SegelReporter Zeitreisen. 420er Regatta 1969 in Rastatt

Als 420er noch ohne Trapez segelten...

Die Schätze lagern auf dem Dachboden oder im Keller. Man findet sie beim großen Frühjahrsputz, Umzug oder Renovieren. Alte Super-Acht-Rollen mit Aufzeichnungen aus der Jugend. SegelReporter Andreas John fand ein Film-Dokument, das die frühe Blütezeit der 420er Klasse 1969 zeigt. Henry Sperling (Wattenschnack)  hat daraus einen Film für SR geschnitten.

John erinnert sich: “Das war damals am Goldkanal, einem Altrheinarm bei Rastatt südlich von Karlsruhe. Ganz großes Kino. Einmal im Jahr gab es diese richtig große 420er Regatta. Mein Vater und ich trauten uns nicht mitzumachen, weil da die Profis von weit weg (F für FRA) angereist waren.

Ich habe am Goldkanal das Segeln gelernt. Nichts Opti. Gleich 420er. Trainer war mein Vater und der war selbst Anfänger auf Jollen. Der Rest wurde von den “Cracks” abgeschaut. Trapez gab es nicht, aber dafür einen Wellenbrecher auf Deck aus Holz.

Auch der Großbaum war noch aus Holz. Unseren 420er mit dem Namen “Finally” haben wir mit aufblasbaren Rollen zu Wasser gelassen. Zwei Stück und den 420er drüber abgerollte, die frei gewordene Rolle dann ans andere Ende gebracht. Slipwagen hatte keiner. Es gab ein Paar im Club, die von allen genutzt wurden und ständig im Einsatz waren.”

Andreas John entwickelte sich nach seinen ersten Gehversuchen im 420er zu einem der besten Segler in Deutschland. Einer der Höhepunkte war 1985 der zweite Platz bei der Laser WM in Schweden.

Die 420er wurden damals noch ohne Trapez gesegelt. Seitdem hat sich die Klasse rasant entwickelt. Bei der diesjährigen Kieler Woche gingen 193 Schiffe an den Start. In der deutschen Rangliste sind 226 Teams gelistet. Um Weihnachten steht der aktuelle Höhepunkt an, die Weltmeisterschaft in Argentinien. Dafür haben sich 18 deutsche Teams qualifiziert.

Die fünf Besten der Ausscheidung waren Jens Marten/Mats Kampen, Julian Stückl/Adrian Hoesch, Malte Winkel/Lucas Thielemann, Tim Fischer/Marc Fischer und Gordon Nickel/Daniel Hoffmann.

Besonders bei wenig Wind werden aber auch der aufstrebenden Doppeleuropameisterin im Opti Paulina Rothlauf Chancen für einen vorderen Platz eingeräumt. In ihrer ersten 420er Saison landete sie bei der Deutschen Meisterschaft in Spandau im Feld der 102 Starter schon auf Platz zwei.

Klassenvereinigung

420er WM in Argentinien vom 27.12.10 bis 5.01.11

Das Video  zeigt, wie 420er heutzutage (2009) gesegelt werden. Mit Begeisterungsausbrüchen von Trainer Falko Bier inklusive Mastbruch:

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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

4 Kommentare zu „SegelReporter Zeitreisen. 420er Regatta 1969 in Rastatt“

  1. avatar Matti sagt:

    Unser 420er damals hieß “Spiegelei” – er war weiß-gelb. Auch ein Franzose: Lanaverre hieß die Fabrik glaube ich. Mann, das ist auch schon 35 Jahre her!

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  2. avatar bowman sagt:

    Wunderschön – und mit gelbem Ölzeug und orangen Westen.

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  3. avatar Karla sagt:

    Haben im Sommer auch in den Kisten gekramt und viele alte Fotos und Filme aus alten Zeiten (470, 420, Laser) gefunden. Wir haben herzhaft gelacht und uns fielen viele Situationen und wilde Aktionen von früher ein… Toller Abend!

    Unsere Kinder, auch alles Segler, konnten gar nicht glauben, wie das damals….war….

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    • avatar Jorgo sagt:

      Meine 420 Zeit (1970 – 77) war einfach Klasse. Trapez war da schon eingeführt und das war nach diesem ganzen fruchtlosem Piraten oder OK gehänge (bringt nix, wenn man knapp über 40 kg wiegt…) für mich genial. Gleiten an der Kreuz ….. was für ein Spaß. Das Boot war zu seiner Zeit hochgradig innovativ … leider nicht sehr langlebig.

      In Marseille wollte uns die französische Marine mal an die Kette legen, weil wir bei Mistral draussen trainiert haben. Kann halt unglaublich viel Wind ab, diese kleine untertakelte Jolle!

      Die Franzosen haben uns anfangs seglerisch ganz schön was vorgemacht. Das wurde erst besser, nachdem der damalige UNIQUA Sportwart Karl-Heinz Schade die geniale Idee hatte Trainings in Frankreich zu organisieren. Was für eine gute Idee!
      Ich grüße alle Ehemaligen!
      Jörg Gosche

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