America’s Cup: Ben Ainslie ärgert sich – Topfschlagen unter Wolkenkratzern

"Der letzte Ort der Erde für ein Rennen"

Ben Ainslie hat die America’s Cup Organisatoren schwer kritisiert nach dem Wochenende auf dem Hudson River. “Lipton wäre über den Rennkurs so irritiert gewesen wie ich.”

Americas Cup New York

Der grenzwertige Rennkurs unter den Wolkenkratzern in New York. © Sam Greenfield/OTUSA

In seiner Kolumne für den britischen Telegraph, sagt der Skipper des BAR America’s Cup Teams: “Leider waren die Wettfahrtleitung und die Hafenbehörden gezwungen, den Kurs zwischen dem imposanten Freedom Tower und dem Goldman Sachs Turm zu legen.” Die Gebäude ragen 541 und 238 Meter in die Höhe. “Das ist meiner Meinung nach in Bezug auf die Topografie gestörte Winde der letzte Ort auf dieser Erde, wo man einen Rennkurs haben möchte.”

Er stecke da in einem ziemlichen Dilemma. Auf der einen Seite müsse die Ernsthaftigkeit des Sports gewährleistet sein, andererseits solle der Sport auch einem größeren Publikum gezeigt werden. Als Teamchef sei er verantwortlich, das nötige Geld für die Kampagne zu besorgen, und da verstehe er die kommerziellen Gesetzmäßigkeiten. “Aber wenn ich den Segler-Hut aufhabe, dann muss ich sagen, dass die Rennen am Sonntag nicht frustrierender hätten sein können.”

Ben Ainslie

Ben Ainslie in Düsseldorf. © Land Rover

Schließlich bestehe die America’s Cup World Series diesmal ja nicht nur als Show-Rennen. Die Punkte haben eine Bedeutung für den Cup in Bermuda, und da wisse man seit dem 9:8 Sieg von Oracle, dass jeder Punkt zählen könne.

Der America’s Cup mit diesen unglaublichen foilenden Mehrrüpfern habe so viel Potenzial, wenn man sie bei maximalem Speed segeln und sehen kann. Sie seien so nahe dran, den nachkommenden Top-Seglern ein Format zu bauen, das seglerisch wie auch kommerziell funktioniere. “Aber wir müssen Rennkurse finden, die mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die Bedingungen liefern, die wir zum Rennsegeln brauchen.”

Die Kritik von Ainslie ist angebracht. Und sie kommt nicht nur deshalb zustande, weil der Brite mit seinem BAR-Team in New York auf dem vorletzten Platz gelandet ist. Selbst der Sieger Peter Burling hat zugegeben: “Manchmal ist es wichtiger, Glück zu haben als gut zu segeln.” 

Das ist für eine Veranstaltung wie den America’s Cup fatal. Das wissen auch Russell Coutts und Co. Aber im Bestreben, den Cup finanziell auf ein tragfähiges Gerüst zu stellen und die Regatta nicht völlig unter Ausschluss der US-Öffentlichkeit in Bermuda aussegeln zu lassen, sah er sich wohl gezwungen, die Regatta nach New York zu bringen. Die Betrachtung des Topfschlagens unter den Wolkenkratzern wird auch einem Coutts ziemlich weh getan haben. Schwer zu glauben, dass sich so etwas wiederholen könnte. 

Immerhin dürfte der nächste Rennort dürfte besser geeignet sein. Chicago war in den engsten Kreis der Bewerber-Orte für das Cup-Finale gekommen wegen seiner stabilen starken Winde. Die Foiler werden dort am 11./12. Juni ihr nächstes Event aussegeln bevor es nach Portsmouth und Toulon geht.

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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „America’s Cup: Ben Ainslie ärgert sich – Topfschlagen unter Wolkenkratzern“

  1. avatar Fakt sagt:

    Warum segeln die AC’s nicht auf der Alster 🙂

    Andreas B. hat dort gerade

    …”die genialste und spannendste Segelveranstaltung seit langem” gesehen. “Geprägt von den besten Seglern der Welt, von denen sich keiner beschwert hat über Schweinerennen.”

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 1

  2. Na wenn Sören das sagt ist es Fakt

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