Weltumseglung: Matteo Miceli und sein Huhn „La Mora“ passieren Kap Hoorn

Gackern vor dem Kap

Eco 40 aus der Mövenperspektive – hier vor dem Start zur Weltumseglung © miceli

Eco 40 aus der Mövenperspektive – hier vor dem Start zur Weltumseglung © miceli

Unterwegs mit Legehenne, Gemüse-Gewächshaus, ohne fossile Brennstoffe – auf seiner ECO 40 muss Matteo Miceli jetzt nur noch den Atlantik abhaken.

Matteo Miceli hat am Montag, dem 16. Februar 2015, um 06:32 GMT, 119 Tage und 20 Stunden nach seiner Abreise am 19. Oktober 2014, Kap Hoorn umrundet.

“Schade, dass es noch dunkel war. Ich war nur 25 Seemeilen von Land entfernt. Leider habe ich das Leuchtfeuer des Leuchtturms nicht erkennen können. Aber dann im Morgengrauen konnte ich es sehen!“ meldete der Italiener per Satellitenfunk.

Miceli hat so auf seiner ECO 40 das letzte Kap seiner Weltumseglung backbord liegen lassen, vor ihm liegt „nur noch“ der Atlantische Ozean. Das Besondere an seinem Solo-Nonstop-Törn: Dank der Legehenne „La Mora“ (die Brünette) und eines Gemüse-Gewächshauses – beides unter Deck – ernährt sich Miceli zu einem großen Teil mit Frischkost (SR berichtete)

Kein Tropfen fossiler Brennstoff wurde an Bord genommen und die vollständige Energieversorgung wird durch 18 Solarzellen, einer Wasserkraftturbine und zwei Windkraftgeneratoren garantiert.

Kap Hoorn achteraus © miceli

Kap Hoorn achteraus © miceli

Die Brünette gackert wieder im Atlantik

Die Kap-Hoorn-Passage ist bisher nur einer kleinen Anzahl von italienischen Seglern, wie Ambrogio Fogar, Giovanni Soldini, Simone Bianchetti, Pasquale de Gregorio und Alessandro Di Benedetto gelungen.

Wie in den besten Segeltraditionen wurde die Annäherung zum Kap Hoorn auch für Miceli von harten Bedingungen geprägt. Seine ECO40 wurde auf den letzten 300 Seemeilen vor Kap Hoorn mit Winden über 35 Knoten konfrontiert und es blieben auch keine Überraschungen aus, wie der Bruch des Stagsegels in Böen bis zu 62 Knoten.

Dank der Technologie an Bord konnte Miceli über seine Passage live berichten und dabei machte er ein Bekenntnis: “Ich habe noch nie Bücher über Seemännner gelesen, wie Francis Chichester, die Kap Hoorn umrundete hatten. Daher war die Überraschung für mich wirklich einzigartig. Ich habe eine Passage mit hohen Wellengang und starkem Wind erwartet, aber nach zwei Tagen Hölle, senkte sich der Wind wieder und das Meer war dann ruhiger. Das war ein großes, schönes Geschenk.”

Das Ende seines Abenteuers 27.000 Seemeilen-Abenteuers gemeinsam mit „La Mora“ wird voraussichtlich für Ende März – Anfang April 2015 erwartet.

Kleine Eier schmecken sowieso besser © miceli

Kleine Eier schmecken sowieso besser © miceli

Auch wenn der Verlust einer gackernden Kollegin zu beklagen ist – Miceli startete mit zwei Hennen an Bord –  dürfte “die Brünette” doch zumindest in der modernen Seefahrt das erste Huhn sein, das gemeinsam mit einem Skipper nonstop um die Welt segelte.

Noch viel Wind in der Nase

Auf die Frage, wie er sich wieder zurück im Atlantik denn fühle:

“Erleichtert, aber der Weg ist noch lang. Ich habe tausend Dinge an Bord zu tun, steuern, den Verschleiß kontrollieren und Reparaturen erledigen. Es ist wichtig, dass ich nach wie vor konzentriert bleibe. Diese Passage war eine schöne Wende, aber vor dem Bug liegen immer noch Eisberge und ich spüre viel Wind in der Nase!”

Und, wächst das junge Gemüse? © miceli

Und, wächst das junge Gemüse? © miceli

Der chilenische Schriftsteller Francisco Coloane hat Kap Hoorn, “die Welt am Ende der Welt.” genannt. Ist da etwas Wahres dran? “Wenn man soweit in den Süden segelt, in so tiefe Breitengrade, in die Nähe des Antarktischen Kontinents, dann ist das schon sehr beeindruckend. Als das Stagsegel riss und ich es bei 60 Knoten Windstärke reparieren musste, das war wirklich wie am Ende der Welt. Mitten in diesen hohen Wellen, die mein Boot zum Kentern bringen wollten. Aber jetzt bin ich auf dem Weg nach Hause!“

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