49er-Nacra17 Worlds: Probleme bei Starkwind – Crash für Kohlhoff/Werner im Nacra

Steilvorlage

Jurczok/Lorenz fallen zurück im 49er FX, das sollte eine Chance für die nationalen Konkurrentinnen sein. Aber sie haben wie die Männer mit Kenterungen zu kämpfen.

Jurczok/Lorenz

Jurczok/Lorenz schaffen es bei stärkerem Wind nicht unter die Top Ten. © Jen Edney

Da war sie die Chance für Tina Lutz und Susann Beucke. Als Sechste rasten sie auf das Leetor zu. Und Jurczok/Lorenz, die härtesten Gegnerinnen in der Olympiaqualifikation sollten es zum dritten Mal an diesem Tag nicht unter die Top Ten schaffen. Zu druckvoll waren die Bedingungen.

Eine echte Steilvorlage für Lutz/Beucke. Sie hatten in zwei Rennen an diesem Tag schon 13 Punkte aufgeholt. Nun würden noch einmal sieben dazu kommen und die Ausscheidung könnte wieder spannend werden.

Lutz/Beucke (161) kommen mit einem Spitzenplatz am Leetor an...

Lutz/Beucke (161) kommen mit einem Spitzenplatz am Leetor an…

...Aber beim Bergemanöver passiert das Malheur mit der Kenterung. Das ganze Feld zieht vorbei.

…Aber beim Bergemanöver passiert das Malheur mit der Kenterung. Das ganze Feld zieht vorbei.

Dann passiert das Malheur. Bei zwei aufeinanderfolgenden Halsen inklusive Gennaker-Bergemanöver läuft etwas schief. Die Welle ist steil, der Druck im Rigg enorm. Die beiden Frauen können ihren 49er FX nicht mehr halten.

Jetzt bloß nicht bei der Kenterung den Mast verlieren. Einige Spitzen-Teams wie die auf Platz sechs liegenden dänischen Schütt Schwestern segeln immer noch mit einem Kenterball am Masttopp. Und sie müssen ihn im letzten Rennen des Tages sogar benutzen.

Schlüsselmoment für die Quali?

Das Rigg von Lutz/Beucke bleibt oben. Aber das wird sie nur schwer trösten. Die verpasste Chance wiegt schwerer. Am finalen Tag soll der Wind erneut drehen, leichter und ablandig wehen. Da können Jurzcok/Lorenz wieder ganz vorne punkten. War das schon der Schlüsselmoment in der 49er FX Qualifikation, der spannendsten bei den deutschen Seglern?

Auch das zweite deutsche Team in der Gold Fleet konnte den Schwäche-Moment der Berlinerinnen nicht ausnutzen. Leonie Meyer und Elena Stoffers gehören zu den besten Starkwind-Seglern der Weltspitze. Aber mit drei suboptimal getimten Steuerbord-Starts hinter dem Feld konnten sie nicht so richtig weit nach vorne segeln, wie es für eine ernste Aufholjagd für einen Angriff auf die Rio-Fahrkarte nötig wäre.

Dennoch belegen sie einen guten 15. Platz bei dieser WM. Und bei den Rennen, die noch auf dem Plan stehen, kann es noch besser werden. Mit einem Rückstand von 16 Punkten auf die Top Ten ist auch das Medalrace noch drin.

Dramatik bei den Nacra 17

Die Olympiaqualifikation im Nacra 17 ist auch dramatisch geworden, denn Paul Kohlhoff und Carolina Werner schossen sich aus dem Wettkampf. Beim Start zum 13 Rennen kollidierten sie ohne Wegerecht mit den Bulgaren und zogen sich ein Loch im Rumpf zu, das nicht reparabel ist.

Nacra 17

Erichsen/Spitzmann können vom Missgeschick der Konkurrenten nicht profitieren. © Laurens Morel

Damit fallen die Kieler aus den Top 20 und können in der Ausscheidung nicht mehr punkten. Es ist die Chance, für Erichsen/Spitzmann um ihr neun Punkte Defizit in der Qualifikation zu verringern. Dafür müssten sie im letzten verbliebenen Rennen vom 21. Platz unter die Top 20 segeln. Platz 20 ist wahrscheinlich, weil die vor ihnen liegenden Holländer ausscheiden. Aber der Rückstand zum 19. Rang beträgt schon neun Punkte.

Kenterung bremst Heil/Plößel

Auch bei den 49er Männern verlief der vorletzte Renntag nicht ohne Drama. Erik Heil und Thomas Plößel waren schon im ersten Rennen sehr gut unterwegs auf Rang fünf. Dann verpassten sie wie auch die anderen Spitzenboote die Anliegelinie zum Leetor und kenterten beim Bergemanöver des Gennakers. Die Folge war Platz 21 und das Abrutschen auf Rang 12. Ein Streicher könnte das Ergebnis aber noch deutlich verbessern.

Heil/Plößel verpassen die Anliegelinie zum Leetor und müssen den Gennaker bergen. Dabei kentern sie in guter Position.

Heil/Plößel verpassen die Anliegelinie zum Leetor und müssen den Gennaker bergen. Dabei kentern sie in guter Position.

Vollgas gaben auch Schmidt/Böhme, um bei dieser WM noch einen versöhnlichen Abschluss hinzubekommen. Mit der Serie 14/3/1 schafften sie das drittbeste Ergebnis des Tages und katapultierten sich auf Rang 16. Das Medalrace ist theoretisch noch machbar.

Heil/Plößel

Heil/Plößel verpassen ein starkes Ergebnis durch eine Kenterung. © Jen Edney

Ergebnisse 49er WM 2016

Ergebnisse 49er FX WM 2016

Ergebnisse Nacra 17 WM 2016

Live Übertragung 5. Tag:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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