49er EM: Kiwis setzen unglaubliche Serie fort – Lutz/Beucke verpassen versöhnliches Ende

"Entschieden, glücklich zu sein"

Tina Lutz und Susann Beucke wollten die Medaille bei der EM in Barcelona im 49er FX. Es sah gut aus, aber nach einer verlorenen Olympia-Qualifikation ist ein Erfolg immer schwierig.

Wenn im Olympiajahr die Fahrkarten vergeben sind, ist die Luft raus aus allen anderen Veranstaltungen. Die qualifizierten Teams beginnen ihre spezielle Vorbereitung auf das Olympia-Revier und sammeln Kraft für die wichtigste Veranstaltung.

Da passt eine Europameisterschaft nicht unbedingt in die Planung. Und so waren bei der 49er Regatta in Barcelona die deutschen Top Teams nicht dabei. Aber besonders Tina Lutz und Susann Beucke wollten es noch einmal allen zeigen, dass auch sie Deutschland in Rio würdig vertreten hätten. Ihre Leistungskurve war angestiegen, und selbst der Titelgewinn war möglich.

Tina Lutz Susann Beucke

Der Erfolg zum Abschluss blieb dem deutschen Spitzenteam verwehrt. © 49er EM

An den ersten Tagen lagen das Duo auch beständig auf dem angestrebten Medaillenkurs. Aber am Ende klappte es dann doch nicht. Die lange, harte Qualifikationsphase mag doch zu viel Kraft gekostet haben. Lutz/Beucke fielen auf Rang zehn zurück.

“Wir haben unsere ganze Kraft noch einmal in das Medal Race gelegt, aber es hat nicht geholfen”, sagen die beiden. “Nach unserem tollen Start in die Regatta wäre es falsch zu sagen, dass wir uns nicht mehr erhofft hätten. Aber über einen 10. Platz kann man sich auch nicht beschweren. So haben wir uns entschieden, stattdessen glücklich zu sein :-)” Zum weiteren Verlauf ihrer Segel-Karriere haben sich die beiden noch nicht geäußert.

Tina Lutz Susann Beucke

Tina Lutz Susann Beucke bei der Halse. © 49er EM

Wenig optimal verlief auch der Auftritt der Görge-Schwestern mit Rang 20 im nicht ganz so starken 36-Boote-Feld. Ordentlich schlug sich dagegen Leonie Meyer, die als etablierte Steurfrau diesmal nach der Trennung von Elena Stoffers an der Vorschot von Ann Kristin Wedemeyer für deren verletzte Schwester einsprang. Das Duo segelte auf Rang 21 aber schaffte sogar einen Tagessieg.

Unglaubliche Serie

Bei den Männern war mit 72 Crews deutlich mehr Quantität aber auch viel Qualität am Start. Besonders die America’s Cup Teams aus Neuseeland und Australien nutzen die Chancen, um Wettkampf-Praxis zu erlangen.

Das ist mal wieder besonders gut den Überfliegern Peter Burling und Blair Tuke gelungen, die ihre Siegesserie seit 2012 auf unglaubliche 25 ungeschlagene Regatten in Folge ausgebaut haben. Damit sind sie nun auch klassenübergreifend die Besten. Denn die Siegesserie des britischen Finn-Seglers Giles Scott ist gebrochen wie auch die von der dominierenden australischen 470er Mannschaft Mathew Belcher und Will Ryan.

Dabei gewannen Burling/Tuke die vierte Europameisterschaft nacheinander und hatten erneut den Titel schon vor dem Medalrace im Sack. Am Ende betrug der Vorsprung 50 Punkte!

Genauso souverän sicherten sich ihre australischen Widersacher Nathan Outteridge und Iain Jensen silber schon vor dem Medal Race. Zuletzt starteten die Olympiasieger oft direkt neben den Kiwis, um hinter das Geheimnis ihres Erfolges zu kommen. Die starken Österreicher Delle Karth/Resch verpassen nach einem verpatzten Medal Race Bronze knapp hinter den Spaniern Botin/Marra

Ergebnisse/Website 49er EM 2016

 

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Carsten Kemmling

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