America’s Cup: 3:8 Oracle holt weiter auf, Kiwis mit großem Pech

"Manchmal soll es einfach nicht sein"

Replay vom 13. America’s Cup Rennen:

Das Oracle Team USA hat an einem unglaublichen Renntag beim 34. America’s Cup den zweiten Matchball  abgewehrt. Erst half pures Glück als die Neuseeländer uneinholbar vorne lagen aber bei flauem Wind das Zeitlimit nicht schafften. Dann machten die Kiwis im einzigen gezählten Rennen des Tages ungewohnte Fehler. Es steht 3:8 .

Team New Zealand

Manchmal hat man kein Glück, dann kommt auch noch Pech dazu. Die Kiwis müssen kräftig durchatmen. © Jens Hoyer

Knapp drei Minuten fehlten den Neuseeländern zum Glück, um den 34. America’s Cup auf ihre kleine Insel zu entführen. Der Gegner Oracle war längst geschlagen, mehr als einen Kilometer lag er zurück, aber an diesem Tag hängt der Nebel so tief über San Francisco, dass er nicht nur die Sicht sondern auch die Luftbewegung nimmt.

Den High-Speed Katamaranen fehlt die Windenergie, um sieben Tonnen Karbon auf ihre Tragflächen zu heben. Sie treiben vergleichsweise flügellahm durch die Bucht. Auch die Computer können kaum noch helfen. Es kommt für die Taktiker darauf an, die dunklen Flecken auf dem Wasser richtig zu lesen, an denen man die Windböen erkennt.

Kiwi Fans in Extase

Kiwi-Taktiker Ray Davies gelingt das glänzend. Nach verlorenem Start überholt er die Amerikaner mit einem starken Manöver, versetzt tausende neuseeländische Fans an den Ufern von San Francisco in Extase und mag sich im Geiste schon vorgestellt haben, wie er die begehrteste aber wohl hässlichste Kanne der Welt in die Höhe stemmt.

Ben Ainslie

Ben Ainslie im Funk-Gespräch vor dem 13. Rennen. Holt er sich die entscheidenden Tipps von Coach Presti? © Jens Hoyer

Aber die Euphorie ist schnell verflogen, als Davies bewusst wird, dass er einen neuen Gegner hat. Die Zeit. Die Regeln geben bei vielen Segelregatten ein Zeitlimit vor, damit die Wettkämpfe ohne Wind nicht endlos dauern und bei absoluter Flaute ungerecht werden. Im Fall dieses America’s Cups sind es 40 Minuten. “Zur Mitte der letzten Vorwindstrecke wurde mir bewusst, dass es nicht klappen wird”, sagt Davies später.

Die Kiwi Fans an Land können es nicht glauben. Was für ein Wechselbad der Gefühle. Tränen fließen. Wie lange können sie das noch aushalten? Wie lange sollen ihre Nerven noch strapaziert werden?

Wendung des Schicksals

Solche Dinge passieren bei Segelregatten ständig. Die Segler haben unglaubliche Wendungen des Schicksals durch Wind und Wetter während ihrer Karrieren oft erlebt. Aber muss es bei diesem America’s Cup sein? So hadern auch die neuseeländischen Profis. “Es ist schon sehr frustrierend”, gibt Dean Barker nach dem Renntag zu.

Solche Ereignisse können eine Serie kippen lassen. Plötzlich glaubt man nicht mehr daran, dass die höheren Mächte auf der eigenen Seite stehen. Ob sich die Neuseeländer schon bei dem Rennen, das kurz nach dem Abbruch mit stärkerem Wind gestartet wird, davon haben beeindrucken lassen?

America's Cup

Die Neuseeländer finden durchaus Passagen zum Beschleunigen. © Jens Hoyer

Beim Start sieht es längst nicht danach aus. Dean Barker nutzt den Vorteil der linken Startbox-Seite. Er wehrt perfekt einen späten, hastigen Angriff von Spithill ab, der mit seinen Bugspitzen nur um Zentimeter den “Hook ” am Heck verfehlt, mit dem er am Vortag noch das Duell für sich entschieden hatte.

