49er und Nacra 17 WM: Spannende Olympia-Qualifikation – Fünf 49er Frauen Teams

Jetzt zählt es

Am Dienstag startet eines der ersten seglerischen Highlights des Olympia-Jahres. Bei der WM im 49er FX und den Nacra 17 geht es um die Tickets nach Rio. Wer setzt sich durch?

Winterpausen kennen die Olympiasegler schon lange nicht mehr. Und besonders im und vor dem Olympiajahr wird so viel gearbeitet wie nie. Besonders in neuen Bootsklassen, wie dem Nacra 17 und 49er FX sind so viele Fortschritte zu machen. Und die internationale Hierarchie ist längst nicht so fest zementiert, wie bei den etablierten Disziplinen.

So kommt der Weltmeisterschaft in Clearwater/Florida eine große Bedeutung als Standort-Bestimmung für Rio zu. Und schon früher als üblich in einer Saison müssen die Spitzenathleten ihre beste Leistung abrufen. Denn für viele Nationen geht es nicht nur um den WM-Titel, der für sich genommen schon eine große Sache ist. Die Segler müssen auch ihre nationalen Konkurrenten im Auge haben, wenn die nationale Organisation diese Regatta als logische Qualifikation für Olympia benannt hat.

49er Worlds

Jurczok/Lorenz bei der Halse. © Matias Capizzano

Das gilt bei den deutschen Seglern für die 49er FX und Nacra 17 Klasse, die jeweils ihre zweite von drei Ausscheidungen absolvieren. Besonders spannend kann es bei den 49er Frauen werden. Victoria Jurczok und Anika Lorenz und liegen um sieben Punkte vorne, aber auch das Verfolgerfeld hat schon gepunktet unter den Top 20.

Der Stand:

Victoria Jurczok/Anika Lorenz 14 Punkte
Tina Lutz/Susann Beucke 7
Leonie Meyer/Elena Stoffers 6
Ann Kristin/Pia Sophia Wedemeyer 5
Jule und Lotta Görge 0

Entwicklung eher rückläufig

In Clearwater geht das deutsche Team mit seinen fünf Booten wieder einmal als stärkste Nation ins Rennen. Dabei ist es erstaunlich, dass die Mannschaft bisher nur selten weit vorne in der Weltspitze punkten konnte. Sie war früh dran in der Entwicklungsphase der neuen Klasse, hatte gute Erfolge und war fleißig. Aber die Entwicklung war eher rückläufig.

Tina Lutz und Susann Beucke im Audi Windtunnel.

Tina Lutz und Susann Beucke beim Ausreiten im Audi Windtunnel. Sie gehen inzwischen eigene Wege. © STG

Die anderen Nationen gingen auf die Überholspur und die angestrebten Medaillenplätze gerieten außer Reichweite. In der Weltrangliste belegt GER die Plätze 14, 17 und 20. Nur Jurczok/Lorenz konnten mit den WM Plätzen 6 und 5 schon mal weit nach vorne segeln, waren zuletzt aber 12. und gelten mit ihrem geringen Crewgewicht als ausgesprochene Leichtwind-Spezialisten.

Dabei kann selten eine Nation eine solche Breite im Team auf hohem Niveau vorweisen. Und wenn es dann doch mal klappt wie bei den 49er Frauen, dann ist jedes Training viel effektiver als bei der Konkurrenz. Man puscht sich und kommt gemeinsam auf ein höheres Niveau.

Die Däninnen sind ein gutes Beispiel für diesen Effekt. Zu Beginn des Olympia-Zyklus segelten sie noch auf Augenhöhe mit dem deutschen Team, nun belegen sie die Plätze zwei, drei und sieben in der Welt. Irgendetwas klappt noch nicht so richtig in der DSV Gruppe. Und so gingen besonders Tina Lutz und Susann Beucke zuletzt beim Training  eigene Wege, indem sie sich mit den italienischen Weltmeisterinnen Conti/Clapcich zusammen taten.

Aber alles, was war, ist nun unwichtig. Im Olympiajahr muss der Erfolg passen. Bei der WM und in Rio wird abgeliefert. Vielleicht platzt der Knoten nun in Clearwater. Hart genug haben die Frauen gearbeitet.

Rasanter Aufstieg in der Nacra17 Klasse

Die Geschichte der Nacra17 dagegen ist völlig untypisch. Die Bemühungen von STG und DSV waren groß, mit Sichtungstrainings früh aussichtsreiche Kandidaten auf den Weg zu bringen. Aber die Anstrengung verlief im Sande. Die potenziellen Bewerber warfen das Handtuch und die neue Olympiaklasse schien in Rio unbesetzt zu bleiben.

Nacra 17 EM

Paul Kohlhoff und Carolina Werner in Barcelona. © Lara Carrau/BISC

Aber dann kamen spät Paul Kohlhoff und Carolina Werner und segelten sensationell schon bei ihrer zweiten WM auf Rang fünf. Sie bestätigten das Ergebnis mit Platz acht bei der EM, der ersten Olympia-Qualifikation.

Noch schneller scheint es bei Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann zu gehen, die sich in nur einem Jahr an die top Ten der Welt herangeschoben haben. In Clearwater könnten sie Kohlhoff/Werner bei der internen Qualifikation unter Druck setzen, aber ein Erfolg wäre schon eine große Überraschung.

Blasting ClearwaterWhat an EPIC session today!Thanks to team double Frithjof and Rein for coaching us.captured on the DJI Osmo

Posted by HP Sailing on Freitag, 5. Februar 2016

Deutlich entspannter dürfen die 49er Männer an die WM herangehen. Sie segeln keine Olympiaqualifikation und können sich ganz auf ein starkes Ergebnis fokussieren. Die Europameister Schmidt/Böhme und die WM fünften Heil/Plößel werden alles dransetzen, sich in Medaillennähe zu platzieren. Spaß dürften sie bekommen. Denn die Wettervorhersage deutet zumindest an den ersten Tagen eher auf stärkeren Wind.

Heil Plößel

Starke Leistung auf dem Olypiarevier vom NRV Duo. © Renedo/Sailing Energy

Live Übertragung

Ab dem 12. Januar werden die 49er Finalrennen auf der Event-Webseite der Klassenvereinigung gezeigt

12. Februar
18.00 Uhr (Deutsche Zeit): Gold-Fleet 49er und 49erFX

13. Februar
18.00 Uhr (Deutsche Zeit): Gold-Fleet 49er und 49erFX

14. Februar
16.00 Uhr (Deutsche Zeit): Gold-Fleet 49er und 49er FX
nachmittags: Medal-Races 49er, 49erFX, Nacra17 (Highlights)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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