Yacht-Design: Studie einer Superketsch mit exotischen Anleihen

Treppenyacht

Geht's noch cooler? © desautel

Geht’s noch cooler? © desautel

Schön kreativ: Indische Treppen, kalifornisches Glashaus, Anlehnung an ein Dschunkenrigg – Lujac Desautels „Salt“ wurde weltoffen gestaltet.

Klar, diese Designstudien, die immer „nur“ auf dem Papier respektive Bildschirm gebannt bleiben und wohl niemals ungesetzt bzw. gebaut werden, gibt es mittlerweile wie „Sand am Meer“.

Einige verdienen jedoch verstärkte Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, weil sie Elemente enthalten, die zumindest im Ansatz zukunftsweisend sein könnten. Oder einfach herrlich kreativ sind…

Der erst 30-jährige Lujac Desautel ist Architekt, Yachtdesigner und Student am „California College of Arts“ – eine Interessenmischung, die ihn bereits weit gebracht hat.

Inspiriert vom Rigg klassischer Dschunken © desautel

Inspiriert vom Rigg klassischer Dschunken © desautel

Aufgewachsen in Orgeon („where life is simple“) wurde er bereits früh von einfachen, aber funktionellen Formen wie „Legosteine“ , aber auch von der Natur um ihn herum inspiriert. „Außerdem liebe ich das Meer und beschäftige mich schon seit meiner Kindheit damit, wie man anständig darauf leben kann,“ sagte Desautel vor einem Jahr in einem Interview.

 Totale Transparenz

Damals hatte es der junge Designer immerhin in die Finalrunde des renommierten „Boat International Young Designer of the Year -Award“ geschafft. Seine Studie „Glass“ war insofern spektakulär, als sie „eine grenzenlose Sicht auf die Elemente zuließ“.

Derzeit macht Desautel in der Yacht-Design-Szene erneut von sich reden: Mit der Studie „Salt“ sollen völlig neue Perspektiven für tatsächlich seegängige Yachten geschaffen werden.

Wie bei vielen, bereits gebauten Superyachten auch, konzentriert sich Desautel mit „Salt“ vor allem auf den Wohnkomfort… vor Anker. Hierfür ließ er sich von indischen Wassertreppen inspirieren, schaute sich die eher einfache Refftechnik klassischer Dschunkensegel und –riggs ab und brachte seine bereits bei „Glass“ eingebrachte Idee der totalen Transparenz auch hier zum Einsatz.

So entstand die Studie einer Superketsch, die etwa unter (!) dem Heck, ausgehend von der (Eigner?)-Schlafkabine, eine Art „Schattendeck“ ausklappen kann. Die unter Segeln ca. 11 m breite Yacht soll zudem – vor Anker wohlgemerkt – mittels ausfahrbarer Treppen, die hinunter zu einer kleinen Bade- bzw. Tender-Anlege-Plattform führen, auf 21 m verbreitert werden.

Uralte Treppensysteme für Stabilität

Im zwischen den beiden Masten positionierten Glashaus im Lego-Stein-Stil soll rundum freier Blick auch beim Segeln auf See „für mehr Sicherheit, aber auch höheren Wohnkomfort sorgen“. Der Rumpf ist im mittigen Bereich „ausgeschnitten“ (um das Glashaus aufnehmen zu können), für die nötige Stabilität sollen in sich stützende, indische Treppensysteme sorgen).

Jung, dynamisch, kreativ: Lujac Desautel (30) © desautel

Jung, dynamisch, kreativ: Lujac Desautel (30) © desautel

Die einzelnen Wohn- und Schlafbereiche (siehe Bilderstory) sind ebenfalls im Baukastenprinzip aufgebaut: Von der 12-Personen-„Dining-Area“ über fünf Gästekabinen, einen riesigen Eigner-Bereich, großzügige Crew-Unterkünfte bis zum Spa- und Fitness-Raum wurde an alles gedacht. Garage für 5- und 7-Meter-Tender sind im Bugbereich untergebracht.

Wie gesagt: Nur eine Studie. Und nur für Leute gedacht, die neben dem nötigen Kleingeld für einen etwaigen Bau auch eine Menge Mut mitbringen. Es soll aber schon ernsthafte Interessenten geben…

 

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3 Kommentare zu „Yacht-Design: Studie einer Superketsch mit exotischen Anleihen“

  1. avatar <°((( ~~< sagt:

    Zuerst las ich SUPERKITSCH…

    … sorry, ich muss es einfach tun – bisher hielt ich mich für einen aufgeschlossenen Menscnen der Innovationen positiv gegenübersteht. Das Ding da oben ist so dermaßem innovativ, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll zu lachen. Oder zu weinen. Weil da so unglaublich viele Sachen abgebildet sind, die irgendwo anders herkommen und auf einem Boot eher stören (naja, mich halt).

    Das beginnt bei den Großbäumen aus Beton und geht weiter über den Aquariumpool mit Glasscheibe im Heck, die Sonnenschirmchen an Deck (aus dem Cocktailgenre), die hintere Laderampe wie man sie von LKW-Fähren kennt und die Showtreppe an der Seite (70er-Jahre-TV mit Lou van Burg). Und dann noch ein Gewächshaus oben drauf.

    Fragt sich doch nur: Muss das alles schwimmen und beweglich sein? Und muss das so tun, als würde es durch Windenergie angetrieben?

    Aber ist ja nur eine Studie. Der Segler steht am Ufer und schmunzelt herzlich, mit einer Mischung aus Neid und Verachtung, wenn er so ein Monstrum sieht.

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  2. avatar Hurghamann sagt:

    Superkitsch mit erotischen Anleihen.?

    Nee eher ein Treppenwitz…….

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  3. avatar pjotr sagt:

    geiles teil! haben wollen. und die säulen der sonnenschirme werden aus recycelten b/entes hergestellt. ach wär das schön.

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