America’s Cup: Entschädigung nach Vertragsbruch – Segelpause beschlossen

Neue Chancen für die Kiwis?

Eigentlich werden dieser Tage die ersten Bilder von den neuen AC50 America’s Cuppern in Aktion erwartet. Denn seit dem 27. Dezember dürfen die Teams ihre neuen Schiffe segeln, die auch im Cup zum Einsatz kommen.

Stecker beim Training vor Auckland. Die Kiwis erforschen die Limits. © TNZ

Stecker beim Training vor Auckland. Die Kiwis erforschen die Limits. © TNZ

Aber nun ist es zu einer überraschenden Wendung gekommen. In der aktuellen 13. Änderung des Protokolls für den 35. America’s Cup ist nun festgelegt, dass im Zeitraum vom 9. Januar bis zum ersten offiziellen Rennen im Mai jedes Team eine 28-tägige segelfreie Zeit einhalten muss.

Diese Regelung folgt offenbar einer drohenden Entscheidung des anonymen Schlichtungsgremiums, das sich zuletzt intensiv mit einer Beschwerde vom Emirates Team New Zealand auseinandergesetzt hatte. Ursprünglich war den Kiwis zugesichert worden, die America’s Cup Qualifiers der Herausforderer in Auckland abhalten zu dürfen. Daran waren Sponsorgelder des neuseeländischen Ministeriums gebunden.

17 Millionen Euro Entschädigung?

Das Abrücken von diesem Plan soll von den Schlichtern als Vertragsbruch gekennzeichnet worden sein, und es wird vermutet, dass nach dieser Entscheidung der damalige  Commercial Commissioner Harvey Schiller freigestellt wurde. Die Neuseeländer sollen eine hohe Entschädigung erhalten haben. Verschiedene Medien spekulieren über umgerechnet rund 17 Millionen Euro.  Es gibt keine offiziellen Stellungnahmen, weil sich die Segelteams in Bezug auf Entscheidungen des sogenannten  Arbitration Panels zur Vertraulichkeit verpflichtet haben.

Auch die neue Entwicklung soll den Schaden, der dem Team New Zealand in seiner Konkurrenzfähigkeit entstanden ist, mildern. Offenbar haben sich alle Teams im Vorgriff auf den anhängigen Schlichter-Spruch zu der neuen Regelung entschlossen.

Die Kiwis sind durch das fehlende Geld längst ins Hintertreffen geraten, trainieren noch nicht in Bermuda und verlieren weitere Zeit, wenn sie ihr Boot auf die Insel verfrachten müssen. Der verordnete trainingsfreie Monat soll verhindern, dass sich ihr Nachteil noch weiter vergrößert.

Bessere Chancen für Neuseeland

Jedes Team kann selber entscheiden, wann es die segelfreie Zeit für seinen AC50 anmeldet. Die AC45 dürfen weiterhin bewegt und auch Komponenten der neuen Cupper genutzt werden. Deshalb wird sich daraus kein Vorteil für die Neuseeländer ergeben. Wenn sie ihren AC50 auf den Weg schicken, werden auch Teile des AC45 darunter sein, und so wird vermutet, dass sie in dieser Zeit nicht in Auckland segeln können.

Dennoch dürften sich die Chancen der Kiwis durch diese Entwicklung etwas verbessert haben. Aber im Vergleich zu den favorisierten Teams Oracle, Artemis und BAR liegen sie bei der Vorbereitung immer noch weit zurück.

Murray Jones

Ex Oracle-Mann Murray Jones ist zum Kiwi-Team gestoßen. © Hamish Hooper

Vielleicht kann ihnen Murray Jones helfen. Der fünfmalige America’s Cup Sieger, der 2013 maßgeblich zum Sieg von Oracle beigetragen hat, steht nun in Diensten seiner Landsleute, für die er 1995 und 2000 die Kanne gewonnen hat.

Er dürfte von dem frischen Geldsegen bezahlt werden und soll laut Skipper Glenn Ashby eine “frische Perspektive” für das Projekt liefern und mit seiner Erfahrung helfen, in diesem Moment die wichtigen Prioritäten zu setzen.

Außerdem konnte der ehemalige Olympiasieger Rod Davis (61) als Match Race Coach verpflichtet werden, der ebenfalls schon zahlreiche America’s Cup Kampagnen  bestritten hat.

Artemis Frencesco Bruni erklärt, wie die aktuelle Push-Button-Technik funktioniert:

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Carsten Kemmling

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