49er-Nacra17 Worlds: Jurczok/Lorenz halten Rang zwei trotz Problemen – Nacra Teams fallen zurück

Die Last des Gelben Trikots

 Ein Tag im gelben Leibchen kann sich mühsam gestalten. Auch Jurczok/Lorenz hatten Probleme, wie die Analyse zeigt. Aber dann konnten sie zeigen, wie gut sie momentan drauf sind.

Victoria Jurczok und Anika Lorenz können wohl alles tragen. Aber das gelbe Trikot steht ihnen besonders gut. “Natürlich möchte jeder das gelbe Trikot tragen”, sagt die Steuerfrau vor den Rennen (Video Szene). “Wir sind aufgeregt und versuchen unser Bestes um vorne zu bleiben.”

Aber bei den Rennen am dritten Tag der 49er WM in Clearwater mussten die beiden Berlinerinnen erst einmal feststellen, dass das leichte Leibchen doch sehr schwer auf den Schultern wiegen kann.

Der erste Start ging genauso daneben wie der zweite. Und bei für sie schwierigen Mittelwind Bedingungen, bei denen das fehlendes Crewgewicht von deutlich unter 130 Kilogramm schwer wiegen sollte, war es schwierig, einen Weg durch das Feld zu finden.

Jurczok/Lorenz

Jurczok/Lorenz meistern die Last des Gelben Trikots. © Jen Edney

In beiden Rennen fanden sie sich auf Platzierungen zwischen 16 und 18 im hinteren Teil der 21 Boote Flotte wieder. In solchen Situationen kann eine ganze Serie kippen. Die Läufe dauern kaum eine halbe Stunde und die linke Kreuzseite ist stark bevorteilt. Da ist eigentlich nicht mehr viel aufzuholen.

Verzicht auf die Brechstange

Aber Jurczok/Lorenz zeigen, dass sie zu einer Klasse-Mannschaft gereift sind. Sie versuchen es nicht mit der Brechstange. Mit einem geduldigen, soliden Segelstil, tollem Speed unter Gennaker und besonders konzentrierten engen Leetor-Rundungen im dichten Pulk gelingen noch zwei neunte Plätze.

Lutz/Beucke

Lutz/Beucke schaffen es noch nicht, ganz nach vorne zu segeln. © Jen Edney

Es sind keine Zahlen zum Glänzen, aber gerade diese Fähigkeit zur Schadensbegrenzung zeichnet Spitzensegler aus. So können die zurzeit besten deutschen Skiff Seglerinnen im letzten Rennen des Tages die Kür abliefern.

Wieder starten sie in Bedrängnis, aber diesmal auf der wichtigen linken Seite. Und als Leeboot haben sie sich kein Top-Team ausgesucht, sondern Griselda Khng aus Singapur steht im Trapez am Steuer. Und die Optimist-Weltmeisterin von 2006 schafft es  bei diesen Bedingungen offenbar noch nicht, ihren 49er auf Höchstleistung zu trimmen.

Die Berlinerinnen können aus schwieriger Position im Kielwasser hochziehen auf eine Spur und schließlich sogar in Luv überholen. Platz drei an der Luvtonne und mit einem Angriff aus dem Schulbuch überholen sie kurz vor dem Ziel auch noch die Australierinnen mit einer perfekt getimten Halse.

Nationale Konkurrenz lässt Federn

So steht nach der acht Qualifikationsrennen immer noch Platz zwei auf der Ergebnisliste. Und das wiegt besonders schwer, weil die nationale Konkurrenz mächtig Federn ließ. Die härtesten Verfolgerinnen Tina Lutz und Susann Beucke, die in der gleichen Gruppe starteten, rutschten auf Rang 13 ab und die Görge und Wedemeyer Schwestern haben nun die Top 25 Goldgruppe als 28. und 38. verpasst.

Dafür gelangen Meyer/Stoffers ein kleines Comeback nach dem verpatzten Leichtwind-Tag. Als einziges deutsches Boot in der blauen Gruppe segelten die Crew die Serie 5/5/4 das fünftbeste Tagesergebnis und hievte sich auf Platz 20 vor.

Abs sofort segeln die Besten nun direkt gegeneinander. Dabei werden die Karten neu gemischt. Viele Punkte können verloren und gewonnen werden. Und da hilft es Jurczok/Lorenz auch nichts, dass sie mit Rang neun im Vergleich zu allen Gegnerinnen das beste Ergebnis streichen. Die Goldgruppe sieht einen eigenen Streicher vor.

Da werden sie noch einmal mächtig Gas geben müssen, wenn sie ganz vorne bestehen wollen. Besonders bei den Starts ist eine Steigerung nötig. Ein extremer Leichtwind-Tag würde auch helfen, um in Medaillen-Nähe zu bleiben. Aber gibt die Wettervorhersage noch nicht her.

Probleme bei den Nacras

Bei den 49er Männern gehen Erik Heil und Thomas Plößel auf einem soliden 11. Platz in die Goldgruppen-Phase. Der Abstand zu Rang drei beträgt 20 Punkte. Da ist noch viel nach vorne möglich. Für die Europameister Schmidt/Böhme wird es dagegen schwierig, in Medalrace Nähe zu kommen. Sie haben sich nur auf Rang 20 mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Cut in die Goldgruppe gerettet.

Nacra 17

Kohlhoff/Werner entfernen sich von den Top Ten auf Rang 17. © Laurens Morel

Einen harten Tag erlebten auch die deutschen Nacra 17 Teams. Sie rutschten auf Rang 17 und 22 ab. Aber Kohlhoff/Werner können ihren Vorsprung in der nationalen Olympiaqualifikation behaupten.

Heute um 17:45 startet der zweite Tag der Live-Übertragung aus Clearwater hier:  Live-Übertragung am 13.2.2016 ab 17:45 Uhr . Die Rennen wurden stark aus der Vogel-Perspektive gezeigt mit zusätzlicher Onboard-Optik. Problematisch ist immer noch die exakte Bestimmung der Windrichtung im Tracker, was zu falschen Platzierungs-Ansagen führt.

Nacra 17

Erichsen/Spitzmann gelingt noch nicht der Durchbruch. © Laurens Morel

Nacra 17

Guter Start der Kieler, aber ganz nach vorne spült es sie noch nicht. © Laurens Morel

Replay der Übertragung vom 12.2.16

Ergebnisse 49er WM 2016

Ergebnisse 49er FX WM 2016

Ergebnisse Nacra 17 WM 2016

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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