Deutsche Meister Travemünder Woche: Horsch siegt beim Match Race, Schönfeldt bei den Variantas

Meister-Freude

Die Deutschen Meister im Match Race um Steuermann Sven Erik Horsch (2.v.r.) © TW

Die Sonne über Travemünde schien am vierten Regattatag der 123. Travemünder Woche für alle Teilnehmer, doch zwei Crews standen noch mehr im Licht. Die Match-Racer um Sven-Erik Horsch (Hamburg) und das Varianta-Duo Frank Schönfeldt/Markus Auferoth (Hamburg) feierten den Gewinn der Deutschen Meisterschaften in ihren Klassen.

Es waren die ersten beiden nationalen Titelehren, die zur TW 2012 vergeben wurden. Daneben schlossen noch die Contender, Finns, Trias und 18Footer ihre Ranglisten-Regatten ab. Die Kielzugvögel gehen am Mittwoch in ihr DM-Finale, und die 29er schließen dann ihre Vorrunde der Weltmeisterschaft ab.

Der Sommer meinte es gut mit den Organisatoren und Seglern am Dienstag. Die Hitze und damit die aufsteigenden Winde über dem Land waren so stark, dass sich die thermische Seebrise in der Lübecker Bucht früher durchsetzen konnte als erwartet.

Und so gelang es den Wettfahrtleitungen um den Regattachef Walter Mielke, den Aktiven ein schnelles und umfangreiches Programm auf den Bahnen zu bieten. Zwei bzw. drei Wettfahrten konnten gesegelt werden, so dass die scheidenden Klassen mit einer vollen Ergebnisliste ihre Travemünde Woche beenden konnten und die noch ausstehenden Meisterschaftsentscheidungen für die kommenden Tage auf einem guten Weg sind.

Horsch 2:1 gegen Oehme

Pure Freude herrschte bei den Match Racern. Nach mitunter schwierigen Tagen mit kleineren Materialschäden, drehenden Winden und einer verkürzten zweiten Runde gelangen die Halbfinals und die Finals einwandfrei.

Und es ging spannend zu. Denn Sven-Erik Horsch konnte sich bei seinem Comeback nach langer Auszeit und einer starken Vorrunde im Halbfinale nur knapp mit 2:1 gegen die Klubkollegen vom NRV durchsetzen.

Der gebürtige Lübecker Felix Oehme (ebenfalls NRV) landete im zweiten Semifinale einen klaren 2:0-Erfolg gegen den Ex-Meister Stefan Meister aus Berlin. Auch im Finale ging Oehme mit 1:0 in Führung, kassierte dann indes zwei Niederlagen und musste Horsch den Titelgewinn überlassen.

“Wir sind natürlich glücklich, denn es waren drehende Winde und damit sehr herausfordernde Bedingungen während der Tage. Aber für uns hat es gut geklappt, denn wir haben oft die richtige Seite erwischt”, sagte Horsch, der bekannte, dass es immer wieder schön in Travemünde ist: “Es ist ein tolles Revier, direkt vor Publikum. Wir sind sehr gern hier.”

Deshalb hat Horsch, der nach einem Video-Interview den Titel mit einem Zwangsbad feiern durfte, seinen TW-Aufenthalt auch verlängert. Ab Donnerstag geht er bei den German Open der Platu25 ein weiteres Mal auf Titeljagd.

Schönfeldt mit Varianta-Titel

Fleißiger Titelsammler ist auch Frank Schönfeldt. Nach der Conger-DM gewann er nun die nationale Varianta-Meisterschaft, fährt von der TW direkt zum Dümmer, um als Trainer bei der Teeny-DM zu unterstützen, und hat im August noch die Piraten-DM vor sich. Die TW mit dem 22. Titelgewinn seiner Karriere wird er aber auf jeden Fall in bleibender Erinnerung behalten.

“Das waren einmalige Tage hier, fast schon mit karibischem Feeling. Und heute war es noch mal tolles Segeln. Zuerst dachte ich, der Start wäre etwas früh angesetzt, aber dann kam der Wind genau richtig”, sagte Schönfeldt. Sein souveräner Sieg mit ausschließlich ersten und zweiten Plätzen war auch der Tatsache geschuldet, dass die Mitfavoriten André Teutenberg/Jens Wehrenbrecht vom Möhnesee einen schlechten ersten Tag erwischten, der sie trotz eines Tagessieges am zweiten nicht über Platz sechs hinauskommen ließ.

“Andrè und Jens hatten am ersten Tag ein paar Baustellen. Das war natürlich schade”, sagte Schönfeldt, der so vor Ludwig und Nadine Settele (Mannheim) und Wilfried Schweer/Olaf Bertallot (Wunstorf) triumphierte.

219 Crews bei 29er WM

Am zweiten Tag der Weltmeisterschaft wurden die 219 Segler in der 29er-Klasse vom Wind verwöhnt. Die Gruppen in der frühen Startphase hatten noch leichte Winde, im Laufe des Tages baute sich dagegen immer mehr die Seebrise auf und bescherte den Skiffs Bedingungen, die sie lieben und in denen sie ihr Geschwindigkeitspotenzial ausfahren können. So gelang auch das Nachholen der am ersten Tag verpassten Wettfahrt, so dass die WM-Teilnehmer in ihrem Zeitplan wieder auf bestem Stand sind.

Die Titel-Favoriten Carlos Robles und Florian Trittel kommen immer mehr in die Form, in der sie die Youth Worlds gewonnen haben und schoben sich mit den Platzierungen 2, 1, 1 auf den zweiten Gesamtrang hinter der ehemaligen Opti-Weltmeisterin Noppakao Poonpat, die unter thailändischer Flagge mit Steven Thomas segelt.

Trittel, der auch einen deutschen Pass besitzt, kommentierte den Auftritt zufrieden: “Wir hatten guten Speed und gute Starts. Wenn man dann noch die richtigen Dreher erwischt, ist man unter den Glücklichen. Wir sind sehr glücklich, die Bedingungen waren gut, wenn auch ein bisschen wenig Wind und etwas langweilig.”

Einziges deutsches Team unter den Top-Ten sind Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel), während die Lokalmatadore Ole Kuck/Niclas Kath (Lübeck) einen Ausrutscher verkraften mussten und auf den 37. Platz abrutschten.

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Ein Kommentar „Deutsche Meister Travemünder Woche: Horsch siegt beim Match Race, Schönfeldt bei den Variantas“

  1. avatar Manfred sagt:

    Sehr schönes PRESSENOTIZ des Veranstalters.
    Alles drin was man wissen will und noch ein paar nette Interviews.
    Großes Lob und Dank.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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