Die Neuseeländer gehen mit einer klaren Führung in das Rennen, vergrößern den Vorsprung zu Beginn des Vorwindkurses auf gut 170 Meter und wähnen sich erneut mit einer Hand an der Silberkanne. “Aber manchmal soll es einfach nicht sein”, sagt Dean Barker später.

Analyse von Rennen 13:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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47 Kommentare zu „America’s Cup: 3:8 Oracle holt weiter auf, Kiwis mit großem Pech“

  1. avatar Sailor sagt:

    Also die Reaktionen der Kiwis sind der Wahnsinn! Jeden morgen findet hier in Auckland am Hafen Public Viewing statt und wenn die Rennen bei uns um 8 starten steht Neuseeland still, alles ist verweist und irgendwie wirkt die Szenerie surreal. Natürlich wird das alles im öffentlichen Fernsehen übertragen, und die wirklich hartnäckigen eingefleischten Fans begeben sich auch schon um 6 Uhr morgens zum Public Viewing um die besten Plätze zu ergattern – Begründet! Der 34. Americas Cup entspricht dem Sommermärchen 2006 in Deutschland. Während des RennenEs breitet sich eine unheimlich emotionale Atmosphäre aus, nur ungern erinnert man sich beispielsweise an den panischen Aufschrei der Angst als ETNZ in der einen verhängnisvollen Wende zu kentern drohte. Es ist offensichtlich dass hier einige keine Ahnung vom Segeln und dem Drumherum in SanFran haben, aber dennoch unterstützen sie ihr Team aus Leibeskräften.
    Für uns ist dies ein einzigartiges Erlebnis, es gab schon unzählige “Gänsehaut-Momente” und umso mehr hoffen wir für ETNZ dass sie endlich dieses letzte Rennen gewinnen! Dieses kleine Kleine Land am anderen Ende der Welt hat soviel gegeben, fiebert mit Herz und Seele mit und hat es deswegen nur verdient endlich den Cup nach Hause zu bringen.
    Go for it Team New Zealand ! Eure Nation & die ganze Welt schauen nach San Francisco und drücken euch die Daumen!

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  2. avatar Lars sagt:

    Ich brauch noch Herztropfen.
    Go Kiwi, go.
    Holt euch endlich diese Kanne!

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  3. avatar Uli Huebner sagt:

    Den Kiwis wünsche ich den Sieg von ganzem Herzen. Erstens, weil sie und ihr ganzes Land den Sieg über den Milliardär verdienen. Und zweitens, weil ich überzeugt bin, dass die Kiwis als Defender den Cup endlich wieder auf seglerisches Normalmaß bringen. Die bisherige Flugshow ist zwar durchaus attraktiv, hat aber mit Segeln nur noch die Antriebsart gemeinsam.

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  4. avatar Ampere sagt:

    Zeit-Limit-Kurs?

    Eine Regatta-Leitung legt die Bahn so aus; dass er sicher gefahren und das Ziel erreicht werden kann: Kurse zum Wind, Länge der Bahnen. Ein Zeit-Limit erübrigt sich dabei von selbst. Die Wind-Verhältnisse werden einberechnet.

    Aber man kann mit Regeln die Schwächen oder Stärken von Teilnehmern unterstützen, wenn man das will.
    Einem Boot, das bei Schwach-Wind schwächelt, arbeitet so ein Zeit-Limit zu. Das Ziel wurde “für alle unerreichbar” eingerichtet.

    Das 11. Race war kein Flauten-Rennen, die Boote sind keine Renn-Schnecken. Da war gar nichts zu langsam.
    In der Regatta-Leitung sitzen Voll-Profis; die kennen jeden Trick.
    Die Fair-Play-Regel lautet immer: Eine dem Wind angemessene Bahn-Länge ist festzulegen.
    Wenn das kein Fehler der Regatta-Leitung war; was war es dann??

    Die Amerikaner konnten bisher weder mit Anstand ihr Boot vorbereiten, nach eine anständige Regatta-Leitung aufstellen, nach anständig den Cup verlieren.
    3-fach peinlich.

    Für mich haben die Neuseeländer im 11. Race den Cup gewonnen.
    Ich kann deren knappes Manöver mit Biss im 12. Race voll verstehen, schließlich sind sie Weltklasse-Segler, keine mittels Regeln dressierbaren Gäste eines Regatta.
    Ehre wem Ehre gebührt!

    ___/)__::::::
    ____/)__

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    • avatar andreas borrink sagt:

      Zugegeben, diese Gedanken kamen mir auch: War doch bester Wind, warum nicht zu Ende segeln?!

      Problem ist nur, dass die Regeln – auch Wind- und Zeitlimit – ja VORHER in Übereinstimmung mit den Herausforderern verabschiedet wurden. Da Schummelei zu Gunsten der Amis zu wittern ist schlicht Quatsch. Zumal dies meines Wissens das erste Leichtwind-Aufeinandertreffen war und es im Vorwege ja sogar hieß, OR müsste bei Leichtwind Vorteile haben!

      Siehe auch Windlimit: TNZ war ja gegen eine – an sich durchaus zu erwägende – Erhöhung, wohl wissend, dass mit jedem Knoten mehr Wind das Risiko steigt, ihr einziges Boot zu zerlegen……Manöver durchschaut, Larry, Jimmy!

      Dass OR nicht in Gang gekommen ist, lag übrigens ganz klar an einem viel zu tiefen Kurs nach dem ersten Fass, der keinen Strömungsaufbau erlaubte. Das Ding nennt sich “Apparent Wind Sailling” und es kommt im Finn nicht vor……..am Boot lag das nicht!

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      • avatar Olli sagt:

        Ja, sah für mich auch so aus, aber glaubst Du wirklich, daß die versammelte Kompetenz der Amerikaner nicht weiß, wie man einen Multi bei wenig Wind bergab fährt?

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        • avatar 12er Enthusiast sagt:

          Naja, es ist ja eher eine Söldnertruppe, denn von den 11 Mann an Bord ist ja nur einer Amerikaner. Aber ich fand es auch erstaunlich, dass diese höchstkarätige Truppe mit 5 (oder mehr??) Goldmedaillien an Bord, nur so schlecht mit dem Schiff bei wenig Wind umgehen kann – der Unterschied war extrem – insbesondere beim Überholmanöver der Kiwis – das war schon recht amateurhaft wie OT abfiel und immer langsamer wurde. anach war es auch nicht besser – und das bei Winden in denen man sehr viel aufholen konnte (oder eben verlieren).
          Mit inzwischen 3 abgebrochenen Rennen bei denen ETNZ jeweils vorne lagen und ohne die misglückte Wende mit der Beinahe-Kenterung könnte es auch 12:2 stehen…
          Go Kiwis, go – heute den Sack zu machen zur besten Sendezeit und Larry in Rente schicken.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Auch wenn ich kein TOUSA-Fan bin und auch die “Finale am Samstag Abend”-Argumentation irgendwie schlüssig ist, bestand diese Regel wohl schon von Anfang an. Außerdem wären 3 fehlende Minuten für ein geplantes Ergebnis schon ziemlich knapp.
      Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Entgegenkommen für die Medien ist um eine bessere Planbarkeit zu gewährleisten. Das Medieninteresse ist wohl noch nicht so “dominant”, dass die Sender (und Werbekunden) eine Spielzeitvarianz wie beim Tennis in Kauf nehmen.

      VG

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    • avatar stefan sagt:

      Es gibt aber auch eine Vielzahl von Regatten, die per fester Klassenregel eine Mindestbahnlänge für die Kreuz vorschreiben. Dort ist eine Verkürzung nur über die Zahl der Kuss möglich.

      Bezogen auf den AC von Gestern hätte das aber bedeutet, das es nach dem ersten downwind hätte ins Ziel gehen müssen. Ein Rennen ohne Kreuz? Was soll das denn bitte für ein Rennen sein?

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      • avatar E2nO sagt:

        Wird denn in den Regeln für den AC eine Mindestlänge für eine Bahn gefordert? Bei einem vereinbarten minimalen Windstärke von 3kt(!) für die Wettfahrten kann man sich die “minimal” erforderlich Streckenlänge ja an drei Fingern abzählen. Meines Erachtens hätte die Wettfahrtleitung bei den Windverhältnissen die Bahn heute in der ersten Wettfahrt um eine halbe Meile kürzen müssen.

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      • avatar polymorph-p sagt:

        vielleicht hätte man die Startlinie als Ziellinie nehmen können. Start, Down, Up, Ziel ???

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      Regatta Direktor Iain Murray erklärte heute Morgen zu dem Windlimit von 5 Knoten, dass es vor langer Zeit beschlossen wurde, als man auch noch nicht daran dachte, dass die Katamarane foilen.
      Wenn die Foiler bei wenig Wind ihre Unterwasser-Tragflächen in Verdrängerfahrt durchs Wasser ziehen, sind sie langsamer als zuvor berechnet. Deshalb haben die Kiwis das Zeitlimit knapp nicht geschafft.
      Erstaunliche aber interessante Erklärung, wie ich finde.

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  5. avatar Flipflop sagt:

    Bisher war OTUSA nur bei Windgeschwindigkeiten knapp am Windlimit konkurrenzfähig. Die ersten Rennen mit ETNZ Dominanz fanden alle deutlich unterhalb des Limits statt.
    Gestern war offensichtlich wenig Wind. Das hätte eine professionelle (und unparteiische?) Wettfahrtleitung entsprechend beim Auslegen des Kurses berücksichtigen müssen.

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    • avatar stefan sagt:

      Hast du mal in die Regeln des AC geschaut, was dort zu dem Thema steht?

      …dann würdest du solches hier nicht schreiben!

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  6. avatar Flipflop sagt:

    Was das Seglerische Normalmaß angeht: die Boote wurden früher absichtlich so ausgelegt, dass sie auf den Downwind Legs nicht gleiten und nicht weil die Designer zu doof waren.
    In einem Revier mit instabilen Windverhältnisssen hat das trailende Boot sonst beim Einfall von Böen einen riesigen Vorteil wenn es den Wind zuerst bekommt. Das führende Boot kann bei schnell anspringenden Designs oft überhaupt nicht verteidigen weil der andere längst vorbei ist bis der Wind auch beim Führenden ankommt.
    Wir haben schon früher Melges 24 zum Matchen absichtlich langsam gemacht indem wir die Asys durch Symmetrics ersetzt haben damit das Ganze schön strategisch und fair bleibt anstatt ein Würfelspiel zu werden wie es ansatzweise im letzten Rennen gestern zu sehen war.

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  7. avatar Flipflop sagt:

    Was ist Eurer Meinung nach wichtiger für den nächsten AC – fair oder spektakulär?

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  8. avatar Fockaffe sagt:

    … was hier rumgemault wird. Die Regeln (Zeitlimit) waren doch vorher abgemacht und klar. Was sollte die Wettfahrtleitung dagegen machen? Zeitlimit nicht eingehalten- Abbruch des Rennens. Das ist doch sonnenklar und allen Beteiligten bewusst. Deshalb: Kein Gemaule und Spökenkiekerei, sondern weiter auf die letzten Rennen freuen. Nehmt Euch ein Beispiel an der sportlichfairen Haltung von z.B. Dean Barker.

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    • avatar stefan sagt:

      …genau richtig. DB hat es in der PK gestern ja auch nochmal erklärt. Time limits sind normal für Regatten, die 40 min sind dem Format geschuldet um zwei Wettfahrten an einem Tag hinzubekommen und um ein mit dem TV abgesprochenes Format einzuhalten. Zudem haben alle Teams dem vor Beginn zugestimmt.

      Regeln sind Regeln!

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      • avatar Fockaffe sagt:

        Sind wohl nicht so viele aktive Regattasegler, die hier kommentieren. Ansonsten dürfte doch jeder schon erlebt haben, dass eine Wettfahrt mangels Erreichen der Mindestgeschwindigkeit “abgeschossen” wurde. Racing-Rule 32.1 (c) ISAF 2013/2016

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        • avatar Beate sagt:

          Man muss nicht Regattasegler sein, um Zeitlimits bei Rennen zu kennen.

          Allerdings dienen diese Zeitlimits meist dem Schutz der Beteiligten, damit zB ein Radfahrer nach Stunden nicht tot vom Rad kippt.

          Und auch bei Motorsport gibt es Zeitlimits aus _diesen_ Gründen. Da wird aber der Führende nach Abbruch als Sieger gewertet.

          Und das finde ich wesentlich fairer als ein komplettes Streichen der Anstrengung.

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        • avatar Flipflop sagt:

          In der Regel 32.1 (c) steht aber was ganz anderes…

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          • avatar Beate sagt:

            Dann sollte man über die Regeln nachdenken.
            Ich finde das unmenschlich.

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      • avatar Flipflop sagt:

        Was bringt es denn wenn angeblich 2 Rennen durchgezogen werden sollen von denen eins dann eh abgebrochen wird?
        Das ist unter dem Strich doch wieder nur eins und schade um die Zeit.
        Es ist ja auch nicht so, dass am Anfang 20 und am Ende 3 kts Wind gewesen wären. Dann würde man das Zeitlimit ja voll verstehen.
        Es geht ja darum, dass das Rennen von Anfang an schlampig angesetzt war und schon im Vorfeld stark damit gerechnet werden mußte dass es gar nicht zu Ende gesegelt werden kann. Das ist doch ein Armutszeugnis für die WL.

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  9. avatar Wilfried sagt:

    man kann lange lamentieren. Fakt ist, erst sollten die Kisten nicht foilen aber die Designer habens trotzdem hingekriegt. ‘Jetzt gibt es ein Zeitlimit das ohne Foilen gar nicht auf der Kurslänge zu schaffen ist. Man hat aber ein unteres Windlimit bei dem man nicht foilen kann. Also werden bei Leichtwind munter Rennen gestartet die nicht zu Enden gesegelt werden können außer man würde den Kurs verkürzen. Tut man aber nicht. Und das soll eine bessere mediale Aufbereitung sein? Und die Polizei bestimmt auch noch wann gesegelt werden darf.

    Dann hat man noch eine Bahn die wegen der Zuschauer nicht nach dem Wind ausgelegt werden kann. Highspeed Straßenbahnfahren ist ja immer noch medial geil genug. Ich finde entgegen meiner Erwartungen das matchen mit den Katamaranen gut- jetzt gebt ihnen auch ein vernünftiges Event. Der einzige Vorteil der momentanen Strategie – der Cup ist immer noch nicht vorbei.

    .

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    • avatar stefan sagt:

      …das mit dem “nicht foilen” hat sich anscheinend in den Köpfen festgesetzt 😀

      …fakt ist, alle haben vorzeitig gemeinsam über das foilen beraten. Alle, bis auf LR, waren dafür die technischen Notwendigkeiten für das foilen freizugeben. Dank LR wurden dann alle Kontrolltechniken zum foilen, bis auf das was es jetzt gibt, verboten.

