Video-Test: Varianta 18 bei Starkwind auf dem Greifswalder Bodden

Kleines Schiff für kleines Geld

In Zusammenarbeit mit Segel-Filme.de segelten wir die Varianta 44 in Greifswald und erledigten die Varianta 18 gleich mit. Es wehte recht heftig und das Schiffchen kämpfte sich durch die Welle auf dem Bodden. Das Boot war schon ziemlich überpowert, aber es ließ sich gut und sportlich fahren.

Per Schmetterling rausche ich mit Segel-Filme-Mann Jochen Lueg auf der Varianta 18 Richtung Greifswalder Bodden. © T. Kaltofen

Dabei halfen die Ausreitgurte. Ohne Gewicht auf der Kante und ohne größere Ausreitbemühungen wurde das Schiff allerdings etwas zickig. Der Leistung nahm bei diesen Extrembedingungen rapide ab. Aber körperlich gesegelt kam es erstaunlich gut mit dem holprigen Untergrund zurecht.

Etwas nervig war die wackelige Außenborder-Halterung. Erst nach einige Anläufen und einer zusätzliche Bedienungseinweisung an der geschützten Mole war der Schaft aus dem Wasser hochzuklappen. Die Bedienung will geübt sein.

Einsteigen zum Vari-Test. Das Cockpit ist geräumig und spartanisch. © T. Kaltofen

Ich wollte unbedingt den Gennaker setzen, obwohl es vielleicht etwas stark wehte und wir in der Eile auf Schot-Umlenkrollen verzichten mussten. Aber es lohnte sich. Die Varianta 18 setzte sich gut auf die Wellen auch wenn sich Vorschoter Tommy vom Yachtblick-Blog mit einem ordentlichen Zug auf den Schoten zu kämpfen hatte.

Das Segeln machte Spaß. Und mehr kann man eigentlich von so einer günstigen Fahrtenyacht nicht verlangen. Im Übrigen würden sich die Schiffchen durchaus zum Matchracen eignen. Die Varianta 18 reagiert sensibel auf das Körpergewicht.

Und der Gurt hält. Begeisterung über Ausreitgurte auf einer Fahrtenyacht. © T. Kaltofen

Unsere alte Varianta 65 hätte bei diesen Bedingungen nicht so gut ausgesehen. Das kurze Kielschwert würde sich bemerkbar machen. Der vergleichsweise lange T-Kiel der Nachfolgerin ist dagegen ein klarer Performance-Bringer. Aber er ist eben auch unpraktisch im seichten Gewässer und entbehrt damit etwas der damaligen Genialität seines Vorgänger Modells.

Das gesamte Varianta-Konzept halte ich allerdings durchaus für genial. Back to the roots, günstig aufs Wasser, einfach statt kompliziert. Wer mehr Komfort haben will, mag ihn sich dazu kaufen. Ich kann mir aber auch gut einen Törn mit der 10.000 Euro Grund-Version vorstellen.

Die Seetüchtigkeit bei den Starkwindbedingungen auf dem Greifswalder Bodden schafft Vertrauen. Ein Schlag über freie Gewässer sollte kein Problem sein.

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Am Heimat-Steg in Duisburg gehören die alten Variantas immer noch zum Standard. © Segelreporter.com

Am Heimat-Steg in Duisburg gehören die alten Variantas immer noch zum Standard. © Segelreporter.com

Kinderleicht. Die alte Varianta auf der Sechs-Seen-Platte. © Segelreporter.com

Kinderleicht. Die alte Varianta auf der Sechs-Seen-Platte. © Segelreporter.com

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Video-Test: Varianta 18 bei Starkwind auf dem Greifswalder Bodden“

  1. avatar Klaus-M. volmert sagt:

    Hi Carsten,
    als Variantafreund fehlt mir bei dir die K 3, du sprichst immer von der 65er und vergleichst sie mit einem Regattaboot, das passt nicht. Die K3 ist die Vergleichsversion zur neuen 18er.
    Du hast die aufgepimpte K3 auf der Bootsmesse gesehen, diese Version wird im Regattabetrieb gesegelt,
    auch die 65er, aber die nicht wegen der Regattatauglichkeit, sondern, weil die Eigner auf ihrer Vari leben!!
    LG
    aus dem sauerland vom schönen Sorpesee, der die nächste Meisterschaft mit Schönfeldt und Konsorten im Juli erleben wird.

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