18 Footer: Wolfgang Schäfers Crash – wenn eine Farr 40 einen 18 Footer überfährt

Totalschaden

Wolfgang Schäfer ärgerte sich über den Crash mit dem 18 Footer bei der Farr 40 WM in Sydney, der ihn Punkte kostete. Aber das beteiligte Skiff war danach nur noch ein Haufen Sondermüll.

18 Footer Wrack

Das Wrack des 18 Footers “Black Dog” nach dem Crash mit Schäfers Farr 40. © Frank Quealey/Australian 18 Footers League

“Nick Murray von ‘Black Dog’ sagte, sein Schiff fuhr gestern nicht so richtig schnell. Wir schauen uns das mal an”, sagt Ollie Hartas, der die inoffizielle Weltmeisterschaft der 18 Footer (JJ Giltina Trophy) in Sydney als Teilnehmer-Skipper und Video Blogger verfolgte.

Seine Erkenntnis: Das Trampolin-Netz müsse etwas fester gespannt werden, ein paar Kratzer im Rumpf sollten poliert werden, und es gebe wohl auch ein Problem mit dem Riggtrimm. Mehr Spannung sei erforderlich.

Der Australier nimmt den Unfall auf die Schippe, der in der Bucht von Sydney zwischen der Farr 40 “Struntje light” und dem britischen 18 Footer “The Black Dog” passierte.

Kollision mit voller Wucht

Schäfer soll im sechsten WM Rennen einem Gegner abgefallen und ausgewichen sein, als die Briten auf ihn zukamen. Sie absolvierten einen Vollgas-Testschlag unter Gennaker und kollidierten mit voller Wucht.

18 Footer Wrack

Der zerstörte 18 Footer Rumpf. © Frank Quealey/Australian 18 Footers League

Beide Boote waren offenbar mit Wind von Backbord unterwegs. Da sich die Farr 40 auf einem Kreuzkurs befand, also höher am Wind segelte, ist eine Lee-vor-Luv-Situation wahrscheinlich, bei der die deutsche Yacht Vorfahrt gehabt hat. Sie bekommt von der eigenen Wettfahrtleitung auch eine Wiedergutmachung zugesprochen von 5.2 Punkten.

Die Crew des 18 Footers dürfte froh sein, den Unfall unverletzt überstanden zu haben. Denn bei dem Aufschlag kenterte das Skiff mit dem kollabierenden Rigg nach Luv und begrub die im Trapez stehende Crew unter sich. In den Drähten, Fallen und Schoten hätte sie sich leicht verfangen können, aber die Segler tauchten wohlbehalten auf der anderen Seite ihres durchgekenterten Skiffs wieder auf. Das Schiff allerdings ist ein Totalschaden.

Für den Ablauf der JJ Giltinan Trophy blieb der Crash am Ende eine Randnotiz. Im Vordergrund stand die Frage, ob es den Neuseeländern gelingen würde, den traditionsreichen Pokal aus dem 18 Footer Land Australien zu entführen.

Am Ende fehlte den Kiwis auf “Yamaha” (David Mc Diarmid, Matthew Steven, Bradley Collins) aber dann doch ein Punkt auf “Smeg” (Lee Knapton, Ricky Bridge, Mike McKensey).

Ergebnisse JJ Giltinan Trophy 2016 18 Footer

18 Footer on Board Aufnahmen von der JJ Trophy 2016:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „18 Footer: Wolfgang Schäfers Crash – wenn eine Farr 40 einen 18 Footer überfährt“

  1. avatar Finn Mrugalla sagt:

    So ganz stimmt einiges nicht…das Foto von dem zerstörten Bug zeigt nicht das Boot von Jarrod Simpson, sondern die australische Panasonic Lumix, die am ersten Tag von einem Motorboot über den Haufen gefahren wurde. Dabei haben sich ein Segler und eine Person auf dem Motorboot verletzt.

    Das mit dem “unverletzt” kann man im Sinne von “nicht lebensgefährlich verletzt” stehen lassen…von ein paar ausgeschlagenen bzw. abgebrochenen Zähnen, kleineren Fuß- und Sprunggelenkverletzungen und einer Gehirnerschütterung mal abgesehen 😉

    Aber ich finde es schön, dass du über eines unserer 18footer Events berichtest!!!

    Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass auf dem dritten Platz AppliancesOnline gelandet ist….Steuermann ist David Witt, der den meisten eher als Skipper der “Raggamuffin” von Syd Fischer sowie als Steuermann des “Nokia” 18footers in dem legendären Video von dem Rennen in Auckland bekannt sein dürfte

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  2. avatar RVK sagt:

    Ich hab das auch mit der Vorfahrt nicht verstanden. Wenn also der 18footer unter Geni auf gleichem Bug wie die am Wind fahrende Struntje segelt, dann müsste doch Struntje kurshaltepflichtig sein, oder? Im Text heißt es aber, dass Struntje vor einem Gegner abgefallen sei. Klar, dass man im Training mit seinem 18footer nicht in ein WM Feld brettert. Trotzdem irgendwie komisch…

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  3. avatar Nick murray sagt:

    Thank you Wolfgang for not motoring over to see if we were ok.
    Thank you Wolfgang for not phoning to check anyone was hurt.
    Thank you Wolfgang for disappearing from the yacht club when we came to find you as you had an owners dinner to attend.
    We are all ok now, if you were wondering.

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    • avatar Fastnetwinner sagt:

      And why should he have done all this, if there are other means to get this information? And why should he wonder, after you crashed into his boat? You write yourself, that you are OK, and btw, whom did the international jury make responsible for this?

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 7

      • avatar Finn Mrugalla sagt:

        Nick, der ein guter Freund von mir ist, hat mit keinem Wort geschrieben, dass sie unverletzt geblieben sind…lediglich dass keine bleibenden Schäden geblieben sind.
        Aber für den interessierten Leser kann ich ja gerne nochmal aufführen, dass der Steuermann sich am Fuß verletzt hat, der Mittelmann eine schwere Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Nacken hatte während der Vorschiffsmann sich diverse Zähne ausgeschlagen hat und wurde unter Wasser vom Kiel der Farr getroffen wurde.
        Im Ergebnis verwundert das weniger….wenn ich mit dem LKW einen Radfahrer umfahrer, hat der LKW auch nur einen Kratzer und der Radfahrer ist meistens tot.

        Der grundlegende Anstand hätte es zumindest geboten, dass man sich nach den Folgen erkundigt…wenn man im Straßenverkehr einfach wegfährt, weil man eventuell nicht Schuld hatte, wird man trotzdem gemäß § 142 StGB wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verknackt.
        Ob es zu einer weiteren juristischen Aufarbeitung des Falls kommt, liegt bei den Beteiligten, aber es sagt doch schon viel über Wolfgang Schäfer, dass er nicht wenigstens den Dialog mit Jarrod, Nick und Sam gesucht hat.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

        • avatar Fastnetwinner sagt:

          Ich meine zu wissen, dass 142StGB weder in Australien noch auf dem Wasser gilt. Wer ist denn laut 18ner-Szene schuld am Vorfall? Und was hat den 18ner denn überhaupt geritten in ein WM-Feld reinzubrettern?

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          • avatar Finn Mrugalla sagt:

            natürlich gilt § 142 StGB in Australien nicht, das sollte auch eher als Vergleich dazu dienen, dass man nicht einfach so tun kann, als ob einen ein Vorfall nichts angeht, wenn man meint, dass man keine Schuld habe.

            Ich weiß nicht, ob du mit den örtlichen Gegebenheiten im Sydney harbour vertraut bist, aber es ist dort so eng, dass sich Regattafelder zwangsläufig überschneiden, was auch in der Vergangenheit zu Vorfällen mit mehr oder weniger schlechtem Ausgang geführt hat.

            Im Ergebnis geht es mir auch weniger um die Schuldfrage nach den WR oder im juristischen Sinn (was sich nicht decken muss), sondern um den grundlegenden Umstand, wie man mit so einer Situation umgeht.
            Insoweit bleibe ich dabei, dass es der sportliche Anstand und eine gute Kinderstube erfordern, dass man sich nach einem Vorfall (egal ob man Schuld hatte oder nicht) mit dem anderen Beteiligten zumindest in Verbindung setzt und sich nach den Folgen erkundigt, vllt ein kurzes shake hand und gut ist, wenn nix weiter passiert ist.
            Genau damit wären die Jungs wohl auch schon zufrieden gewesen.
            Wenn man stattdessen das owner dinner nicht ein paar Minuten warten lassen kann, zeugt das von einiger Überheblichkeit, wenig Anstand und einer Einstellung zum Sport, mit der man sich nicht unbedingt als Vorbild empfehlen kann.

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          • avatar Kristof sagt:

            Ich denke auch, dass es durchaus geboten ist, sich persönlich nach dem Zustand eines Unfallgegners zu erkundigen, selbst wenn man nicht schuld ist.
            Genauso halte ich es für besseren Stil, wenn man das Einfordern von Anstand nicht im Kommentarbereich eines Segelmagazins publiziert, sondern auch in einem persönlichen Kontakt.
            (Vielleicht gibt es ja Gründe.)

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