AC 45 Test bei 30 Knoten. Team New Zeland ist auch dabei.

Begegnung der anderen Art

Es ist so gut wie sicher, dass Team New Zealand einer der beiden geheimen Herausforderer ist, die um den America´s Cup segeln wollen. Die Kiwis haben eine Trainingszeit mit dem neuen 45 Fuß Kat gebucht, nachdem Oracle und Mascalzone gesegelt sind.

Das bisher ungesicherte Budget scheint sie allerdings daran zu hindern, die Meldung öffentlich zu machen. Immerhin haben sie sich nominell so verstärkt, dass sie seglerisch auf Augenhöhe mit Oracle sein dürften.

Der siebenfache A-Kat Weltmeister Glenn Ashby ist von Oracle zum Team New Zealand gewechselt und hat den australischen Landsmann Darren Bundock dazu geholt, der mit seinen sieben WM Titeln und zwei olympischen Silbermedaillen der bestimmende Tornado Segler des Jahrzehnts ist.

Beide sollen Dean Barker beibringen, wie man mit Katamaranen segelt. Ob das reicht, um eine Chance gegen Oracle zu haben bleibt fraglich. Aber die Meldung der Kiwis wäre ein wichtige Impuls für den nächsten Cup. Das bestimmende Profi-Team der vergangenen Jahre ist möglicherweise das einzige, das Ellison Paroli bieten könnte.

Russell Coutts (48) traut sich wohl eher nicht mehr zu, auf hohem Niveau in die Zweirumpf-Szene einzusteigen. James Spithill ist unbestritten am Oracle Steuer. Aber der Altmeister ließ sich einen Ausritt im Hauraki Golf nicht nehmen.

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Am Wochenende wurde der Flügelkat den bisher extremsten Bedingungen ausgesetzt. Bei bis zu 30 Knoten soll wärhend einer Halse ein kleiner Schaden am Fügelsegel entstanden sein, aber das hinderte die Oracle Crew nicht daran, Rangitoto Island im Rahmen der Oceanbridge Anniversary Day Regatta zu umrunden

„Das war echt am Limit“, erzählt Skipper Spithill. Einige Male habe das Boot seine Schwimmer ins Wasser gesteckt. Aber insgesamt äußert er sich begeistert über das Händling bei den Extrem-Bedingungen. Was soll er auch sagen?

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Carsten Kemmling

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15 Kommentare zu „AC 45 Test bei 30 Knoten. Team New Zeland ist auch dabei.“

  1. avatar Wilfried sagt:

    Verstehe nicht warum die unbedingt alle noch den alten Match-race Säcken das Kat-Segeln beibringen wollen. Die sollen doch Teammanager oder Taktiker werden. Neue Namen braucht der Sport. Und Vorstart- und Wendenduelle wird es sowieso nicht geben.

    Gruß Wilfried

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  2. avatar bowman sagt:

    Wer hat eigentlich die Weisheit verbreitet, dass es mit Kats keine Vorstartduelle gibt? Lässt man da den Gegner starten wo und wie er will?

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  3. avatar Christian sagt:

    bei den Extrem40-Katamaranen z.B. geht es voll zur Sache, vor und nach dem Start.

    Wenn irgendetwas total out ist, dann Bleitransporter. Da hat der Herr Grabufke ausnahmsweise mal ganz recht.

    Langweiliger als AC 2007 kann es eh nicht mehr kommen.

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  4. avatar Wilfried sagt:

    @ christian und bowman

    und als nächstes werdet ihr noch erklären dass ein Nullstart im Fleetrace taktisch dasselbe ist wie eine Vorstartphase im Matchrace. Wer von euch hat denn schon ein Matchrace im Extrem 40 gesehen? Oder ist mir etwas in den letzten Saisons entgangen?
    Mit der Behauptung das AC 2007 langweilig war ist Christian glaube ich auch allein auf weiter Flur.

