten Lösegeldverhandlungen geführt habe bzw. direkte Kontakte zu den ranghöheren Clanchefs in Somalia gehalten habe.

Der Rechtsanwalt von Shibin will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Stellungnahme von Uwe Röttgering zum Thema (23.2.2011)

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