49er EM Aarhus: Erik Heil und Thomas Plößel holen Bronze auf den letzten Metern

"Überwältigend"

49er Finals. Der spannende Zieleinlauf im dritten Rennen zwischen Heil/Plößel und den Franzosen bei 0:55:54 :

Eric Heil und Thomas Plößel haben bei der offenen Europameisterschaft der 49er die Bronzemedaille geholt. In der Europawertung belegen sie sogar Platz zwei.

Erik Heil und Thomas Plößel

Erik Heil und Thomas Plößel liefern vor Aarhus einen extrem starken Wettkampf ab. © Mick Anderson/SAILINGPIX.DK

Nach einem spannenden Finale mit drei doppelt zählenden Medalraces hätte das Team vom NRV auf den letzten Zentimetern fast noch das Podium verpasst aber mit der letzten Halse schoben sie sich noch um eine Bugsprietlänge vor den Franzosen ins Ziel.

„Der letzte Vorwindkurs zum Ziel hat mich wahrscheinlich 30 Lebensjahre gekostet! Das war echt knapp und richtig dramatisch“, resümiert Steuermann Erik Heil (23). Dabei betont er auch, eine überragende Woche erlebt zu haben. “Das war überwältigend!”

Schon der Auftakt in der Qualifikation war hervorragend gelungen mit drei Siegen in sechs Rennen. Und da nach dem erneut veränderten Format diesmal die Punkte aus der Qualifikation (minus Streicher) sowie den folgenden acht Finalrennen (minus Streicher) der besten 34 Teams von 90 Startern mitgenommen wurden, zahlte sich wieder Konstanz aus.

Erik Heil und Thomas Plößel

Erik Heil und Thomas Plößel feiern mit ihrem Coach Thomas Rein. © HP Sailing

Heil/Plößel gingen als viertes Team in die drei doppelt zählenden Medalraces und lagen nach dem Sieg im ersten Lauf plötzlich sogar auf Titelkurs. Aber Rang sieben im zweiten Rennen ließ den Finallauf nur noch zu einem Duell um Rang drei mit den Franzosen werden.

Das startete gut mit einer knappen Führung gegenüber d’Ortoli/Delpeche, schien aber plötzlich verloren, als die Deutschen bei einer Deckungswende zu den Franzosen vor den Bug der Briten gerieten und von den Bahnschiedsrichtern eine 270 Grad Drehungsstrafe aufgebrummt bekamen.

Schon an der Luvtonne lagen sie aber wieder voraus und schienen das Duell auf den letzten Plätzen locker für sich entscheiden zu können während sie sich nicht mehr um die Konkurrenz kümmern mussten. Die letzte Luvtonne rundeten sie auf Rang sieben mehr als zehn Längen vor den Franzosen auf dem neunten und letzten Platz.

Erik Heil und Thomas Plößel

Erik Heil und Thomas Plößel bei der Halse. © Mick Anderson/SAILINGPIX.DK

Aber die gaben noch nicht auf, erwischten die perfekte Böe für den Vorwindgang und rasten mit einem teilweise dreieinhalb Knoten besseren Speed (12,19 kn max per SAP Analytics) wieder auf Schlagdistanz an die Deutschen heran. In Nullkommanix war die Vorsprung verbraucht, nach der letzten Halse schienen die d’Ortoli/Delpech vorbei, aber dann drehten die in Kiel wohnenden Berliner, die für den Hamburger NRV starten doch noch ihren Bug zuerst über die Linie.

Es war der Unterschied zwischen dem Gesamtrang drei und sechs. Die Wettfahrtleitung sah zwar die Franzosen in der Gesamtwertung vor, aber dann stellte sich doch heraus, dass bei Punktgleichheit in der Medalrace-Phase das Ergebnis des letzten Rennens den Ausschlag gibt.

Heil Plößel

Auf der Starktreuz drehen die Deutschen am oberen Bildrand einen Strafkreis uns sind Letzte.

Nach dem Sieg beim Palma World Cup und den siebten Plätzen bei WM (2012) und EM (2011) war das Ergebnis in einem extrem starken Feld das beste des deutschen Skiff Vorzeige-Duos überhaupt. Es mussten sich am Ende nur den Olympia-Silber-Gewinnern Burling/Tuke aus Neuseeland und den britischen Weltcup Siegern von Hyères Fletcher/Sign geschlagen geben.

Peter Burling ist der Steuermann des hochfavorisierten Youth America’s Cup Teams, das Anfang September in San Francisco für Neuseeland an den Start gehen wird.

Die weiteren deutschen Platzierungen aus der Goldgruppe der besten 34 Boote: 19. Erichsen/Lutz, 29. Schmidt/Böhme.

(49er FX Story folgt)

Heil Plößel

An der letzten Luvtonn liegt das deutsche Boot (r. unter Gennaker) deutlich vor den Gegnern, die ganz links noch weit von der Marke entfernt sind.

Ergebnisse Finale EM 49er

Ergebnisse EM Aarhus 49er nach der Golfleet Phase

Ergebnisse des kleinen Finals, dessen Sieger als Neunter zu den Medalrace Kandidaten gestoßen ist. (Die Punkte gehen nicht in die Gesamtwertung ein.

Heil/Plößel

Auf der Ziellinie entscheiden nur Zentimeter für Heil/Plößel über Gesamtrang drei und sechs.

Eventseite 49er EM Aarhus

Analyse eines 49er Rennens

Max Lutz blutet

Harter Nachwuchs. Max Lutz hält die Kopfwunde nicht davon ab, um als zweitbester Detuscher mit Steuermann Jan Haucke Erichsen auf Platz 19 zu segeln. © Mick Anderson/SAILINGPIX.DK

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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