Wrack-Sichtung: “Hugo Boss” nach 10 Jahren in Chile entdeckt – 20.000 Meilen getrieben

Sensationsfund

Der Natur-Fotograf Roger Rovira Rius hat bei einer Kajak-Expedition im Westen Patagoniens/Chile die Überreste von Alex Thomsons erstem Hugo Boss 60 Fußer gefunden, den er 2006 verlassen musste.

Hugo Boss Wrack

Die auseinander gebrochene “Hugo Boss” in Patagonien. © Roger Rovira Rius

Es war eine dramatische Rettungsaktion vor zehn Jahren, als den Briten Mike Golding beim Velux 5 Oceans Race einhand um die Welt der Hilferuf seines Landsmanns Alex Thomson erreichte. 1000 Meilen südlich von Kapstadt war bei der “Hugo Boss” die Kiel-Ramme gebrochen. Die Finne mit der Bombe neigte sich unkontrolliert nach Lee, das Schiff kenterte und war nicht mehr aufzurichten.

Golding, der sich im harten Zweikampf mit Thomson um Platz zwei bei der Regatta befand, barg den Kollegen bei hohem Wellengang. Kurz danach brach Golding der obere Teil des Mastes. Das Duo segelte unter Notrigg nach Kapstadt. Kurz danach gab der Brite das Rennen offiziell auf.

Hugo Boss Wrack

“Hugo Boss” 2006 im schweren Sturm. Kurze Zeit danach erfolgte der Kielschaden. © Velux5Ocean

Seitdem ist über das Schicksal der Yacht nichts bekannt geworden. Das Wrack trieb im Niemandsland des Southern Ocean. So ist es ein Sensationsfund, den der spanische Fotograf Roger Rovira Rius in der Einöde von Patagonien an der Südspitze Südamerikas machte.

Denn offenbar ist die “Hugo Boss” in zehn Jahren nicht wie vermutet gesunken. Sondern sie trieb rund 20.000 Meilen von der Höhe des afrikanischen Kontinents nach Chile. Thomson zeigte sich erstaunt über die Nachricht. Er lässt vermelden, dass sein Team die lokalen Behörden kontaktiere, um zu beraten, wie man bei der Bergung des Wracks helfen könne.

Der Fund macht bewusst, wie viele Wracks von Schiffen auf den Weltmeeren umherschwimmen. Zuletzt war im Dezember der Trimaran “Région Aquitaine” nach fünf Jahren auf Drift gefunden worden.

Hugo Boss Wrack

Der vorder Teil des Open 60s. © Roger Rovira Rius

Hugo Boss Wrack

Ein Teil des Cockpits. Die Natur ergreift Besitz. © Roger Rovira Rius

Alex Thomson erklärt 2006, warum er sein Schiff verlassen muss:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Ein Kommentar „Wrack-Sichtung: “Hugo Boss” nach 10 Jahren in Chile entdeckt – 20.000 Meilen getrieben“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Hat was vom Wrack von “Teignmouth Elektron”

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *