Weltumseglung: Untergang konnte Horst Scholz nicht stoppen

Aller guten Dinge…

Seemann Horst © Scholz

Seemann Horst © Scholz

Sein erster Versuch scheiterte 1998 nach 25.500 Einhand-Seemeilen, sein zweiter Einhand-Rundum-Törn gelang 2010 bravourös. Jetzt ist er mit Gattin schon wieder in Brasilien…

So lange er noch kann, könne er eben nicht anders, behauptet Horst Scholz auf der Website des Saarower Segler Vereins. Also müsse er förmlich wieder „raus“ – auch wenn es ihm auf dem heimatlichen „Binnenmeer“ eigentlich ganz gut gefällt.

Und jeder, der schon mal ein paar Monate auf See verbracht hat, an fernen Gestaden anlegte oder in den Buchten exotischer Inseln ankerte weiß, dass man sich so unweigerlich mit einem „Virus“ infiziert, den man sein Leben lang nicht wieder los wird. „Fernweh“ mag sich altmodisch anhören, trifft aber den Nagel auf den Kopf: Es tut unweigerlich weh, dem immer weiter klingenden Ruf der Ferne nicht irgendwann erneut zu folgen.

Salzbuckel oder Binnenmeersegler? © Scholz

Salzbuckel oder Binnenmeersegler? © Scholz

So oder so ähnlich mag Horst Scholz in den letzten vier Jahren gefühlt haben. Zumal der Mann einen Großteil seines Lebens in der DDR verbracht hat. 2010 ging die zweite Weltumseglung des zu Ende, und als er danach auf den heimischen Gewässern wieder unterwegs war, hat sich dieser unwiderstehliche Drang zurück nach „draußen“ auf die Weltmeere nagend in ihm festgesetzt.

Dabei hätte der Skipper nach seinem ersten Törn eigentlich genug haben müssen. Nach eineinhalb Jahren auf seinem ersten Schiff “Inspiration”, einem acht Meter kurzen DDR-Kreuzer vom Typ Hiddensee, geriet er im Januar 1998 vor der Küste Floridas in Seenot. Fünf Tage kämpfte er nach einem Mastbruch ums Überleben und musste schließlich sein Boot aufgeben. Er wurde von einer polnischen Frachter-Beatzung gerettet.

Aber die positiven Erlebnisse überwogen wohl. So wie die spannenden Begegnungen mit den exotischen Völkern an Land.  Scholz stand sinnierend am Grab von Gauguin auf Tahiti und flüchtete im letzten Moment vor Piraten im Golf von Aden. Kurz, die unzähligen Erlebnisse und daraus resultierenden Erfahrungen machten aus ihm einen echten „Salzbuckel“.

Seine Geschichte ist – stark gekürzt – hier nachzulesen.

Wahrscheinlich war es genau dieser Erfahrungsschatz, der Petra Scholz veranlasste, „ihren“ frisch angetrauten Horst bei seinem dritten „Rundum“-Törn zu begleiten. Oder war die Weltumseglung sogar ein Grund für die Trauung?

Eigentlich egal, denn die beiden haben den Atlantik schon ein erstes Mal gemeinsam überquert und segeln mit ihrer Gib Sea 33 bereits vor Brasilien. Und bislang sind noch keine Trennungsgerüchte bis nach Saarow durchgedrungen… vielleicht gibt es ja bald sogar ein Bild von BEIDEN auf See.

Spenden
http://nouveda.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *