America’s Cup: Artemis AC72 gekentert – Olympiasieger Andrew Simpson ist gestorben

Unglück in San Francisco

Artemis, der schwedische Challenger of Record hat sich beim Training mit seinem AC72 überschlagen. Der Starboot Olympiasieger Andrew Simpson war unter dem Schiff gefangen und ist ertrunken.

Der gekenterte Artemis AC72

Der gekenterte Artemis AC72 in der Bucht von San Francisco.

Artemis hat in der Bucht von San Francisco einen schweren Trainingsunfall erlitten.  Der modifizierte AC72 Katamaran überschlug sich mit zwölf Mann an Bord bei starkem Wind von 22 Knoten und Böen mit 31 Knoten. Das Unglück soll auf klassische Weise passiert sein, als der Zweirumpfer von einem Amwind- auf einen Vorwindkurs abfiel. Im Oktober 2012 war das Oracle Team USA auf gleiche Weise  gekentert.

Die vordere Querverbindung des Katamarans ist gebrochen. Dabei ist noch nicht klar, ob dieser Bruch der Grund für die Kenterung war, oder ober er nach dem Überschlag zerstört wurde. Der Brite Andrew Simpson (36) Simpson befand sich jedenfalls im hinteren Teil des Schiffes, wo die Katapultwirkung am größten ist, wenn das Schiff mit den Bugspitzen im Wasser abstoppt.

Zehn Minuten unter dem Trampolin

Der Artemis-Stratege soll zehn Minuten unter dem Trampolin des 22 Meter langen und 14 Meter breiten Schiffes gefangen gewesen sein. Ob er eine Tauchretter-Flasche bei sich hatte, wie sie die Neuseeländer und Amerikaner am Körper führen, ist noch nicht bekannt.

Die Luft hätte auch kaum ausgereicht. Sie soll zwar 30 Atemzüge bereitstellen, im Stressfall aber möglicherweise auch nur vier. Das System funkioniert auch nur, wenn der Segler nach dem Sturz bei Bewusstsein ist.

Nach der Bergung von Simpson wurde 20 Minuten lang versucht, ihn am Steg wiederzubeleben. Dann ist er in ein Krankenhaus eingeliefert worden, konnte aber auch dort nicht mehr gerettet werden.

Der Starboot Olympiasieger Andrew Simpson starb bei der Artemis Kenterung

Der Starboot Olympiasieger Andrew Simpson starb bei der Artemis Kenterung. © RYA

“Das gesamte Artemis Racing ist am Boden zerstört nach diesem Unglück”, sagt Artemis CEO Paul Cayard. “Unser inniges Beileid gehört Andrews Frau und Familie.” Der Brite hinterlässt seine Frau und einen kleinen Sohn.

Andrew Simpson war ein hochdekorierter Olympiasieger. An der Starboot-Vorschot von Iain Percy hatte er 2008 Olympiagold und 2012 Silber gewonnen. Percy ist selber eines der wichtigsten Artemis Mitglieder. Er hatte Simpson erst im Februar 2013 zum Team geholt und mit ihm  Ian Jensen, den australischen 49er Olympiasieger Vorschoter von Nathan Outteridge.

Nach dem Ausschluss des Starbootes aus dem Olympiaprogamm für Rio stand Simpson, der selber 2003 WM Bronze als Finn-Dinghy Steuermann gewonnen hat, vor einer schwierigen Zukunft. Mit der Berufung zum America’s Cup ging dann aber ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Zuvor waren seine Versuche, in das Profi-Lager zu wechseln mit dem Ausstieg des britischen America’s Cup Team unter der sportlichen Leitung von Iain Percy und Ben Ainslie gescheitert.

Artemis auf dem Holzweg

Das Artemis Team des schwedischen Öl-Millardärs Torbjörn Tornquist hatte seinen ersten AC72 Katamaran stark modifiziert, seitdem klar war, dass sich das Design-Team auf einem Holzweg befand. Vergleichsfahrten mit dem Oracle Team USA ergaben einen deutlichen Speed-Nachteil.

Das Artemis Design Team verzichtete bei seinem ersten Katamaran Neubau im Gegensatz zu den drei Konkurrenz-Syndikaten Oracle, Emirates Team New Zealand und Luna Rossa bewusst auf die revolutionäre Tragflügel-Technik.

Aber nach dem Eingeständnis des Fehlers wurde der US-Skipper Terry Hutchinson entlassen und das Design des in Schweden gebauten zweiten AC72 Katamarans komplett überarbeitet. Teamchef Paul Cayard kündigte an, nun ebenfalls auf Tragflächen zu setzen, die das Schiff aus dem Wasser heben.

Der jetzt gekenterte Katamaran wurde umgearbeitet, um sich der neuen Technik anzunähern. Es war aber klar, dass sich das Schiff nicht komplett aus dem Wasser heben lassen würde. Der Lift durch veränderte Schwertprofile sollte aber so stark sein, dass die Rümpfe über die Wasseroberfläche streichen könnten.

Neuer Artemis Katamaran steht bereit

Der neue Katamaran, der am 7. Mai aus Schweden in der Artemis Basis angekommen ist, soll Anfang Juni in Betrieb genommen werden. Das sogenannte Foilen wird durch eine andere Konfiguration ermöglicht. Es ist aber klar, dass Artemis durch die falsche Design-Strategie viel Zeit verloren hat, die kaum noch aufzuholen ist.

Bis zum Start des Louis Vuitton Cups am 7. Juli bleibt kaum ein Monat Zeit, um das neue Boot zu testen. Die Crew übte zuvor das Tragflächen-Segeln auf einem umgebauten kleineren AC45 Katamara und zeigte auch gleich im Video, wie schwierig das ist.

Dass der AC72 Katamaran bei Starkwind mit Böen über 30 Knoten auf der Bucht in San Francisco gepuscht wurde mag auf darauf hindeuten, dass das Team nun größere Risiken eingehen muss, um irgendwie noch einen Anschluss an die Konkurrenz zu bekommen. Der Verlust des Bootes mochte nicht so schwer wiegen, da alle Hoffnung auf dem zweiten Schiff ruhte.

Es ist noch nicht klar, wer den Artemis Kat gesteuert hat. Nach dem Rauswurf des erfahrenen Skippers Terry Hutchinson wechselten sich der junge heiße 49er Olympiasieger Nathan Outteridge (27, AUS) und der erfahrene Um-die-Welt-Weltrekordler Loick Peyron (53, FRA) ab.

Wiederbelebungsmaßnahmen am Steg Artemis

Wiederbelebungsmaßnahmen am Steg.

Der zerstörte Artemis Katamaran.

Der zerstörte Artemis Katamaran.

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Carsten Kemmling

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36 Kommentare zu „America’s Cup: Artemis AC72 gekentert – Olympiasieger Andrew Simpson ist gestorben“

  1. avatar Leon sagt:

    Shit just got real.

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    • avatar Leon sagt:

      Mein Mitgefühl an Familie, Freunde und an Artemis Racing…
      Ich habe es befürchtet, aber ich hätte mir gewünscht das ich mich irre…
      Versteht mich bitte nicht Falsch, ich bin ein großer Fan des AC!

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  2. avatar Stefan sagt:

    Stefan sagt:
    17.10.2012 um 10:34

    Überrascht, irgendjemand?

    Nichts hinzuzufügen.

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    • avatar Stefan sagt:

      …ja, ich bin zum Glück immer noch überrascht wenn Menschen sterben!

      …und wer meint solche Vorfälle für polemische Bemerkungen zu gebrauchen, der hat meine Bemerkung die ich mir hier nur schwer verkneifen kann, nicht verdient!

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      • avatar Der eigentliche Stefan sagt:

        Locker bleiben, Namensvetter.
        Ich habe mich selbst zitiert. Komisch, wenn jemand nicht weiß, was er n i c h t gesagt hat…

        Und hinzuzufügen hätte ich doch noch was.

        Wenn ein gewisser Lawrence Joseph Ellison nur eine Spur von Arsch in der Hose hat, zückt er jetzt das Portemonnaie, zahlt den Konkurrenten ihre bisherigen Kosten, bläst dieses idiotische Spetakel ab und bleibt für eine Weile besser ganz still auf seinem Inselchen.

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        • avatar Stefan sagt:

          Halt doch einfach die Schnauze!

          …das ist hier jetzt echt nicht angebracht. Manchen Menschen fehlt es einfach Erziehung!

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          • avatar Der eigentliche Stefan sagt:

            Letzterem werde ich dadurch abhelfen, daß ich einen Nachdruck meiner Erstklässlerfibel mit dem Titel “Lesen u n d verstehen” zu Deinen Händen an die Redaktion schicke. Nix zu danken.

