AC World Series: Sir Ben Ainslie siegt spektakulär in Portsmouth – die Herzogin zeigt sich begeistert

Brillanter „Big Ben“

America's Cup, World Series, Sir Ainslie

Sir “Big Ben” Ainslie nach dem Sieg – auf Wolke sieben! © Jens Hoyer

Dieser Heimsieg war enorm wichtig: Der Segelritter zeigte zehntausenden Zuschauern und dem Königshaus, dass es für die Briten endlich wieder Chancen gibt, die „Kanne“ zurück zu erobern.

„Big Ben“ Sir Ainslie schwebt derzeit auf Wolke Sieben. Kunststück: Nur wenige Tage vor der ACWS-Regatta im heimischen Portsmouth kam Tochter Bellatrix auf die Welt. Und kurz darauf machte der viermalige Olympiasieger seinen Fans – darunter Kate und William, Herzogin und Herzog von Cambridge – in der „wichtigsten Regatta dieses Jahres“ (O-Ton Ainslie) mehr als deutlich, dass er in Sachen America’s Cup voll im Angriffsmodus segelt.

Vielleicht lag es aber auch am Namen seiner Tochter, dass der gestrige Sonntag in jeder Hinsicht ein erfolgreicher Tag für die gesamte britische Segelnation war. Denn die erst ein paar Tage junge Bellatrix wurde nach einer Kriegsgöttin benannt – offenbar auch, um dem britischen Landrover Team den nötigen „Schmackes“ mit auf den Weg zum America’s Cup zu geben.

America's Cup, World Series, Sir Ainslie

Tochter Bellatrix soll’s schon aufgrund ihres Namens richten. Doch zunächst soll mal nicht der “Cup” , sondern das Baby nach Hause gebracht werden. © lloyd images

Wie ausgewechselt

Nicht nur für Ainslie war dieses Wochenende im buchstäblichen Sinne „super“. Denn erstens gab es nach längerer Zeit mal wieder Tage, an denen es kein einziges Mal regnete und zweitens waren die Windbedingungen für die AC45-Foil-Katamarane schlicht perfekt.

Nach einem eher mäßigen ersten Rennen am Samstag – Sir Ben und Crew auf dem vorletzten Platz und ausgerechnet die Franzosen auf Rang 1! – schienen die Briten für Rennen 2 und 3 wie ausgewechselt und foilten souverän an die Spitze. Es baute sich also eine gewisse sportliche Spannung auf, die von den Briten, übrigens in den meisten Sportarten, höchst geschätzt wird.

So pilgerten am Sonntag weitere Tausende an die „Segelarena“ vor Portsmouth, um die spektakulären Duelle der America’s Cup World Series live mitzuerleben. Auch Herzogin Kate und ihr Gemahl William, beide erklärte Fans des Segelritters Ainslie, zeigten sich dem Volke und hatten bei diesem Mix aus PR- und Privattermin ganz offensichtlichen ihren königlichen Spaß.

America's Cup, World Series, Sir Ainslie

Immer in voller Konzentration vor jedem Flugmanöver – Sir Ben (achtern) auf Land Rover BAR © Jens Hoyer

Doppelte Punktzahl am Super-Sonntag

„Big Ben“ und seine Crew auf Land Rover BAR sorgten vom ersten Rennen an für beste Stimmung bei den Fans. Obwohl (oder weil?) ihnen die Amerikaner auf „ORACLE“ immer dicht im Nacken saßen, fuhren sie den Auftakt am Super-Sonntag („super“ auch, weil die doppelte Punktzahl bei den drei Rennen vergeben wird) souverän „nach Hause“. Ainslies Revierkenntnisse waren dabei mit Sicherheit von einem gewissen Vorteil und dass ihn die Fanmassen förmlich zum Sieg brüllten, wurde bei der Konkurrenz grinsend und schulterzuckend mit „That’s life in sports“ kommentiert. Auf Rang Zwei die Amerikaner, dann Emirates Team New Zealand, Softbank Japan, Artemis Racing und schließlich die Franzosen auf Groupama.

America's Cup, World Series, Sir Ainslie

Wie immer ging es eng zu auf den Kursen © Jens Hoyer

Im zweiten Rennen dominierten wiederum die Amerikaner: Nach einem guten Start blieben sie souverän an der Spitze des Feldes und machten deutlich, dass sie nicht umsonst Cup-Verteidiger sind und dies auch bitteschön in Zukunft bleiben wollen. Doch zwischen Softbank Japan, Team Emirates New Zealand und eben Land Rover BAR entwickelte sich schnell ein höchst spannender Dreikampf um Rang Zwei – den Sir Bens Ainslie unter wohlwollendem Applaus von Katie und dem Gejubel nicht ganz so blaublütiger Segelenthusiasten für sich und Great Britain entschied.

Härteste Widersacher

Was wiederum das dritte und letzte Rennen des Tages scharf würzte. Denn aufgrund der doppelt vergebenen Punktzahl konnte es an der Spitze für den Gesamtsieg an diesem Wochenende in Portsmouth richtig eng werden.

Wieder „flog“ ORACLE gleich in Führung und überließ Team New Zealand und Land Rover BAR somit den Kampf um den Wochenend-Sieg und somit die Gesamtführung in der Serie. Denn Ritter Ben und seine Mannen brauchten nur noch Rang 2, um beide Titel einzuheimsen. Was sie schließlich denkbar knapp schafften: Als sie um Haaresbreite vor den Neuseeländern die Ziellinie überquerten, stand Land Rover BAR als Sieger mit nur einem Punkt Vorsprung vor ORACLE fest (82/81 Punkte). Und die Segelnation Großbritannien stand kopf.

Entsprechend hauchdünn der britische Vorsprung nun in der America’s Cup World Series overall: Diese führen sie mit 367 Punkten vor ORACLE (366) an.

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Katie und William waren “amused” © Jens Hoyer

Zeit zu wachsen

„Es war ein brillanter Tag,“ kommentierte Sir Ben diesen Super-Sonntag. „Wir haben der britischen Segelnation vor der eigenen Haustüre wieder eine gehörige Portion Selbstbewusstsein gegeben und zudem gezeigt, dass wir auch fähig sind, mit den anderen AC-Nationen mitzuhalten.“

Dabei unterstrich der Ausnahmesegler, dass die Möglichkeit, die älteste und wohl auch hässlichste Sporttrophäe der Welt endlich nach Großbritannien zu bringen, durchaus möglich sei. „Dies ist kein PR-Geschwätz – die Chance besteht eindeutig, wir können die „Kanne“ nächstes Jahr erobern!“ jubelte er.

Schließlich hat Bellatrix bis dahin ja auch noch ein wenig Zeit, um als Glücksbringer für das Team zu wachsen und zu gedeihen!

Ergebnisse Portsmouth und overall

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Ben and the boys vor zehntausend Fans © Jens Hoyer

 

 

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Michael Kunst

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