Moth EM am Silvaplanasee nach zwei Tagen + Video

Motten-Segeln: baden und fliegen

Zu viel Luvkrängung ist langsam! ©Loris Von Siebenthal/My Image

Die offene Moth Europameisterschaft am Silvaplanasee ist in vollem Gange. Der australische 49er Weltmeister Nathan Outteridridge hat nach sechs Rennen die Führung vor dem Amerikaner Bora Gulari übernommen, dem besten Starkwindsegler der Klasse. Das 80-Boote-Feld raste am zweiten Tag bei Wind zwischen 17 und 20 Knoten über das flache Wasser.

Das exzellente Video vom ersten Renntag zeigt die Faszination die Überflieger auch bei etwas weniger Wind. Da machte inzwischen besonders die Wende den Unterschied aus zwischen Spitze und Mittelfeld. Die Top-Motten-Segler schaffen es, auch bei etwas weniger Wind in der Wende auf dem Flügel zu bleiben.

Ab 0:42 min im Video zeigt Bora Gulari, dass dieses Manöver auch mit rund 80 Kilo Körpergewicht Erfolg verspricht. Gut vorstellbar, wie viele Meter es kostet, wenn das Boot im Wasser abgesetzt wird.

Bei Sailinganarchy.com beschreibt der US Favorit, der den zweiten Tag mit den Rängen 2/1/1 abschloss, warum er am ersten Tag (4/6/2) einige Probleme hatte. So versuchte er mit Wind von Backbord auf der linken Seite des Feldes zu starten.

„Es ist das spannendste Segeln, was ich je erlebt habe. Besonders in diesen ersten 20 Sekunden des Starts, wenn 80 Motten mit Wind von Steuerbord auf dich abfallen und Speed aufnehmen. Der Annäherungs-Speed beträgt dann rund 30 Knoten…“

Motten-Start vor bergiger Kulisse ©Loris Von Siebenthal/My Image

Gut vorstellbar, wie das Adrenalin durch die Adern pumpt. Besonders weil der Speed der Motten schwer auszurechnen ist. Sie stoppen bei einem Steuerfehler abrupt ab, und rasen dann wieder mit 15 Knoten los. Das Timing für einen Cross ist schwer zu berechnen. Gulari schaffte es einmal nur knapp, einem Gegner auszuweichen, einmal kenterte er. Danach entschied er sich für konservativere Starts.

Akrobatische Halse. Man muss schon auf der neuen Luvseite sein, bevor der Baum herumgeschwungen ist ©Loris Von Siebenthal/My Image

Das deutsche Kontingent schlägt sich in der Schweiz wacker. Klassen-Urgestein Sven Kloppenburg liegt als siebtbester Europäer auf Platz 13. Und ex 49er Segler Markus Steeg ist bei seinem ersten großen Motten-Auftritt 16.

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Das Mottenfeld segelt nah unter Land. Die Schweizer sind mit den Briten die besten Europäer. ©Loris Von Siebenthal/My Image

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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