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  3. avatar rodeo sagt:

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  4. avatar Chris sagt:

    Schreckliche Katastrophe für die ganze Seglerfamilie (nur ganz kurz: Nathan kommt aus Australien.)

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  5. avatar Alex sagt:

    Bevor man einen Kommentar veröffentlicht sollte man gut überlegen ob man den auch veröffentlichen würde wenn darunter der eigene, komplette Name und die Anschrift stehen.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Meinst Du inhaltlich oder wegen etwaiger Tippfehler?

      VG

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      • avatar Alex sagt:

        Inhaltlich 😉

        Hatte ich ja schon mal geschrieben, eigentlich wollte ich ja Lektor werden aber die bei der Berufsberatung haben mir davon abgeraten. Ich hab nur bis heute nicht verstanden weshalb. 😉

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        • avatar SR-Fan sagt:

          Nee – da hast Du mich miss(t)verstanden 😉
          Ich habe das nicht auf Deine Beiträge gemünzt. Im Hinterkopf war eher ein Beitrag im Nachbar-Thread “Unfassbar”, der vom grundlegenden Gedanken zwar gut war, sich aber durch unzählige Schreibfehler extrem schlecht erfassen ließ.

          Ich bin da bestimmt auch kein Waisenknabe, trotzdem denke ich, man sollte auch im Eifer des Gefechts die eigenen Ergüsse noch mal durchlesen – vor dem Absenden.

          VG

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          • avatar SR-Fan sagt:

            Hehehe – und da war er schon, der Chorknabe … ähhh oder wars doch der Knappe 😉

            VG

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  6. avatar josh sagt:

    Es ist sehr traurig dass jemand gestorben ist, aber in der hinsicht nicht verwunderlich. Das Boot wurde umgbaut und zwar so wie es nicht vorgesehen war. Damit kommen Kte auf die es nicht halten kann. Das kommt davon wenn man so viel Geld reinsteckt um die beste Technik zu haben, nur um zu gewinnen. Dieser traurige Vorfall sollte den Regattaveranstalter als Zeichen gelten, wieder auf gute alte Einrümpfer umzusteigen, damit alle Boote möglichst gleich sind und das beste Team gewinnt. Das hätte mehr mit Segeln zu tun.
    RIP Nathan, mein Beileid an deine Familie und Team Mitglieder.

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  7. avatar Alex sagt:

    Ein sehr tragischer Unfall aber Vorherseebar?
    Zumindest hat man bei den Teams mit so einer Gefahr gerechnet.
    Ich weiß jetzt nicht ob alle Teams da mittmachten, aber in Neuseeland hat man die Segler mit Flaschen ausgerüstet und diesen Notfall trainiert.
    Ich gehe davon aus, jedem Segler war diese Gefahr bewusst und er hat sie demnach auch billigend und in seiner Verantwortung in Kauf genommen.

    Dass den AC Gegner dieser traurige Unfall in die Karten spielt und er gleich dazu verwendet wird um Gegenstimmung zu machen?

    Wer gleich nach Schluss mit dem AC schreit, der soll aber bitte konsequent sein.
    Kein VOR 70 bzw. 60 mehr. Keine F1 mehr. Weg mit dem Bergsteigen. Stopp mit Radrennen.
    Und die Liste kann beliebig verlängert werden.

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    • avatar Schärenkreuzer sagt:

      … vielleicht nicht der beste Zeitpunkt Grundsätzliches zu diskutieren… aber dennoch:
      entgegen Deiner Auflistung hat dieser AC meiner Meinung nach nix mehr mit Segeln zu tun…
      Man kann sehr wohl diese AC Exzesse, die jetzt einen tragischen Höhepunkt erfahren haben,
      vom -ebenfalls nicht gerade ungefährlichen- “schnellem Tourensegeln” a la VOR unterscheiden.

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      • avatar Alex sagt:

        Sorry, aber diese Art der Fortbewegung ist nun mal segeln.

        Persönlich sehe ich den sportlichen wert vom AC auch eher auf den hinteren Rängen. Aber das ist nun mal der AC der in erster Linie glänzen und beeindrucken will, man kann es auch Längenvergleiche von Superreichen nennen und nicht die 505 WM. Da schaut man nicht hin weil man großen Sport erwartet sondern weil wir spannende Bilder sehen wollen.

        In diese Liste gehören nun mal alle Betätigungen, die nicht unbedingt zum Erhalt der Art dienlich sind und da gehört Segeln, wenn nicht zur Nahrungsbeschaffung, dazu.

