America’s Cup: Dean Barker lehnt Team New Zealand Angebot ab – Er segelt für Russland

"Alles Gute für die Zukunft"

Der Bruch zwischen dem Team New Zealand und seinem verdienten Skipper Dean Barker ist endgültig vollzogen. Der Steuermann will kein Coach sein.

Dean Barker

Dean Barker gehört nicht mehr zum Team New Zealand. © ACM

Dean Barker hat es abgelehnt, sich bei der nächsten America’s Cup Herausforderung des Team New Zealand  auf die Rolle des Coaches zu beschränken. Als Sprecher äußerte sich der Team-Vorsitzende Keith Turner: “Wir sind enttäuscht, dass wir Dean verloren haben.”Aber er sehe sich nur in einer Rolle als Skipper oder Sailing Director.

Dieser Job steht offenbar nicht zur Verfügung. “Trotz aller Kommentare in den Medien haben wir alle Angelegenheiten zwischen uns erfolgreich geklärt.” Eine besondere Abfindung sei nicht erfolgt. “Wir wünschen Dean alles Gute für die Zukunft.”

Dalton war nicht das “Leck”

In der Verlautbarung des Team New Zealand heißt es weiter, dass man sich nicht erklären kann, wie die Information über die mögliche Ablösung Barkers in die Öffentlichkeit gekommen ist. Teamchef Grant Dalton sei jedenfalls nicht “das Leck” gewesen, wo wie es vielfach angenommen wurde.

Es sei auch nicht richtig, dass Barker zuerst über Social Media Kanäle über seine mögliche Rollenänderung erfahren hat. Er sei in den Überprüfungsprozess eingebunden gewesen, der im November begonnen habe. Und er wusste von der geplanten Installation des Postens des Performance Direktors, für den er in Frage kam.

Damit ist die Einbindung des verdienten Skipper in sein altes Team gescheitert. Für die Leistungsfähigkeit der Neuseeländer ist das sicher nicht besonders gut. Mit Barker im Team wären sie stärker gewesen.

Kommunikation-Supergau

Natürlich ist es sehr wahrscheinlich, dass ein großartiger Segler wie Peter Burling über kurz oder lang die bessere Leistung am Steuer der fliegenden Katamarane abgeliefert hätte. Andererseits würde Burlings Lernprozess gerade bei den Vorstart Duellen beschleunigt, wenn er sich dem erfahrenen Kollegen hätte gegenüber gesehen.

Es ist erstaunlich, dass sich die Kiwis, die bei der Finanzierung ja ganz besonders auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angewiesen sind, in diesen Kommunikation-Supergau geschlittert sind.

Es ist der Stimmung im Land sicher abträglich, wenn so mit den Sport-Legenden umgegangen wird. Wenn man es ihnen nicht ermöglicht, beim Abgang das Gesicht zu wahren.

Ashby statt Barker

Dass Barker auf Dauer im Duell mit Burling verloren hätte, ist wohl wahrscheinlich. Aber dass ihm auch Glenn Ashby auf der Position des Sailing Managers vorgezogen wird, liegt nicht unbedingt auf der Hand.

Ashby gewann 2008 als Vorschoter von Darren Bundock Olympia Tornado Silber und brillierte dann in der damals eher unbeachteten Amateur Klasse A-Cat, die sehr von Material-Entwicklungen abhängig ist. Acht Weltmeister Titel hat er vorzuweisen, die aber sportlich eher weniger Wert sind als die Erfolge von Barker. Mit 37 Jahren ist Ashby auch nur fünf Jahre jünger als sein ex Skipper.

Aber möglicherweise kommt er persönlich besser mit Burling und seinem Vorschoter Blair Tuke zurecht. Er coachte die beiden 49er Weltmeister und mit den neuen foilenden A-Cats auf Anhieb zu den Plätzen zwei und drei bei der vergangenen WM.

Wechsel zu anderem Cup Team?

Was passiert nun mit Dean Barker? Wie die meisten alternden Segelprofis wird er ein begehrter Mann sein bei den funktionierenden Owner Driver Regatten wie der RC44 Serie oder der SuperSeries mit den TP52.

Er kündigte schon ein Engagement als Taktiker bei dem russischen RC44 Team Nika von Computer Magnat Vladimir Prosikhin an. Es wird ihn wohl kaum befriedigen. Aber auch ein Wechsel zu einem anderen Cup Team ist möglich. Barkers Wissen um die fliegenden Kat-Rennmaschinen sollte viel Wert sein. Zuvor soll er schon ein Angebot von Luna Rossa abgelehnt haben. Nun sind die Karten neu gemischt.

 

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „America’s Cup: Dean Barker lehnt Team New Zealand Angebot ab – Er segelt für Russland“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Oh je, welches Team kann denn da ernsthaft Oracle herausfordern? Barker hin oder her aber das sieht in Moment bei TNZ nicht nach einem Team mit effizienter Vorbereitung aus.
    So gut Ainslie auch sein mag – im ersten Anlauf gleich den Verteidiger ernsthaft herausfordern das traue ich ihm nicht zu.

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  2. avatar Olli Schmidt-Rybandt sagt:

    Das hat Alinghi seinerzeit geschafft. Und die Schweden sind auch nicht abzuschreiben.

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    • avatar bowman sagt:

      Aber nicht mit Anfängern, sondern mit Coutts und Butterworth zu ihrer besten Zeit.

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  3. avatar wooling sagt:

    Nach dem 8:1 Debakel hätte mich alles andere als eine Ablösung überrascht.

    Ich vermute aber auch, dass das Budget keine kleine Rolle gespielt hat. Das Team muss sparen und wenn sie nicht völlig hinter im stehen, ist das eine Luxusausgabe. Ich finde es schade, ein sympathischer Kerl. Bin aber überzeugt, das wir ihn in einem anderen AC Team wieder finden werden.

    Für den AC Ausgang halte ich das aber für irrelevant. Ich bin überzeugt, das Oracle den Cup so lange gewinnt, wie Larry E. Lust darauf hat.

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