Nach Mega-Überschlag soll eine zweite Speed-Rocket den Rekord brechen

„Vestas Sailrocket“ startet neuen Versuch

"Vestas Sailrocket 1" bei ihrem Rekordversuch vor Namibia ©HDarvelid/sailrocket

Der Brite Paul Larsen will in diesem Sommer sein neues Speed-Segelboot „Vestas Sailrocket“ zu Wasser bringen. Die Zusammenarbeit mit dem Windenergie-Riesen Vestas soll ihn dabei unterstützen, den Weltrekord im High-Speed-Segeln nach England holen.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schnellste Boot in der ganzen Welt? Derzeit lässt sich diese Frage klar beantworten. Seit September 2009 hält der französische Skipper Alain Thébault mit dem auf Foils segelnden Trimaran „Hydroptére“ den Weltrekord im Speed-Segeln mit 51,36 Knoten. Der Brite Paul Larsen, der schon seit Jahren daran arbeitet, sich diesen Rekord unter den Nagel zu reißen, will nach einem spektakulären Crash im vergangenen Jahr, in diesem Sommer erneut angreifen.

Wie der sympathische Brite auf seiner Homepage verkündet, baut er derzeit in den Hallen von Vestas R&D in East Cowes an einem neuen Boot. Es wird, so berichtet er, wesentlich handlicher und besser zu segeln sein, als sein altes Boot. Während der Sommermonate will Larsen das neue Schiff in britischen Gewässern testen, bevor er sich dann zu seinem favorisierten Speedspot, in die Walvis Bay/Namibia begibt, um den Rekord anzugreifen.

Spektakulärer Salto bei über 52 Knoten Geschwindigkeit – "Vestas Sailrocket 1" im März 2009 ©HDarvelid/Sailrocket

Schon mit seinem letzten Boot war Larsen auf einem guten Weg, den Weltrekord zu erreichen. Immerhin schaffte er über den vom World Sailing Speed Record Council vorgegebenen 500-Meter-Kurs eine Bestmarke von 49,31 Knoten. Bei einem weiteren Versuch erreichte er sogar eine kurzzeitige Höchstgeschwindigkeit von 52,79 Knoten. Leider Gottes hob er jedoch, gerade als die Bestmarke über den 500-Meter-Kurs in greifbarer Nähe schien, ab und überschlug sich.

Dieses Video zeigt die Situation, in der Larsen mit „Sailrocket“, in seichtem Wasser und nur 50 Meter vom Strand enfernt segelnd, abhebt und einen Salto rückwärts schlägt (Take off bei Zeit-Code 4:02 Minuten). Anschließend berichtet er wie sich der Höllen (oder besser Himmels-)ritt anfühlte.

Sein neues Boot, da ist sich Larsen sicher, wird in eine neue Kategorie vorstoßen können. Und das muss es auch, denn – wie oben beschrieben – hat Alain Thébault, just in der Phase, in der Larsen sein teils zerstörtes Gerät nach Hause schaffte, den Rekord um fast zwei Knoten verbessert.

„Für uns ist nichts interessant, was unterhalb von 50 Knoten liegt“, sagt Larsen nun in freudiger Erwartung auf die Fertigstellung seines neuen Bootes. „Sailrocket 1“ sei sehr gut gewesen, so der Brite, „Vestas Sailrocket 2“ werde jedoch in allen Belangen besser sein. Dabei lobt er die Zusammenarbeit mit Vestas in den höchsten Tönen. „Es ist eine ideale Situation, von den technischen Möglichkeiten des Unternehmens profitieren zu können. Wir sprechen die gleiche Sprache, agieren mit den gleichen physischen Gegebenheiten und produzieren im Endeffekt die gleichen Dinge. Der einzige Unterschied ist, dass ich mich letztlich selbst auf das Gerät schnallen werde, um es zu segeln.“

Auch Larsens Designer Malcolm Barnsley zeigt sich zuversichtlich, in Bezug auf die Chancen, den Weltrekord nach England holen zu können. Sie hätten viel gelernt in der Vergangenheit, und viele zuerst unklare technische Zusammenhänge seien ihnen nun bekannt, so Barnsley. „Es wird immer Probleme geben, wenn man an die Grenzen geht, aber wir sind uns sicher, dass diese Probleme diesmal geringer ausfallen werden als in der Vergangenheit. Mit den Mitteln und dem Wissen, welches uns heute zur Verfügung steht, werden wir die Phase bis zum Erreichen des derzeitigen Rekords relativ kurz halten können.“

Mathias Müller
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