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  8. avatar GER1692 sagt:

    Wer immer am Ruder stand wird höchstwahrscheinlich seines Lebens nicht mehr glücklich.

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  9. avatar Alex Hagen sagt:

    ich denke , diese Sachen passieren und sind schon immer passiert. Und man muss nicht denken, dass diejenigen die sich auf so einen Katamaran begeben, sich nicht ihrer Gefahr bewusst sind (sie hoffen nur , dass es nicht sie selbst trifft). Ein großer Teil der Menschheit begibt sich gerne in eine gewisse Gefahr aus Abenteuerlust, ich gehöre auch dazu (Starboot und Lasersegeln sind noch das Harmloseste , was ich je gemacht habe). Die Medien und IOC forcieren das., übrigens auch die ISaF , indem sie immer schnellere und gefährliche Boote ins olympische Programm aufnimmt.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, dass es ein Mädel bei den 49ern SX erwischt, oder bei den mixed Kats, aber, würde man es seiner Tochter verbieten ?
    Die Motorradhersteller hatten sich einmal auf die Leistung von 100 PS beschränkt. Jetzt sind sie bei 200 PS und regeln bei 270 (zweihundertsiebzig) kmh ab.
    So richtig doll gefährlich ist Segeln eigentlich erst im Offshorebereich , wo nachts und durch jedes Wetter gesegelt werden muss.
    Wäre das Starboot noch olympisch, dann wäre Bart jetzt nicht auf so einer Kiste herumgeturnt und säße glücklich bei seiner Familie . . . . .

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    • avatar Wilfried sagt:

      Absolut richtig und kaum noch zu ergänzen. Wer, wie es auch immer passiert, Bewusstlos über Bord geht hat sehr schlechte Karten. Das an den AC 72 aufzuhängen ist Verdrängung. Wir segeln alle die Wettfahrten und auch Trainings nicht mit Ohnmachtssicheren Westen die unter dem Trampolin auch nicht geholfen hätten. Ob wir uns immer des Risikos bewusst sind weiß ich nicht. Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Wir sollten uns jeder Besinnen und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Es als Vehikel zu nutzen den Sinn des AC und der Katamarane in Frage zu stellen ist an dieser Stelle und zu dieser Zeit einfach nur unapssend.

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      • avatar Uwe sagt:

        Absolut falsch, denn der verwendete Bootstyp birgt wesentlich höhere Gefahren als die zuvor verwendeten Kielboote und ist für den tragen Tod Andrew Simpsons verantwortlich.
        Man denke bloss einmal an die enormen Kräfte, des 40m hohen Riggs, die bei bislang unvorstellbaren Geschwindigkeiten auftreten und den Kat stolpern lassen oder auch nur an die Fallhöhen bei 22m oder 14 m bei einer Kenterung.
        Der Veranstalter des Spektakels ist daher mitschuldig !

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        • avatar Oh, nass is sagt:

          Ich hab mich schon gefragt, wann wird Neumann endlich merkwürdige Beiträge schreiben und seine Werbeoffensive starten, damit man auf seine Seite klickt?!

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          • avatar Uwe sagt:

            Nonsense, denn das Gegenteil trifft zu.
            Ein NO-Follow-Link hier bei SR nützt mir nichts.
            Um meine Webseite voranzubringen schreibe ich inzwischen mehr auf der eigenen Seite, da dies von Google honoriert wird und hier nur noch in Ausnahmefällen

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  10. avatar dubblebubble sagt:

    An anderer Stelle ist zu lesen, daß die Artemis in Fahrt auseindergebrochen ist und erst dann kenterte. Das Boot hatte offenbar schon länger mit konstruktiven Mängeln zu kämpfen und eine entsprechende Werfthistorie. Andererseits muß man sich schon fragen ob so ein filigraner Leichtbau-Racer 7er Böen und Welle ausgesetzt werden kann. Der gigantische Flügel – stets “ungerefft” – wird da gewaltig an Rigg und Plattform zerren.