    Nebenbei, wenn ein AC 45 heute so gebaut ist, dass man ihn auch bei 30 kn Wind segeln kann liegt das daran das er als Einheitsklasse für eine Werbetournee konstruiert und gebaut wurde. Glaubt irgendjemand das ein AC 70 als Einzelbau für ein spezielles Revier genauso ausgelegt wird?

    Gruß Wilfried

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  5. avatar Christian sagt:

    die Tatsache, dass die Extreme40-Serie nicht im Matchrace-Modus ausgetragen wird, heißt nicht, dass es mit diesen Booten nicht möglich ist, sich im Vorstart ordentlich zu beharken. Sie sind manövrierfähig genug.

    Wenn man wirklich richtig enge Vorstartduelle sehen will, dann dürfen die verwendeten (Einrumpfboote-)Boote nicht größer als 10 Meter sein, besser sogar nur 8 m. Und sie müssen leicht sein, damit sie schnell beschleunigen z.B. nach einem Dial up. All das ist mit den bisherigen America Cuppers nur sehr eingeschränkt der Fall gewesen. Richtig eng war es da im Vorstart selten. Es ging im wesentlichen um Bootsspeed. Deswege kann ich den großen Unterscheid zu den Katamaranen nicht sehen. Nur das letztere abolut gesehen schneller und damit ein wenig spannender sind.

    Die Eliott geht bei all ihren Schwächen genau in die richtige Richtung, ist aber offensichtlich für die Larrys und Ernies nicht prestigeträchtig genug. Dabei ist das richtig guter Sport, was da geboten wird. Der AC hingegen ist seit Jahrzehnten ein Cup der Ingenieursleistungen.

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  6. avatar Manfred sagt:

    Sorry Christian, ich muss Dir da erheblich widersprechen. Was Du in deinem zweiten Absatz verbreitest stimmt einfach nicht oder Du hast nicht genügend unterschiedliche Boote in Match Races gesegelt. Es geht bei den Vorstart Duellen ja nicht darum durch die Gegend zu rasen, sondern es geht darum, die Kontrolle über den “Gegner” zu bekommen. Und das sind ganz subtile Manöver die spannend zu beobachten waren in den IACC Yachten. (Insofern erschließt sich das auch nicht dem TV oder Bahn Zuschauer, der schnelle Schnitte oder zappen gewohnt ist) Man kann es mit Drachen genauso machen, da gebe ich Dir Recht, aber NUR was die Länge der Boote betrifft.

    Ich will mir noch kein Urteil über die kommenden Startduelle mit Multihulls bilden. Eventuell ändert der Veranstalter ja noch die Regeln ein wenig. Ganz bestimmt werden die Spitzensegler durch Training herausfinden, wie man den Gegner abstellt um selbst “easy” das Rennen zu gewinnen.

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  7. avatar Andreas Ju sagt:

    Dafür war 2010 aber unschlagbar öde. Oder sieht DAS jemand anders?

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  8. avatar Christian sagt:

    @Manfred: Je manövrierfähiger die Boote im Matchrace sind, desto mehr und schnellere Moves sind möglich, und umso spannender sind Matchraces. Als Faustregel kann das schon so gelten, oder? Nicht umsonst werden bei der World Match Race Tour keine Boote über 12 m eingesetzt (meist sogar deutlich kleinere). Und die AC5 sind im Vergleich dazu Schlachtschiffe.

    @Andreas: Als Matchrace wars 2010 total öde, technologisch war’s spannend. Leider nur bis zu ersten Rennen 😉

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  9. avatar wilfried sagt:

    @ christian,

    ich weiß nicht was 2010 technologisch spannend gewesen sein soll. Zwei Konzepte die völlig verschieden waren. Alle Experten wussten das Alinghi keine Chance habe würde. Letztendlich genauso spannend wie damals mit den Kiwis gegen den Kat-nämlich gar nicht. Udn ein Cup der ab der ersten Minute nicht mehr spannend ist und den man vorher als Laie technologisch eh nicht beurteilen konnte kann ja kein Erfolg gewesen sein. Glaubt mir,spätestens nach diesem Cup wird man wieder einen neuen Modus suchen. Ach ja und das Beispiel der C-Kats hinkt doch wohl gewaltig. Wo ist die packende Action, wo die Vorstartphasen. Entweder war einer drückend schneller oder die Konkurrenten sind schon vorher zerbröselt.