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      • avatar Küstenschipper sagt:

        Ist klar. Der defender berät mit den anderen wie die Boote werden sollen. Das ist ac. Oracle hat mit dem damaligen cor mascalzone latino gesprochen, sonst mit niemandem und LR war zu der zeit noch nicht dabei. ML war gegen kontrolliertes Foilen

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        • avatar stefan sagt:

          …du hast recht, es muss natürlich ML und nicht LR heissen.

          …aber an den Regeln hat auch TNZ mitgeschrieben, das waren nicht nur OR und ML:

          http://www.sailingworld.com/blogs/racing/americas-cup/writing-the-rule?page=0,1

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          • avatar SR-Fan sagt:

            Wobei man hier doch – wenn ich mich recht erinnere – einen Herausforderer hatte, der überhaupt nicht auf Augenhöhe (weder finanziell noch leistungsmäßig) war. Böse Stimmen “unterstellten” ja, das sei absichtlich so um die Änderungen am Cupformat mehr oder weniger einseitig optimieren zu können.

            VG

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          • avatar küstenschipper sagt:

            Anders herum, der Typ der die Regel geschrieben hat, Gino Morelli, ist zu ETNZ gegangen nachdem er sie geschrieben hat.

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  10. avatar Uli Huebner sagt:

    Mit “seglerisches Normalmaß” meine ich Boote, deren Bau- und Betriebskosten es zulassen, dass eine Anzahl von z.B. zehn Herausforderern zustande kommt.

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    • avatar AC sagt:

      die Idee mit dem überschaubaren Budget funktioniert ja jetzt beim VOR auch super, können sich vor Meldungen kaum retten…
      Die Kosten müssen sicher reduziert werden, aber nicht um jeden Preis, wir wollen ja nicht die alten Bleitransporter wieder ausmotten. 45er auf foils und los geht´s.

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      • avatar Flipflop sagt:

        45 ft ist dem AC als Königsklasse wohl eher nicht angemessen. Das VOR wird ja jetzt auch nicht auf Class 40s gefahren obwohl das gehen würde. Ein bisschen Prestige muss schon gewahrt werden sonst bleiben die Sponsoren aus.

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        • avatar AC sagt:

          sehe ich genau so, aber alles kann man nun mal nicht haben. Prestige gibt´s ja selten zu Discounter Preisen. Ich muß aber auch keine 10 Teams sehen, von dene 6 eh nicht konkurrenzfähig sind. Das mit dem VOR war übrigens ironisch gemeint, dass funktioniert nämlich gerade nicht.

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      • avatar stefan sagt:

        …zudem: Einheitsklasse widerspricht dem Geist des AC, der ja von Beginn an auch ein Technologie-wettstreit (zwischen Nationen) seien sollte. Es wird also in jedem Fall auf eine Box-rule oder Konstruktionsklasse hinaus laufen.

        …und zu glauben, das ein AC-Projekt in unserer heutigen Zeit günstiger wird, nur weil die Boote kleiner sind, ist reichlich naiv. Auch für ein 50 oder 60ft Boot kann man viele Mio ausgeben um das Boot in allen Nachkommastellen zu optimieren.

        …ich finde auch nicht dass der AC (der ja die Krone des Segelsports representieren soll) an sich teuer ist. Was sind den die 200 Mio $ die OR in den letzten 4 Jahren für diesen aktuellen AC ausgegeben hat? 50 Mio $ pro Jahr für ein Projekt mit 200 Mitarbeiter (und das sind nur die, die offiziell auf der Teamwebsite vorgestellt werden).