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  11. avatar SR-Fan sagt:

    Ich möchte die Tragik des Unfalls auf keinen Fall herunterspielen. Allerdings sollte man bei der (Vor-) ver/beurteilung – denn nichts anderes ist das bei der dürftigen Informationslage – des Unfalls schon berücksichtigen, dass es sich um professionelle Segler handelt. So eine Americas-Cup-Kampagne ist kein Zwangslager. Da fließt ne Mange Geld und die Teilnehmer können sich frei entscheiden ob sie die “Ehre” annehmen und damit das neue Konzept unterstützen.
    Ich würde mich auch nicht trauen mit einem Pulk gedopter Gegner auf nem Drahtesel mit 80km/h die Pyrenäen hinunterzustürzen. Andere sehen gerade darin den Inhalt Ihres Lebens und nehmen dafür (zwangsläufig) das höhere Risiko in Kauf.

    VG

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    • avatar Oh, nass is. sagt:

      “Gedopte Gegner”?!

      Genau hier liegt auch das Problem im Sport für mich!

      Ist das oft noch Sport oder doch bloß noch Irrsinn? Wenn man auf den Radsport zurückblickt erinnert man sich an einen Haufen gedopter Lügner, die frech überall ihre Unwahrheit verbreiten und nachdem sie aufgeflogen sind, zum Schluß sogar das noch vermarkten in peinlichen TV-Auftritten. Ich mein, ist das alles noch Sport oder eine andere Form von Extremismus, wo nur noch der Erfolg zählt, egal für welchen Preis und den Menschen den Charakter nimmt. Der Segelsport ist gerade auf einem ähnlichen Weg wie es der Radsport war. Zu Verdanken haben wir diesen Profisportextremismus wohl der ehemaligen DDR, die es nicht schaffften, mit ihrer Wirtschaft und ihrem System zu Ruhm und Ehre zu gelangen, sondern dafür den gedopten Profisport erfanden, aber im Gegenzug Volkssportstätten vergammeln ließen. Toller Sozialismus. So ähnlich ist es grad im Segelsport. Alles für die Profis und den Hobbysport vergammeln lassen. Für mich ist Leistungssport nichts anderes als eine Form von Extremismus, wie es die ein oder andere Religion ist oder extreme Randparteien, die ihre Ziele verfolgen, egal für welchen Preis und ohne darauf zu achten, was für Menschen und Landschaften sie erzeugen oder hinterlassen. Extremismus ist ein Hauptübel unserer Gesellschaft, egal in welcher Form er auftritt.

      Der Segelsport hat seine öffentliche Darseinsberechtigung augenblicklich wohl in erster Linie durch das Eintreten von Skandalen oder Tragödien. Anders schafft man es noch nicht, zu Aufmerksamkeit zu gelangen.

      Jetzt hat er endlich wieder einen Richtigen und schafft es sogar in die Nachrichten. Da werden sich ne Menge Vermarkter wohl die Hände reiben.

      Ich persönlich kann den ganzen Scheiß nicht mehr sehen. Egal, ob es der kranke AC ist, die komischen Formate überall, Olympia und die Überprofessionalisierung, was nur höhere Kosten fürs Material und Startgelder dem Sport brachte und das extreme Auseinanderdriften von Profi und Hobbysport herbeigeführt hat, was dem Sport in seiner Gänze imens geschadet hat, weil das seglerische Klientel einfach begrenzt ist, oder die Klassenvielfalt, wo jeder mal kurz sein Boot als die seglerische Zukunft einbauen kann bei neuen Events ohne das es von einer breiten Masse angenommen wurde oder der ganze neue Vermarktungsquatsch bei uns mit Nationalmannschaft, Bundesliga, Award, etc., was nur Schlagwörter sind, um Gelder locker zu machen, aber nicht drinsteckt, was draufsteht und auch keinen wirklich interessiert.

      Es war mal ein schöner, einfacher Sport. Erstaunlich, in welch kurzer Zeit davon bald nichts mehr übrig ist. Über hundert Jahre funktioniert der Sport perfekt und harmonisch als Randsportart ohne Medienaufsehen. Und nur weil ein paar Freibiergesichter mit dem Sport Geld verdienen wollen, egal um welchen Preis für den Sport in seiner Breite, und nun auch können, wird er innerhalb kürzester Zeit bald bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Wirklich schade, daß es Sponsoren gibt, die ihr Geld für Null Werbewirksamkeit rausschmeißen und diese Entwicklung im Segelsport so zugelassen haben. Segeln hatte mal sowas herrlich Beständiges und Normales als Sport zu bieten. Nun ist es dieselbe Scheiße wie überall, wo sich Kulturen so lange immer höher, schneller und weiter zu neuen Horizonten aufmachen, bis sie an ihrer eigenen Dekadenz zu Grunde gehen. Doping ist auch hier sicher nicht mehr weit, wenn nicht schon vorhanden und für Wettfahrtleitungen und Organisation wird man wohl bald blechen dürfen nach dem Vorbild der bald eingeführten Bundesliga. Und in den Verbänden sitzen nur Abnicker und Leute die das auch noch unterstützen und froh sind, daß ihnen andere ihre Arbeit abnehmen.

