Whale-Watching in der Ostsee: Silja Schröder und Jan Singer segeln für die Schweinswale

Auszeit vor der Haustüre

Silja Schröder und Jan Singer wollen mit ihrer Banner 30 einmal um die Ostsee. © Schröder/Singer

Ein halbes Jahr segeln, einmal rund um die Ostsee, und das Ganze im Auftrag der Schweinswal-Forschung: Das haben sich Silja Schröder und Jan Singer aus Schwedeneck vorgenommen.

Am Sonntag startete das Duo auf der neun Meter langen Banner 30 „Fritsjen“ von Kiel Schilksee zu ihrer Tour um die Ostsee. Der Kurs ist fest abgesteckt und soll gegen den Uhrzeigersinn von Kiel aus zunächst nach Stralsund führen. Von dort geht es weiter gen Osten nach Danzig, Kaliningrad über die baltischen Länder bis nach St. Petersburg.

Das Skipper Duo freut sich auf ein halbes Jahr Auszeit vor der Haustüre. © Abratis

Schließlich wollen sie ganz nach Norden in den finnischen Meerbusen nach Haparanda – inklusive eines Landausfluges ans Nordkap. Stockholm, Kopenhagen und Kerteminde stehen als Stationen auf dem Rückreise-Kurs, bevor für Oktober die Rückankunft in Kiel geplant ist.

Seit November vergangenen Jahres haben die Sportwissenschaftlerin und der IT-Berater die 33 Jahre alte Yacht auf Vordermann gebracht, die nötige Ausrüstung beschafft und Dokumente besorgt.

Dabei wurden sie allerdings auch auf die Folter gespannt. Erst am Donnerstagabend kamen die lange erwarteten Visa-Unterlagen aus Russland. „Jetzt haben wir alles Wesentliche beisammen. Die fehlenden Kleinigkeiten können wir unterwegs besorgen oder nachschicken lassen“, sagt Silja Schröder.

Silja Schröder präsentiert die Schweniswal Flagge. © Abratis

Mit dem Ostsee-Rundum-Törn erfüllen sich Silja Schröder und Jan Singer den Traum vieler Segler aus dem Norden. Doch nur zum Spaß sind die beiden nicht unterwegs. Vielmehr dient die Sechs-Monats-Tour unter dem Titel „Ein tierischer Segelsommer“ der Erforschung der Schweinswale.

„Wie schön ist doch das Schnaufen der kleinen Wale, wenn man bei leichten Winden über die Ostsee segelt“, sagen die beiden. Doch in den vergangenen 30 Jahren ist dieses Schnaufen immer seltener geworden.

Das Schnaufen am Heck soll wieder häufiger werden. © Schröder/Singer

Die mit höchstens zwei Metern Größe kleinste Walart der Welt, die einzige, die auch in der Ostsee zu Hause ist, ist vom Aussterben bedroht. Dagegen wollen die Segler etwas tun. Sie leisten während ihres Törns einen Beitrag zur Erforschung der Schweinswal-Lebensräume.

Deshalb machen sie am 10. April im Stralsunder Hafen vor dem Ozeanum Station fest und starten damit den Auftakt des Projektes „Wassersportler sichten Schweinswale“. Und zum Abschluss verbringt die Crew im dänischen Kerteminde einen Tag mit den Schweinswalen, die dort zu Forschungszwecken im Fjord & Bælt Center gehalten werden.

Mit Delphin-Maskottchen auf große Fahrt. © Schröder/Singer

Auf dem ersten Teilstück rechnen die Schwedenecker mit einer schnellen Reise. Der angekündigte Nordwest dürfte für guten Wind sorgen, allerdings auch für kühle Temperaturen. „Das wird eine frische erste Etappe“, sagt Silja Schröder kurz vor dem Abschied.

Infos zur Tour 

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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11 Kommentare zu „Whale-Watching in der Ostsee: Silja Schröder und Jan Singer segeln für die Schweinswale“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Toll, was die Leute sich an Alibis suchen, um ihren Urlaub als Arbeit zu kaschieren. Hier ist es Walforschung, bei Taru sind es die allseits beliebten Bikinitests… Ich mag, kleine dicke Wale aber lieber als flache Bügelbretter.

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  2. avatar Klaus sagt:

    Hmm… Vielleicht tun sie mit diesem Törn ja dadurch etwas für die Schweinswale, indem sie weiträumig um deren Lebensräume herumsegeln. Ist doch was! Wer Karten mit den Schweinswalvorkommen ansieht, muss zu diesem Ergbenis kommen.

