Wellenbildung: Kaventsmänner treten häufger auf, als bisher gedacht

Erkenntnisse zur Monster-Welle

Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass einzelne Monsterwellen nicht so selten vorkommen, wie bisher angenommen. Die Erforschung von “Andrea” hat neue Erkenntnisse gebracht.

KAventsmann

Kaventsmann aufgenommen vom Forschungsschiff” RV Cape Henlopen” im westlichen Nordatlantik. © H. Mitsuyasu/ Donelan

Es klingt immer nach Seemannsgarn, wenn Segler von einer Mega-Welle berichten, die ihr Schiff umgeworfen hat. Eine Rechtfertigung für die Versicherung, warum das Rigg verloren ging? Die klassische Story, um sich wichtig zu machen? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Offenbar stimmen mehr dieser Geschichten, als man bisher für möglich gehalten hat. Die vermeintlichen Aufschneider sind vielleicht in einem anderen Licht zu sehen, seit die jüngsten Ergebnisse norwegischer und US-amerikanischer Forscher neue Erkenntnisse zu so genannten Freak Waves ergeben haben.

Mark Donelan von der University of Miami Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science und seine Kollegin Anne-Karin Magnusson vom Norwegian Meteorological Institute in Bergen beschäftigen sich seit Jahren mit einer Monster-Welle, die 2007 im Ekofisk-Öl- und Gasfeld vor Norwegen gemessen wurde.

Andrea, 21 Meter-Welle

Mit 21 Metern ist sie eine der höchsten und steilsten je gemessenen Brecher der Welt und hat sogar einen eigenen Namen bekommen: Andrea. Sie war Teil eines Sets aus genau 13.535 von vier Laseranlagen aufgezeichneten Wellen, deren Systematik die Forscher seit vielen Jahren untersuchen.

In dem aktuellen Bericht “The Making of the Andrea Wave and other Rogues” veröffentlicht im Journal Scientific Reports heißt es, dass die Wellenfront damals etwa hundert Meter breit gewesen sei und sich mit 64 Kilometer pro Stunde fortbewegt habe. Die Analyse der seit 2003 fortlaufenden Aufzeichnungen hätten zudem ergeben, dass alle drei Wochen eine Welle vom Typ “Andrea” durch das Seegebiet rolle. In einem Sturm könnten Monster-Wellen sogar zweimal am Tag auftreten.

Die Häufigkeit der so genannten Kaventsmänner ist damit deutliche höher, als bisher angenommen. “Unsere Ergebnisse stellen neue Erkenntnisse dar, und sie sind wichtig für den Bau von sicheren Schiffen und Plattformen auf See”, befindet der Wissenschaftler Donelan.

Das ist auch interessant für Alex Thomson, der 2015 mit seinem Partner Guillermo Altadill bei der Transat Jacques Vabre offenbar genau unter so einer Welle begraben wurde.

 

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

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