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        • avatar Flipflop sagt:

          Korrekt – die Entwicklungskosten sind der KO Faktor nicht die Baukosten…

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          • avatar stefan sagt:

            …und die Entwicklungskosten enden ja nicht, wenn das Rennen beginnt. Denn während des Rennens und in der Nacht und den Tagen zwischen den Rennen geht die Entwicklung weiter. Da werden die Rennen bis in jede Millisekunde zerlegt und über die Daten analysiert. Aus den Ergebnissen werden dann Mensch und Gerät optimiert. Da werden von den über 30 Leuten im Design- und Performanceteam bei OR in den letzten 14 Tagen wenig Ruhe und Schlaf das Thema gewesen sein.

            …das sind die Unterschiede zu einem VOR, bei dem längst nicht so viel optimiert wird. Mir ist jedenfalls kein VOR-Team bekannt, das 30 Design Ingenieure und 120 Bootsbauer/Shore-Crew beschäftigt.

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        • avatar 12er Enthusiast sagt:

          ..wenn 200 mio US$ nicht teuer ist, mußt DU ja einen guten Hintergrund haben und wirst sicher für den nächsten Cup für Deutschland die Schatulle aufmachen … Wir freuen uns alle schon sehr drauf, denn Du weißt auch zu jeder Frage eine Antwort.

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  11. avatar aquarius sagt:

    Ich habe es als nicht in Ordnung empfunden, dass das ETNZ für ein astreines Rennen mit einer lupenreinen Leistung nicht belohnt wurde, aus welchen Gründen auch immer. Und ich habe den Eindruck, dass ganz, ganz viele Menschen das ebenfalls so empfunden haben.
    Wenn man die Segelsportart mit diesem medialen Spektakel populär machen will, muss man über den Tellerrand schaut, so wie Beate es getan hat, und die Regeln so ändern, dass das Ergebnis nachvollziehbar ist. ETNZ hätte trotz Abbruch durch Zeitlimit als Sieger gewertet werden müssen.
    Das für das Fernsehen ein Zeitlimit erforderlich ist, ist verständlich.
    Der Regattaleitung zu unterstellen, sie habe absichtlich die Strecke zu lang ausgelegt, ist nicht zielführend. Genauso wenig, wie den Konstrukteuren vorzuwerfen, sie hätten die Foils so ausgelegt, dass die Boote zu schnell wurden.
    Nein, um die Vergleichbarkeit zu anderen Sportarten herzustellen, muss die Regel zukünftig lauten, dass bei Abbruch durch Zeitlimit der Führende als Sieger zu werden ist!!!
    Ich wünsche mir für heute Abend eine faire Entscheidung – in jeder Hinsicht!

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    • avatar polymorph-p sagt:

      Das trifft den Nagel auf den Kopf.

      Es geht nicht darum, dass ein paar “hardcore freaks” kapieren wie das Spiel läuft sondern darum, dass eine
      möglichst große Zahl von “Nichtseglern” ein Erlebnis dabei hat sich Segeln anzuschauen.
      Oder glaubt hier jemand, dass die Zigtausend Formel 1 Zuschauer in Ihrer Freizeit Rundstreckenrennen
      fahren? (Blödes Rasen auf der öffentlichen Straße meine ich damit nicht)
      Und die meisten Fußballfans sehen auch kaum so aus als ob sie eine Umrundung des Stadions zu Fuß überhaupt schaffen würden.
      Wenn ich allein sehe wie hier erklärte Nichtfachleute abgebügelt werden weil Sie eben “naive” Fragen stellen
      wird mir einmal mehr klar, dass Segeln von einem Mediensport noch weit entfernt ist. Und daran ändert auch
      ein LE mit seinen Egotrips rein gar nichts.

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  12. avatar polymorph-p sagt:

    UPDATE: 0845 hours

    Today’s forecast is for a southerly wind. It is not possible to set a racecourse for this wind direction. If the wind is southerly at race time, racing will be postponed until the wind shifts west with the passing of a front. The westerly, when it comes, is forecast to be 16-19 knots.

    Ja dann muss man halt die Tribünen umsetzen oder die Kameras.

    Mein Gott ist das alles krank!

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