      Mann sieht ja auf Segelreporter wie sehr dieser Tod hier ausgeschlachtet wird. Alle Artikel in Kombination mit dem Tod, auch hier, wo man dann über die Foils Strategie philosophiert und wann das neue Boot eingesetzt wird und um alte Artikel rund um den AC mit einzuflechten. Klar, so einen Tod muß man nutzen. Vielleicht hilft er dem Segelprofisport endlich zum Durchburch.

      Ich bin endgültig raus. Mein letzter Segelreporter-Anklicker.

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      • avatar Backe sagt:

        Ja, du hast völlig Recht. Ich wollte letztes Wochenende auch segeln gehen. Und da rief dann Larry Ellison, das ZDF und Carsten Kemmling bei mir an und haben mir das doch glatt verboten. Die haben gesagt, wer keinen AC72 hat oder kein Doping a la DDR betreibt und auch sonst nichts zum Untergang des ehrlichen Segelbreitensports wie vor hundert Jahren beizutragen hätte, tja, der müsste eben an Land bleiben.

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      • avatar Alex sagt:

        Du verdrehst da was.

        Es wird nicht etwas gestartet oder darüber berichtet und man hofft der Masse gefällt das.
        Die Masse will unterhalten werden und was sie unterhält wird gestartet und es wird darüber berichtet.

        Unsere Epoche ist da noch harmlos wenn man an das alte Rom denkt, aber letztendlich sind wir dafür verantwortlich was läuft.

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      • avatar Alex sagt:

        Übrigens, Deine Einstellung ist ebenfalls eine Form von Extrmismus.

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      • avatar jippeah sagt:

        die DDR ist schuld….:=)….Oh, nass is…..glorreicher hätte dein SR- Abschied nicht sein können. Auch wenn ich noch nicht ganz daran glaube.

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  12. avatar Felix sagt:

    Leider ist dies nicht der erste tödliche Unfall beim AmericasCup Training: bereits 1903 kam auf der Shamrock 3 ein Segler namens Collier nach einem Mastbruch ums leben (er ertrank im Solent –Lipton brach sich die Hand ). Die alten Js waren beruechtigt fuer brechende Masten und stellten damals einen aehnlichen Sprung dar wie heute die 72er.

    Dies aendert jedoch nichts ander Tragik die sich gestern in der Bay abgespielt hat und ich bin sicher, dass man mit neuen Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Begleitboote mit Tauchern) reagieren wird. Das aus der Katamarane wird dies (gluecklicherweise) jedoch nicht bedeuten.

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  13. avatar jorgo sagt:

    Als erstes überwiegt das Mitgefühl und der Schock!

    Der Vergleich mit den Radfahrern trifft es noch am ehesten, denn auf so einem Riesenkat ist man ähnlich ungeschützt diesen enormen Kräften und Höhen ausgesetzt. Das sitzt jeder F1 Pilot geschützter!
    Das man die Boote nicht reffen kann ist sicherlich ein Problem …. vielleicht so ähnlich als wenn beim Rennwagen das Gaspedal klemmt und gleichzeitig die Bremse versagt…… .

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  14. avatar Ketzer sagt:

    Ist aber auch schon echt mutig, einen Prototypen (was anderes sind die Dinger nicht) bei solchen Bedingungen durch die Gegend zu prügeln. Und wenn jetzt das große Geschrei losgeht, was das für ‘ne schlechte Ingenieursleistung sei: Es sind Prototypen und die auftretenden Lasten lassen sich eben auch mit Simulationsmodellen nicht ausreichend vorhersagen.

    Das jetzt ein Segler gestorben ist, ist tragisch, aber sie haben sich auch in Regionen vorgewagt, die unerforscht waren. Das Risiko war bekannt.

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  15. avatar Dr. Klaus Wetter sagt:

    Mein Mitgefühl gilt der Familie, Freunden und dem Artemis Racing…
    Ich habe es befürchtet, aber ich hätte mir gewünscht das ich mich irre…
    War das nun ein Konstruktionsfehler oder Größenwahn?
    Segelfehler bestiimmt nicht!

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