Video: Expeditionssegler „Tara“ forscht im Pazifik – für den Erhalt des Ökosystems

Zwischen Walen, Haien und Korallen

 “Tanz der Wale” neben “Tara”

Die außergewöhnliche Forschungsyacht mit spannender Vergangenheit segelt vor Australien, um die Auswirkungen des Korallensterbens im Great Barrier Reef zu erforschen. Dabei gelingen faszinierende Naturvideos. 

Wenn „Tara“ erzählen könnte! Was hat dieses französische Forschungs- und Expeditionsschiff nicht schon alles erlebt und wo ist es nicht schon überall gewesen… 

34,3 Meter Länge und 9,75 Meter Breite misst der Schoner. Auf seinen zwei Masten können 400 qm Segelfläche gesetzt werden, der Deutz-Diesel setzt 748 PS frei, um das Aluminiumschiff bis zu 19 Knoten schnell durch die Meere zu schieben. Gebaut wurde „Tara“ in der Französischen Werft SFCN, einer ihrer bisher fünf Eigner war der legendäre Hochseesegler Sir Peter Blake. Der taufte sie auf den Namen „Seamaster“ und setzte mit ihr seiner ruhmreichen Regattakarriere ein Ende um sich fortan ausschließlich der Meeresforschung zu widmen. 

Jeder Segler kennt Blakes tragisches Ende, dass ihn nur wenige Jahre später während einer Amazonas-Delta-Expedition auf seiner Forschungsyacht ereignete: Der charismatische Segelheld, der Mann, der allen Widrigkeiten zur See getrotzt hatte wurde im Dezember 2001 von Flusspiraten ermordet…  

Von „Unglücksyacht“ und „Schicksalsschiff“ war damals viel die Rede, doch einige (naturgemäß?) eher pragmatisch veranlagte Forscher sahen in der Yacht vor allem Eines: die Fähigkeit, größere Teams in die entlegensten Gebiete unseres Blauen Planeten zu schippern um dort unter widrigsten Bedingungen gegen die Naturgewalten zu bestehen. 

Liest sich etwas pathetisch? Kann sein, soll auch genau so rüberkommen. Denn die mittlerweile auf den Namen „Tara“ umgetaufte Yacht führte französische und internationale Forscherteams sicher durch die faszinierendsten Expeditionen, die in der Neuzeit auf Segelschiffen unternommen wurden. Seit mehr als 13 Jahren leistet das Schiff unter seinem neuen Namen Großartiges: 11 umweltspezifische Expeditionen ins Mittelmeer, im Atlantik, in der Arktis, vor Patagonien, in der Antarktis und nun im Pazifik wurden und werden auf ihr erlebt. Mehrere Bücher wurden darüber geschrieben, unzählige wissenschaftliche Berichte über die teils faszinierenden Forschungsergebnisse veröffentlicht. Seit mehreren Jahren agieren die „Tara“-Forscherteams hautsächlich gegen die Meeresverschmutzung und untersuchen die Folgen des Klimawandels in den Ozeanen und Meeren. 

Ihre wohl spektakulärste Expedition erlebte „Tara“ unter dem Sponsorship des französischen Modehauses „agnes.b“ von Herbst 2006 bis Frühjahr 2008. Das Forscherteam ließ sich gemeinsam mit „Tara“ ca. 800 Kilometer nördlich von Sibirien auf 79/53 N und 153/17O von Packeis umgeben „einfrieren“. Von dort aus trieb die Expedition mit und im Eis über die sagenhafte Strecke von 5.200 Kilometern (2.600 Kilometer Luftlinie) in Richtung Westen. Am 21. Januar 2008 kam sie ca. 100 Seemeilen vor Grönland wieder frei. Während ihres Drifts kam sie bis auf 160 Kilometer an den Nordpol heran. 

Seitdem ist die „Tara“ so etwas wie französisches Kulturgut. Wenn sie denn einmal für mehrere Wochen oder Monate zur „Auffrischung“ und zum „Aufhübschen“ in ihrem Heimathafen Lorient liegt (wo sonst?), pilgern Schulklassen, Studentengruppen oder interessierte Amateur-„Meeresforscher“ zu dem Schiff, um entweder schlicht „Hand aufzulegen“ oder sich während einer der häufigen Führungen ein ganz persönliches Bild von dem (nicht nur optisch) faszinierenden Schiff zu machen. 

Als eine der ersten Segelyachten überhaupt durchfuhr „Tara“ vor einem Jahr den modifizierten Panama-Kanal nach dessen Neueröffnung (SR-Bericht). 

Derzeit segelt die „Tara“ im Pazifik hauptsächlich vor Australien, wo das „Tara“-Team ein groß angelegtes, von der EU unterstütztes Forschungsprogramm am Great Barrier Reef durchführt. Im Pazifik sollen die Auswirkungen des Klimawandels an den faszinierenden, aber auch zu einem besorgniserregenden großen Teil bereits absterbenden Korallenriffen untersucht werden. Zudem werden Plastikmüll-Untersuchungen vorgenommen und verschiedene Projekte mit der Meeresfauna durchgeführt, u.a. die Wanderwege von Walen und Walhaien erforscht. 

“Tara” – faszinierende Forschungsyacht unter Segeln © latreille/tara exepeditions

Dabei entstehen faszinierende und durchweg professionell gefilmte Videos, die in französischen und australischen  TV-Sendungen gezeigt werden. Zudem ist von dieser Expedition ein Kinofilm geplant.

Website

Virtueller Besuch auf „Tara”

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Michael Kunst

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