Video: Jeanneau Sun Odyssey 45.2 “Baccus” wird von Frachter aus Seenot gerettet

Das Ende der "Baccus"

Schreckliche Geräusche. Es knallt immer wieder ohrenbetäubend. Aluminium auf Stahl. Der Mast der 14 Meter Yacht „Baccus“ schlägt gegen die Bordwand des 322 Meter langen Container Frachters “Maersk Surabaya”. Es bläst mit neun Windstärken. Die phillipinische Besatzung lacht.

Die Sun Odyssee 45.2 "Baccus" hat nach eine Wassereinbruch am Container Frachter angelegt. Der Mast kracht permanent gegen die Bordwand.

Die Zeitschrift Yachting Monthly hat das Video von der Rettung der von Skipper Keith Harding (68) und  seiner zweiköpfigen Crew Colin Clark (68) und Sieste Hoff (29) veröffentlicht und berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über das Drama um die Jeanneau Sun Odyssey 45.2 vor Sri Lanka.

Auch auf der Internetseite esys gibt es einen Eintrag zu dem Unglück. Demnach geriet das Schiff Ende Januar in einen Wirbelsturm ohne dass die empfindlichen Instrumente an Bord ein solches Szenario angekündigt hätten. Drei Tage lang kämpfte das Boot gegen den Sturm. Es gab einen Wassereinbruch. Als die Pumpen aus fielen, weil sich die Elektrik verabschiedete wurde es kritisch.

Großer Spaß. Für die Besatzung des Frachters ist die Rettung der Engländer eine willkommene Abwechslung des Bordalltags.

Die Crew schöpfte unter Deck das Wasser in die Spüle und wagte es nicht mehr, die Luke zu öffnen, weil sie von Brechern überspült wurde. Als das Wasser trotzdem stieg  und mit Bordmitteln nicht mehr zu beheben war, setzte der Skipper den Notruf ab.

Das Video zeigt die Rettung durch die “Maersk Surabaya”. Die Besatzung klettert nach und nach an der Bordwand hoch und steigt durch in die Lotsentür auf den Frachter. Danach werden die Leinen der „Baccus“ gelöst und der Skipper beobachtet wie sein Schiff versinkt.

Keith Harding hat in jüngster Zeit einige Schicksalsschläge zu verkraften, seitdem er mit seiner Ehefrau Susan den Ruhestand auf ihrer “Baccus” genießen wollte. Seit 2002 segelte das Paar sechs Jahre unbeschwert. Aber dann erkrankte der Skipper an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Er ließ sich operieren und besiegte die Krankheit. Das Ehepaar stach erneut in See und setzte die geplante Weltumsegelung fort. Doch 2009 wurde bei Susan Harding Brustkrebs diagnostiziert, der in England behandelt wird. Keith Harding kehrte nun ohne seine Frau zurück aufs Schiff, um es in die Türkei zu überführen.

Tipp: Carsten Schultz, handbreit blog

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Video: Jeanneau Sun Odyssey 45.2 “Baccus” wird von Frachter aus Seenot gerettet“

  1. avatar bläck sagt:

    Mir unverständlich warum ein Schiff in diesem Zustand aufgegeben wird…

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  2. avatar T.K. sagt:

    Unglaublich finde ich die Robustheit des Mastes. Obwohl der Mast vielfach brutal gegen den Frachter geschleudert wird bleibt er stehen. Hätte ich nicht gedacht

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  3. avatar Svante Domizlaff sagt:

    Die Maersk Surabaya ist ein Containerschiff, das zur Reederei des Hamburger Seglers und amtierenden MAXI-Class-Weltmeisters (Wally “y3k)” Claus-Peter Offen gehört.
    Oftmals dramatische Rettungsaktionen von den (über 100) Offen-Schiffen kommen regelmäßig vor. Meist geht es dabei um Segler-Notfälle. Fotografiert wird dabei fast immer, gefilmt leider nicht so oft.
    Die “Baccus”-Crew hat sich abbergen lassen, weil ihr Schiff ein Leck hatte und dabei war zu sinken. Tatsächlich ist die Yacht bald darauf abgesoffen.
    Maersk Surabaya-Kapitän Rohwer hat kürzlich die Rettungsmedaille in Bronze der DGzRS für diese Bergungsaktion erhalten.

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  4. avatar bläck sagt:

    Ja, wenn ein Schiff, welches sich im Wasser befindet, ein Leck hat, geht es in den meisten Fällen unter, sollte dieses Leck nicht innert nützlicher Frist gedämselt weren. Soweit gehe ich einig.

    Auf den Videos ist zu erkennen, dass das Schiff nicht besonders tief im Wasser liegt, was zur Annahme führt, dass das eintretende Wasser durch die Besatzung ausgepumpt, geschöpft, etc werden konnte. Das sinken dieses Schiffes wurde also dadurch begünstigt, dass die Anstrengungen der Wasserentsorgung aufgegeben wurden. Ob Anstrengungen unternommen wurden, das Leck zu stopfen, ist aus diesem Bericht nicht ersichtlich.

    Das Schiff macht einen aufgeräumten Eindruck, die Segel sind geborgen, die Genua aufgerollt wie im Hafen. Es ist zu lesen, dass die Besatzung sich nicht mehr traute das Luk (zum Niedergang) zu öffnen wegen dem eintretenden Wasser.

    Ich frage mich, wie lange das Schiff aktiv gesegelt worden ist (in der Notlage), bevor man sich entschlossen hat, die Segel zu bergen und unter Deck zu gehen, um die Rettung abzuwarten.

    Die physischen und psychischen Anforderungen an die Besatzung in dieser Situation waren wohl zu gross, um sich dieser Notlage zu stellen.

