Extreme Sailing Series: Alinghi siegt in China, Hagara Dritter – Vorbereitung auf Hamburg

Foiling im Nebel

Alinghi hat Act 2 der Extreme Sailing Series™ im chinesischen Qingdao für sich entschieden. Das österreichische Red Bull Sailing Team mit den Doppelolympiasiegern Roman Hagara und Hans Peter Steinacher segelte hinter Oman Air auf Rang drei.

Extreme Sailing Series 2016

GC32 Foiler bei der Extreme Sailing Series in Qingdao. © Aitor Alcalde Colomer

Das Schweizer Team Alinghi war am Montag mit denkbar knappen Vorsprung vor Act-1-Gewinner Oman Air in die Final-Rennen gegangen. Alles schien zu Beginn des Tages noch möglich. Die Windgeschwindigkeit von acht bis zehn Knoten war ausreichend, um die Boote der neuen GC32-Katmaran-Klasse über das Wasser fliegen („foilen“) zu lassen.

Die beiden führenden Mannschaften hatten schon während der ersten Tage auf der Fushan-Bucht den Ton angegeben. Am Montag zogen sie dann in die Entscheidungsschlacht.

Zunächst legte Oman Air mit dem erfahrenen Skipper Morgan Larson am Steuer vor und gewann Wettfahrt eins mit einer starken Leistung. Die Schweizer starteten hingegen schlecht und belegten nur den siebten Rang. Alinghi mit Skipper Arnaud Psarofaghis konterte anschließend allerdings in eindrucksvoller Manier und gewann die zweite Wettfahrt des Tages sowie zwei weitere Rennen.

Oman Air gab sich noch nicht geschlagen, auch nicht nach einer Panne mit dem Vorsegel in der vierten Wettfahrt, die die Mannschaft auf Rang sechs beendete. Schon zwei Wettfahrten später hatte Oman Air die Nase wieder vorn.

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Alinghi siegt in China ohne Ernesto Bertarelli an Bord. © Aitor Alcalde Colomer

Wegen des starken Nebels, der sich im Tagesverlauf über die Regattabahn schob, verzichtete Race Director Phil Lawrence aus Sicherheitsgründen auf die geplante letzte Wettfahrt. Das bedeutete, dass es für das letzte gewertete Rennen des Tages – die 18. Wettfahrt insgesamt – die doppelte Anzahl Punkte gab. Doch selbst die 24 Punkte, die Oman Air gutgeschrieben wurden, reichten nicht, um Alinghi und Larsons Team den Sieg noch streitig machen zu können.

Für Alinghi bedeutete der Sieg eine Verbesserung auf Rang zwei in der Saisonwertung. Vor Act 3 in Cardiff (Vereinigtes Königreich) liegt nun Oman Air mit einem hauchdünnem Vorsprung von zwei Punkten vor den Schweizern. „Die Mannschaft hat großartig gearbeitet. Das machte es für mich leicht, zu steuern und das Boot schnell zu halten“, sagte Psarofaghis hinterher.

„Es war ein harter Kampf um Punkte mit Oman Air. Erst waren wir gut, dann sie. Dann hatten wir ein schlechtes Rennen, und im nächsten sah es wieder umgekehrt aus. Jedes Rennen war neu für uns. Wir wollten in erster Linie gute Starts erwischen, ohne dabei schon zu sehr an die Punkte zu denken. Heute auf den Foils abzuheben, war großartig – wir konnten in der Flugphase viel Raum gutmachen. Wir werden in Cardiff noch mehr Gas geben, um noch schneller zu werden.“

Der Zweitplazierte Larson erkannt die Leistung seines Ex-Teams an, versprach aber, im Juni bei der Fortsetzung der Rennen ebenfalls noch schneller zu sein. „Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht ganz gereicht“, sagte der amerikanische Skipper. „Hut ab vor Alinghi! Die waren die ganze Woche über sehr stark. Wir müssen nun daran arbeiten, den Rückstand aufzuholen. Wir wollen hier natürlich alle gewinnen.

