America’s Cup: Es steht 1:1 im Louis Vuitton Cup – Kiwis mussten aufgeben

Bruch-Serie vor Alcatraz

Start zum zweiten Rennen:
Neuseeland gibt mit Problemen an der Schwerthydraulik auf:

Der zweite Tag der Louis Vuitton Cup Finals zwischen Luna Rossa und dem Team New Zealand hat eine erstaunliche Wendung genommen. Diesmal konnten die Neuseeländer das einzige Rennen des Tages wegen Problemen mit dem Schwert nicht beenden.

Luna Rossa Team New Zealand

Luna Rossa erreicht vor dem Wind mit 32.08 zu 32.21 annähernd den gleichen Durchschnitt Speed wie Team New Zealand. © Luna Rossa

Es steht 1:1 zwischen den beiden Finalisten des Louis Vuitton Cups und erneut war kein echtes Rennen zu sehen. Nach einem Start, bei dem Luna Rossa erneut seine starke Leeposition nicht für ein mögliches Luvmanöver nutzen konnte, gerieten die Italiener früh in Rückstand.

Das Emirates Team New Zealand beschleunigte etwas schneller als die Italiener und passierte sie schnell in Luv. Am Leetor lag Luna Rossa mit 23 Sekunden Rückstand noch einigermaßen in Schlagdistanz. Dann segelten die Konkurrenten am Wind aber teilweise deutlich schneller und bauten den Vorsprung auf 400 Meter aus.

In der Nähe der Luvtonne versagte das komplexe Hydraulik-System durch ein elektronisches Problem. Schwert und Segel konnten nicht mehr bewegt werden. Damit war es den Neuseeländern unmöglich, an der Luvtonne abzufallen und das Rennen zuende zu segeln.

Draper zufrieden

Luna Rossa segelte bei auffrischendem Wind alleine über die Ziellinie und holte den ersten Punkt zum 1:1 Ausgleich in der Seven-Points-Win-Serie. Danach mussten sie selber Reparaturen am Flügelsegel vornehmen wären für das zweite Rennen des Tages aber bereit gewesen. Steuermann Chris Draper zeigte sich zufrieden mit der Leistung des Bootes gegen die Neuseeländer. “Unser Speed war im Vergleich deutlich besser als in der Round Robin Serie.”

Luna Rossa Team New Zealand

Luna Rossa hetzt dem Team New Zealand hinterher. Finn Weltmeister Giles Scott bereitet sich auf die Halse vor. © ACEA / ABNER KINGMAN

Team New Zealand war bereit, nachdem neue Batterien installiert worden waren. Aber der Wettfahrtleiter schoss den insgesamt dritten Lauf der Serie nicht an, weil das  nach dem Artemis Unfall eingeführte Windlimit von 19 Knoten überschritten wurde und außerdem starker Nebel die Sicht behinderte.

Die beiden ausgefallenen Rennen sollen am Montag, einem geplanten Reservetag, nachgeholt werden. Start ist eine Stunde früher um 21:10 deutscher Zeit. Ob es diesmal ein echtes Rennen gibt, ist fraglich. Die Amwind-Dominanz der Kiwis dürfte den Italienern Kopfzerbrechen bereiten.

Oracle mit Ruderbruch

Oracle Team USA Ruderbruch

Was da so alles im Wasser rumschwimt. Das Backbord Ruder von Ben Ainslie. © ACEA / ABNER KINGMAN

Spannend war zuvor auch die Vorstellung des Cupverteidigers Oracle Team USA. Die Amerikaner segeln regelmäßig vor dem Louis Vuitton Cup ihre Trainingsrennen mit zwei Booten und im Vorstart brach Ben Ainslie bei einem scharfen Luvmanöver das Backbordruder ab. Ein Coachboot muss das Blatt bergen.

Eine am Vortag überfahrene Ankerleine von einer Boje soll für das Missgeschick verantwortlich gewesen sein, bei dem der Katamaran abrupt abstoppte. Taucher hätten das Ruder untersucht und keinen Schaden festgestellt. Aber offenbar sei die Struktur doch in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

TNZ misst sich erstmals mit Oracle:

Die sportlich größte Aussagekraft hat an diesem Tag da erste Aufeinandertreffen des Verteidigers Oracle und des mutmaßlich schnellsten Herausforderers Team New Zealand. Oracle befand sich eher zufällig auf einem Vorwindkurs in der Nähe, als sich die Kiwis dazu gesellten.

Ainslie Ruderbruch

Ainslie bricht das Ruder nach einer Kollision am Vortag. © ACEA / ABNER KINGMAN

Beide Boote segelten simultan eine Halse auf Tragflächen mit leichten Vorteilen für die Kiwis, aber danach segelte Oracle in Lee etwas kontrollierter und schließlich schneller. Die Neuseeländer drückten schließlich etwas mehr Tiefe und segelten möglicherweise einen besseren Winkel zum Wind (VMG) aber sie waren in dem Moment langsamer.

Der bisher propagierte Vorsprung scheint schon jetzt aufgebraucht zu sein. Artemis Steuermann Nathan Outteridge sagte, dass er Oracle für etwas schneller halte, die Manöver der Neuseeländer aber noch besser seien.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „America’s Cup: Es steht 1:1 im Louis Vuitton Cup – Kiwis mussten aufgeben“

  1. avatar Backe sagt:

    Das Sofa fängt an zu nerven …

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 6

  2. avatar boatsailing sagt:

    Irgendwie kein Wunder wenn Oracle schneller wird, wenn sie die ganze Zeit die kompletten Leistungsdaten der Konkurrenz auswerten und nutzen können, dies umgekehrt aber nicht geht. Zudem haben sie Zeit und das Geld diese auch zu nutzen. Ein ehrlicher Wettbewerb ist das nicht!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 2

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