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    • avatar Porter Ricks sagt:

      Bei den von Dir angesprochenen Karten dürfte es sich um Schweinswal-sichtungen und nicht -vorkommen handeln! Logischerweise werden sie nur gesichtet, wenn da überhaupt jemand ist, sprich längsfährt, der sie dann sieht. Daher sind die meisten Punkte auf solchen Karten auch da, wo viele Schiffe längsfahren.
      Karten die ich kenne (GSM), haben meistens überhaupt keine Erfassungen im östlichen Ostseeraum, wahrscheinlich weil Polen, Estland, Lettland, Litauenund Russland nix melden und da eben nicht soviele Deutsche, Dänen oder Schweden rumsegeln.

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      • avatar Ketzer sagt:

        Also erst wenn die zwei in Suchschleifen die Ostsee absegeln, würde ihr Anliegen Glaubwürdigkeit gewinnen!

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        • avatar hanseatic sagt:

          In ihrem blog erklären sie die Idee wie folgt: “Warum ein tierischer Segelsommer? Warum einmal rund Ostsee segeln für Schweinswale? Wir segeln schon sehr lange, meist auf der Ostsee und wir müssen immer wieder feststellen, dass uns immer seltener Schweinswale begleiten. Dabei finden wir die Tiere doch so nett und niedlich, so dass wir über die Situation sehr traurig sind. Aus diesem Grund beschließen wir: wir wollen etwas zum Schutze der Schweinswale beitragen. Wir wollen helfen, dass es die Schweinswale auch in zehn und mehr Jahren noch in der Ostsee gibt. Deswegen brechen wir auf, segeln einmal rund Ostsee, dokumentieren Schweinswalsichtungen und halten damit auch fest, wann wir keine Schweinswale sehen, helfen den Forschern, fahren Horchstationen an und sehen nach dem Rechten und versuchen ein paar Gelder zu sammeln, die weitere Forschung über und damit für die Schweinswale ermöglichen.”
          Letztendlich soll daraus nun eine Art “Werbetour” für den Erhalt der Schweinswale werden. Vorrangig in den angelaufenen Städten die Medien mobilisieren und dort Spenden sammeln für die Forschung. Wenn dann auch noch unterwegs Tiere gesichtet werden – umso besser (für die mediale Aufmerksamkeit). Was könnte verwerflich daran sein, dass ein Urlaubstörn mit dem Sammeln von Spenden für eine gute Sache verbunden wird? Das keiner von uns die Idee vor den beiden hatte? 😉

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          • avatar Peter sagt:

            Danke hanseatic. Ich war gestern schon drauf und dran vorzuschlagen, die Kommentarfunktion auf segelreporter zu deaktivieren, wenn hier nur noch Nörgel, Neid und Misgunst zum Ausdruck gebracht werden.

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  3. avatar Michael sagt:

    Es wird leider zur Gewohnheit Menschen, die sich auf irgendeine Art engagieren anzufeinden. Als wir 2008 unsere ZeroEmissions (www.zeroemissions.eu) Aktion starteten durften wir uns vor vielen Leuten rechtfertigen, die zu faul sind, ihre Brötchen mit dem Fahrrad zu holen.
    Ich finde Silkes Idee echt klasse und es macht vielen Seglern Spaß, die beiden auf ihrem Törn zu begleiten. Ich Wünsche den beiden daher viel Glück und freue mich über ihr Engagement.

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    • avatar uli_s sagt:

      Ich möchte hier nichts bewerten, aber das Ansegeln gegen Mißstände auf diesem Planeten gerät naturgemäß schneller als andere Initiativen in den Verdacht einer Alibiveranstaltung.

      Jemand der mit dem Fahrrad oder im Kanu für die Umwelt demonstriert, wirkt einfach glaubwürdiger, oder?

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  4. avatar Volker sagt:

    ..tja, jeder macht seine eigene Reise…und die beiden haben sich dafür entschieden, ihre Reise mit dieser Sache zu “pimpen”.

    Mir hängen diese “Projektveranstaltungen” allerdings langsam zum Halse raus. Heute plant man keine Reise mehr, sondern hat ein “Projekt” …dann noch ein bisschen Charity und man kann die Reise seiner stromlinienförmigen Businessumgebung verkaufen….macht sich auch besser im Lebenslauf.

    So ist halt unsere Gesellschaft…ist auch nicht schlimm, spricht nur nicht für die Gesellschaft. Genau wie die reflexartig abgeschossenen Kommentare mit der Neid- und Missgunst-Keule und den Zensur-Aufrufen.

    Ich wünsche den beiden eine tolle Segelsaison und viele gesammelte Spendengelder.

    und ansonsten…. jetzt Ironie/Scherz an: …empfehle ich einen Blick auf die Seite des Meisters der gemeinnützigen Segelaktivität Sail2horizons.com… Ironie/Scherz aus

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