Aber ich bin im vergangenen Jahr mit Alinghi gesegelt, und das ist natürlich noch einmal eine zusätzliche Motivation. In der vierten Wettfahrt ist uns das Vorsegel zerrissen. Das hat uns sehr weh getan. Wir fielen vom dritten auf den siebten Platz zurück, aber die Jungs haben die richtige Antwort gegeben, und wir haben uns zurück nach vorn gearbeitet. Wir hatten uns auf das letzte Rennen gefreut, denn wir wussten, dass da noch etwas gegangen wäre. Egal, wir sind eine starke Mannschaft und stehen vor einer großartigen Saison.“

Der Skipper des Red Bull Sailing Team, Roman Hagara, freute sich über einen weiteren Podest-Platz. Damit liegen die Österreicher in der Saisonwertung auf dem geteilten zweiten Platz. „In Qingdao ist es zuvor noch nie richtig gut für uns gelaufen. Wir hatten hier schon große Probleme mit Karambolagen und einer Kenterung“, sagte er. „Jetzt hat es für uns mit einem Podest-Platz endlich auch in Qingdao für einen Erfolg gereicht. Der Saisonauftakt im Oman war für uns perfekt. Jetzt stehen wir wieder auf dem Treppchen. Es läuft gut für uns.“

Land Rover BAR Academy beendete Act 2 nach einem furiosen Auftakt auf Rang 4, vor Sail Portugal auf Rang fünf und SAP Extreme Sailing Team auf Rang sechs. Taylor Canfields One – die erste chinesische Mannschaft, die eine komplette Saison in der Series fährt – segelte vor Team Turx auf Platz sieben. Der aus Qingdao stammende Liu Xue sagte: „Es war toll, Teil der Mannschaft von One zu sein und hier in meiner Heimatstadt für China an den Start zu gehen. Heute war ausreichend Wind, um die Boote foilen zu lassen. Das war ein unglaubliches Erlebnis.“

Act 3 der Extreme Sailing Series™ findet vom 23. bis 26. Juli in Cardiff statt. Anschließend ist vom 28. bis 31. Juli Hamburg die nächste Station. Dort wird die GC32-Flotte auf der Elbe vor der eindrucksvollen Kulisse von HafenCity und Elbphilharmonie starten.

Extreme Sailing Series Gesamtwertung Qingdao

1st Alinghi (SUI) Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Nils Frei, Yves Detrey 187 Punkte.

2nd Oman Air (OMA) Morgan Larson, Pete Greenhalgh, James Wierzbowski, Ed Smyth, Nasser Al Mashari 181 Punkte.

3rd Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans Peter Steinacher, Stewart Dodson, Adam Piggott, Brad Farrand 166 Punkte.

4th Land Rover BAR Academy (GBR) Bleddyn Môn, Leigh McMillan, Michael Barnes, Adam Kay, Neil Hunter 162 Punkte.

5th Sail Portugal (POR) Diogo Cayolla, Bernardo Freitas, Javier de la Plaza, Luís Brito, João Matos Rosa 156 Punkte.

6th SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Mads Emil Stephensen, Pierluigi De Felice, Renato Conde 156 Punkte.

7th One (CHN) Taylor Canfield, Chris Steele, Shane Diviney, Hayden Goodrick, Luke Payne, Liu Xue 146 Punkte.

8th Team Turx (TUR) Stevie Morrison, Tom Dawson, Tom Buggy, Martin Evans, Brad Funk 138 Punkte.

Extreme Sailing Series 2016 Saisonwertung

1st Oman Air (OMA) 23 Punkte.
2nd Alinghi (SUI) 21 Punkte.
3rd Red Bull Sailing Team (AUT) 21 Punkte.
4th Land Rover BAR Academy (GBR) 19 Punkte.
5th SAP Extreme Sailing Team (DEN) 15 Punkte.
6th Sail Portugal (POR) 13 Punkte.
7th One (CHN) 13 Punkte.
8th Team Turx (TUR) 11 Punkte.

 

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