    Wilfried

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  10. avatar bowman sagt:

    @Christian: Der AC 2007 ENZ-Alinghi war wirklich spannend, in allen Rennen, mit Vorstartjagd durch die Zuschauerboote, zwei geplatzten Spis in zwei Minuten, spektakulären Crossings, Speedduellen auf demselben Bug, einem sensationellen Dial-down, einem 40Grad-Dreher auf dem letzten Schlag und einem Wimpernschlagzieleinlauf.

    @Wilfried: Aber der Louis Vuitton Cup 2007 war Langeweile ohne Ende. Alles andere ist Vergangenheitsverklärung. Zu gefühlten 95% hat der, der die rechte Seite gewonnen hat, auch das Rennen gewonnen – lag allerdings auch an Zeit und Ort: morgens erst nur Dunst, dann etwas Thermik und vielleicht Seebrise mit 2 bis 3 – oder auch gar nichts. Und wenn Seebrise aufkam, gab’s auf der rechten Seite entweder ‘nen Lift oder mehr Druck. Also – rechts war Trumpf und dem entsprechend langweilig wurden die Vorstarts – elend lange Dial-ups, auch mal mit Rückwärtsfahren und dann jeder wieder auf seine Seite. Interessant wurde es nur dann, wenn Spithill für Luna Rossa oder Jablonski für Desafio mal richtig aggressiv an die Sache rangegangen sind.

    Und die Langeweile hat sich auf der Bahn fortgesetzt – wer vorne war, blieb vorne, und das mit Abstand. Ich hab’s zur Sicherheit noch mal nachgeschaut: im Round Robin 2 war der Abstand im Ziel bei 44 von 55 Rennen 30 sek. oder mehr, in 25 Rennen sogar größer als 1 Minute, also ca. 300 m. Mit Ausnahme von ein paar Highlights war da wochenlang null Spannung. (Weshalb es auch bei uns im Fernsehen nichts mehr zu sehen gab.)

    @Manfred: Was den Start angeht, seh’ ich das genau so – Spithill & Co. wird schon was einfallen, wie sie sich positionieren. Da kann man nicht vorhersagen, dass keine Spannung aufkommt.

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  11. avatar wilfried sagt:

    @ BOWMANN

    für den Louis Vitton Cup hast Du recht was aber auch daran lag, dass die Leistungsunterschiede teilweise zu groß waren. Die andere Tatsache ist, dass die Jahreszeit für das Segeln in Valencia völlig falsch gewählt war und dadurch tausend Verschiebungen gebracht haben. Diese waren auch dafür Verantwortlich das keine Bilder gezeigt wurden nachdem bei den ersten Übertragungen nie ein Match stattgefunden hat. Das sollte man nicht auf die Bootsklasse schieben.

    Gruß Wilfried

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  12. avatar Christian sagt:

    @wilfried: 2010 haben hinterher alle vorher gewusst, dass der Tri schneller ist…. Im Vorfeld war das keineswegs so sicher zu prognostizieren. Hätte ja auch gut sein können, dass es den Tri zerlegt, wie 2003 Team NZL. Die Überlastsensoren haben ja scheint’s gut gepfiffen.

    Wie auch immer die Kats für 2013 einzuschätzen sind (ist ja alles Spekulatius derzeit): Erfreulich ist immerhin das Revier. Bei Starkwind macht das Zusehen selbst dann Spaß, wenn das Wendeduell nicht zentimeterknapp ausfällt.

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