America’s Cup: Artemis erstmals auf Kufen – AC45 wurde umgebaut

Hoffnungsschimmer

Erstmals zeigt sich Artemis, der schwedische Challenger of Record für den America’s Cup,  beim Segeln auf Tragflächen. Allerdings fliegt vorerst nur der kleinere AC45.

Artemis fliegt

Seltenes Bild. Artemis übt das Fliegen. Allerdings noch auf einem AC45. © Artemis

Längst ist klar, das sich der finanziell höchst potente Artemis Rennstall von Ölhändler-Milliardär Torjörn Tornquist eine wohl folgenschwere Fehlentscheidung geleistet hat. Das Designteam um Star Konstukteur Juan Kouyoumdjian, dessen Yachten regelmäßig das Volvo Ocean Race gewinnen, wollte den Cup holen, ohne den 72 Fuß Katamaran auf Tragflächen zu stellen.

Artemis auf dem Holzweg

Die ersten Vergleichsfahrten mit dem Oracle Team USA machten allerdings klar, dass es ein Holzweg ist. Artemis CEO Paul Cayard musste zugeben, dass die Strategie falsch war, auf eine höhere Amwind-Geschwindigkeit zu setzen. Die Nachteile auf dem Vorwind-Kurs konnte Artemis nicht ausgleichen.

Artemis fliegt mit dem AC45

Spät, aber immerhin. Artemis fliegt mit dem AC45. Reicht die Zeit für eine Aufholjagd? © Artemis

Ob diese Fehlentscheidung mit dem vorherigen Rauswurf von Skipper Terry Hutchinson zu tun hat, ist noch nicht klar. Sicher ist der angekündigte Strategiewechsel. Bei dem Team hat eine fieberhafte Betriebsamkeit eingesetzt, um wenigsten den zweiten AC72 Katamaran auf Tragflächen zu stellen. Er ist in Schweden im Bau und muss umfangreich modifiziert werden. Der erste AC72 wird auch umgebaut, soll aber nur limitiert flugfähig werden.

Als ersten Schritt haben die “Schweden”, bei denen im 21-Köpfigen Team nur Grinder Magnus Augustson aus dem nordischen Land stammt, einen von zwei AC45 Katamaranen jetzt auf Kufen gestellt. Sie veröffentlichten die Bilder stolz im Netz.

Einen Monat lang wurde der kleinere Flügel-Kat, auf dem die America’s Cup World Series als One Design ausgesegelt wird, umgebaut. Der britische Moth Segler und ehemalige Tornado Vorschoter Adam May zeichnet dafür verantwortlich. Er war einer der Pioniere bei der Flügel-Moth Entwicklung und hat selber Konstruktionen erstellt.

Kommando-Einheit stellt AC45 auf Tragflächen

Er erklärt: “Wir haben eine kleine Kommando-Einheit zusammengestellt, um den AC45 auf Flügel zu stellen. Dabei wurden die Dinge einfach gehalten, um möglichst schnell zum Foilen zu kommen. Dabei hat der Input geholfen, der vom Team kommt, das am zweiten Katamaran in Schweden arbeitet. Außerdem konnten wir unsere Beobachtungen von den anderen Teams einfließen lassen sowie eine gesunde Portion `just do it´ Einstellung.”

Schon am ersten Tag nach den nötigen Strukturtest habe man kontrolliert auf Tragflächen segeln können. Nathan Otteridge am Steuer sei auf Anhieb gut mit dem Flugmodus zurecht gekommen.

Es ist gut verständlich, dass May den positiven Einfluss auf die Team-Moral unterstreicht. Es ist längst klar, dass Artemis viel Zeit verloren hat und mit dem Rücken zur Wand steht. Aber jetzt keimt im Team wieder ein Hoffnungsschimmer auf. “Es wird noch ein sehr aufregender Sommer”, sagt Steuermann Nathan Otteridge.

 

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „America’s Cup: Artemis erstmals auf Kufen – AC45 wurde umgebaut“

  1. avatar Kevin8862 sagt:

    Fliegende AC45 wären ein viel besseres bild für den Cup gewesen als die 72er aber vlt macht ETNZ das ja wenn sie den Cup gewinnen und Verbessern die ACWS noch mal

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 8

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