    Das Schiff sei “bald darauf” (nach der Bergung der Besatzung) gesunken. Gibt es darüber auch Filmaufnahmen ? Mich würde interessieren, wie lange es wirklich dauerte, bis das Schiff gesunken ist. Das würde Rückschlüsse zulassen auf die wirkliche Grösse des Leckes und wie man solchen Vorfällen vorbeugen kann. Da ich diesen Schiffstyp kenne, würde mich wirklich interessieren, wo und wie dieses Leck zustande kam, welches zu einem sinken des Schiffes führte.

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    • avatar Wilfried sagt:

      Ja, die Frage was das für ein komisches Leck gewesen sein soll würde mich auch interessieren. Wenn man ein Schiff ohne Antrieb und ohne es zu steuern in einen schweren Sturm legt ist es wahrscheinlich, dass die gegen das Schiff schlagenden Wellen so über das Schiff spritzen, dass man das Luk nicht mehr öffenen kann. Das das Schiff aber antriebslos und steuerlos den Sturm überstanden hat ohne durchzukentern, oder Schäden an Rigg und Segeln zu erleiden zeigt das das Problem nicht beim Schiff lag.

      Das Leck muss aber tatsächlich winzig gewesen sein, denn jeder der mal den Stöpsel aus einer Bootsspüle gezogen hat weiß dass da wirklich keine wesentlichen Mengen weglaufen. Da man aus den Artikeln keine weiteren Schlüsse ziehen kann, wäre meine Einschätzung, dass man ein Schiff auf so einer Strecke, wenn man keine Windfahnensteuerung besitzt, mit einer Besatzung fahren muss, die in der Lage ist das Schiff bei Ausfall der Elektrik per Hand zu steuern und auch teresstrisch zu navigieren. Man sieht ja aber aus dem Bericht auch, dass zumindestens der Motor noch lief und jeder Skipper in der Lage sein sollte aus dieser Tatsache und den vorhandenen Batterien etwas zu basteln.

      Vielleicht war aber auch alles völlig anderes und mein Beitrag liest sich wie Besserwisserei vom Schreibtisch aus, aber zumindestens plausibele Gründe für den Totalverlust lassen sich aus dem Bericht beim Schiffsmaterial nicht finden sondern sind wohl wie meistens beim menschlichen Faktor zu suchen.

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  5. avatar Dirk sagt:

    Mich stimmen Kommentare, wie sie hier verfasst wurden nachdenklich.

    Ich möchte mir nicht vorstellen, was Skipper und Crew durchgemacht haben müssen um zu entscheiden das Boot aufzugeben. Wie auch meine Vorkommentatoren verlasse ich mich auf die Inhalte, die in dem SR-Artikel vorliegen. Hierin heisst es, dass sich das Baccus-Eignerpaar an Bord ihren Lebensabend erträumt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man es sich vor so einem Hintergrund aus “Schöpf-Unlust” oder “Wellenscheue” oder was auch immer bei einer Tasse Kaffee gemütlich überlegt hat das Boot dann doch besser aufzugeben.

    Ich stimme Wilfried und bläck zu, das Boot sieht eigentlich ganz in Ordnung aus. Motor läuft, Segel sehen in Ordnung aus.

    Aber wollen wir nicht einfach einmal annehmen, dass zwingende Gründe vorlagen, die die Entscheidung des Skippers rechtfertigen? Wollen wir nicht einfach mal so tun, als wäre es der richtige Move gewesen anstatt sofort zu schreiben: “Mir unverständlich warum ein Schiff in diesem Zustand aufgegeben wird…” oder “…zeigt das das Problem nicht beim Schiff lag.”?

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    • avatar Wilfried sagt:

      Hallo Dirk,

      deine Gedanken teile ich absolut und deshalb wäre es ja gerade so interessant mehr zu erfahren.

      Ich meine auch nicht, dass zwingende Gründe für eine Entscheidung immer nur im Schiff liegen müssen. Wenn die Crew, aus welchen Gründen auch immer, einen Erschöpfungszustand erreicht oder einfach mental nicht mehr die Kraft hat weiterzumachen, rechtfertigt dieses bei einem verantwortungsvollen Skipper immer die Entscheidung abzubrechen, statt die Gesundheit oder sogar das Leben der Mannschaft zu gefährden indem man immer weitermacht solange das Schiff noch schwimmt.

      Die wesentlichen Frage vor Antritt einer Reise ist deshalb für mich die Leistungsfähigkeit der Crew in der Törnplanung angemessen zu berücksichtigen und zwar nicht unter dem Aspekt alles ist gut, sondern was kann realistisch passieren. Wer die langen Distanzen segeln will muss auch die Gefahren einplanen, die nur eine geringe Wahrscheinlichkeit haben.

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  6. avatar Jörn sagt:

    Brauchen hier einige ne Brille?.”..Genua aufgerollt wie im Hafen.”
    Die Genua-Holeleine ist vermutlich am Ende gewesen und es fehlen einige Umdrehungen,um das Segel komplett einzurollen;sieht das so im Hafen aus mit Bauch?Überhaupt sind solche Plastik-Schönwetter-Schiffe,ohne Kuttertakelung,für Winde oberhalb ca.30 Kn nur sehr bedingt “Sturmtauglich”,vorsichtigt ausgedrückt.Und warum wird ein Dhingi hinterhergeschleppt,welches zusammengefaltet unter Deck gehört,wenn es auf einen längeren Törn geht?O.K.,wenn die Kraft nicht mehr ausreichte,war es die richtige Entscheidung,sich abbergen zu lassen.Zum Rumpf:Kleine Haarrisse bei diesen Schiffen passieren,das ist nicht auszuschließen und nur schwierig zu finden.Fazit:Schiff nicht geeignet!!

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