America’s Cup: Dirk de Ridder kämpft gegen 5 Jahre ISAF Sperre

Harte Strafe

Oracle Wing-Trimmer Dirk de Ridder, der nach einer Material Manipulation vom America’s Cup Finale ausgeschlossen worden war, soll nun fünf Jahre auf die ISAF Strafbank.

Dirk de Ridder

Oracles Wingtrimmer Dirk de Ridder wurde als einer der Schuldigen des Betrug-Skandals vom America’s Cup ausgeschlossen. © Oracle Team USA

Der Holländer Dirk de Ridder (41) könnte vor dem Ende seiner Karriere als Segelprofi stehen. Der Mann, der unter anderem mit der Illbruck Crew das Volvo Ocean Race mit dem Düsseldorfer Yacht Club gewann, soll vom Weltseglerverband ISAF zu einer fünfjährigen Sperre verurteilt worden sein.

AP berichtet von Quellen, die das Urteil bestätigt haben aber anonym bleiben wollen, weil ein Revisions-Verfahren im Raum steht. Auch de Ridder selber wollte die Nachricht mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren nicht erhärten.

Dennoch deutete sich die harte Strafe an, da schon Russell Coutts in der Woche zuvor auf seiner Facebook Seite vermeldet hatte:” Offenbar befindet sich die ISAF Jury auf einem Kreuzzug gegen den America’s Cup”.

Für viele Beobachter war schon de Ridders Rauswurf beim America’s Cup eine harte Strafe, die in der Folge auch ein größeres Manko für Oracle darstellte, als zuvor angenommen war. Denn einer der wichtigsten Gründe für die anfängliche Kreuzschwäche des US-Teams war ein vom jungen Erstazmann Langford suboptimal eingestellter Segelflügel.

Erst als der Wing voller getrimmt wurde, kam der Katamaran auch auf dem Kreuzkurs auf seine Tragflächen und gewann. Viele glauben, dass de Ridder dem Team mit seiner Erfahrung schmerzlich fehlte.

Auch galt der Holländer als prominentes Bauernopfer für ein Vergehen, das mehrere Teammitglieder begangen hatten. Es ist immer noch schwer vorstellbar, dass de Ridder wirklich ohne das Wissen eines größeren Teils des Teams gehandelt haben soll. Die im Nachhinein unsinnige Gewicht-Manipulation der kleineren One Design AC45 Katamarane hatte keine Bedeutung für den Ausgang des America’s Cups.

Der nationale holländische Verband hatte kürzlich jedenfalls von einer weiteren Bestrafung abgesehen. Aber die ISAF Disciplinary Commission teilte diese Ansicht offenbar nicht. Experten glauben, dass der Fall nach einem möglichen negativen Verlauf der Berufung noch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne landen dürfte.

Für de Ridder hätte die Strafe eine zusätzliche Auswirkung. Er würde auch das Volvo Ocean Race verpassen würde. Ein Team soll ihm ein 500.000 Dollar Angebot gemacht haben.

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „America’s Cup: Dirk de Ridder kämpft gegen 5 Jahre ISAF Sperre“

  1. avatar kauni sagt:

    BAUERNOPFER!!!

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  2. avatar Backe sagt:

    Ohne de Ridders Rolle bei dem Oracle-Betrug beurteilen oder schmälern zu wollen kommt mir das Urteil doch ziemlich hart vor.
    5 Jahre heißt: die sicherlich sehr steile Weiterentwicklung im High-End-Regattabusiness vor dem nächsten und vermutlich auch noch dem übernächsten AC wird ohne ihn stattfinden – damit ist er quasi komplett abgemeldet. Das Urteil ist also eher die Komplett-Zerstörung einer beruflichen Karriere.
    Wenn man das mit den verhältnismäßig moderaten Sperren z.B. wegen Dopings im Radsport vergleicht, ist das schon ein bisschen übertrieben.
    Zumal es hier nicht darum geht, dass ein einzelner Sportler ausschließlich für sich einen Vorteil suchte, sondern ein ganzes Team und mit Sicherheit mehrere andere Personen involviert waren.

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  3. avatar iemand sagt:

    Ich finde das ist ein Riesenskandal. Es scheint ja soweit keine Beweise zu geben, nur Indizien. Dirk kann damit beruflich einpacken, sofern das Internationale Sportgericht nicht anders entscheidet, was es aber aus meiner Sicht muss. Das ist doch ein Deal zwischen Oracle und dem AC-Schiedsgericht, was jetzt von der ISAF nicht widerrufen wird, damit alle das Gesicht bewahren und nicht latent diskutiert werden muss, ob nicht doch das ganze Team Oracle hätte gesperrt werden müssen statt nur einzelner Bauernopfer. Ist er nicht persönlich mit der AC Sperre schon gestraft genug?
    Freie Berufswahl ist ein Grundrecht, was ohne Beweise nicht eingeschränkt werden kann. Ohne Beweise keine Sperre – dachte ich bisher. Ich bin tief enttäuscht und in meinem Rechtsempfinden irritiert!

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  4. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Ich nehme an, die Strafe wäre weit geringer ausgefallen, wenn er “ausgepackt” hätte…

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