Erste Segelbilder vom America´s-Cup-Flügel-Kat AC45 in Auckland

Sieht so die Zukunft aus?

Der neue AC45 hebt bei seiner Jungfernfahrt erstmals sein Bein in der Bucht von Auckland © Gilles Martin-Raget / www.americascup.com

Das erste Exemplar der neuen Cupper Generation hat seine Jungfernfahrt vor Auckland absolviert. Der AC45 Katamaran mit Flügelrigg wurde vier Monate nach der Finalisierung des Konzeptes im neuseeländischen Warkworth erstellt und in Auckland zusammengebaut.

Das Schiff soll im Mittelpunkt der neuen  America’s Cup World Series 2011-2012 stehen, die Mitte dieses Jahres bei verschiedenen Veranstaltungen in Amerika und Europa und Asien startet. Es ist das erste Boot dieser Einheitsklasse, die von den gemeldeten America´s Cup Teams im Vorfeld der eigentlichen Cup-Regatten gesegelt wird.

Die Teams sollen lernen, mit den Flügelsegeln umzugehen, bevor sie ihre eigenen 72 Fuß Katamarane bauen. Mit diesen wird 2013 in San Francisco um den Cup gesegelt. Die 45 Fußer sollen dann für Jugendprojekte zur Verfügung stehen.

Die Rümpfe passen in einen 40 Fuß Container und sollen einfach im Zusammenbau sein. Der Einsatzbereich reicht von 5 bis 30 Knoten Wind. Der absolute mögliche Speed soll 30 Knoten betragen.

Die technischen Daten:

Länge: 13.45m
Breite: 6.9m
Gewicht: 1,400 kg
Mast-Höhe: 21.5m
Segelfläche:
Amwind: 133 qm (Hauptflügel plus Gennaker)
Vorwind 210 qm (Hauptflügel plus Reacher)

(ck) Das ist sie nun also die große Vision vom Segeln in der Zukunft. Der America´s Cup will Vorreiter sein. Segeln wir bald alle mit solchen Flügeln? Wie kann man sie reffen? Wie stellen und legen? Für den Segelsport im allgemeinen scheinen diese Wing-Segel nicht sehr praktikabel zu sein. Man benötigt einen Kran, um sie in dieser Größe auf das Schiff zu setzen. Das ist auf die Dauer doch etwas lästig.

Aber wenn ihre Effizienz so weit fortschreitet, dass sie normalen Segeln weit überlegen sind, mögen wir in 50 Jahren vielleicht wirklich mit faltbaren Klapp-Flügeln über die Ostsee cruisen. Oder schon in zehn Jahren? Die Optik ist noch sehr gewöhnungsbedürftig für den Traditionalisten. Das fehlende Vorsegel stört irgendwie. Aber wer weiß? Vielleicht gewöhnen wir uns auch daran?

Ob der America´s Cup ohne flatternde Genuas und schwere Kiele etwas vom längst verblassten Glanz zurück bekommt ist immer noch fraglich. Aber ich bin gespannt und lasse mich gerne überraschen.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Erste Segelbilder vom America´s-Cup-Flügel-Kat AC45 in Auckland“

  1. avatar Tom Dieck sagt:

    Unter rein technologischen Gesichtspunkten mögen Flügel-Kats ja der richtige Weg sein. Aber, bitte, segeln hat so viel mit Emotionen zu tun. Da werden vielen einfach die alten Bleitransporter mit klappernden Genuas und eingehüllt in Wolken von Gischt fehlen. Ich denke da nur an die Bilder Freemantle in den achtziger Jahren.

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  2. avatar JFL sagt:

    Warum so skeptisch? Ist doch einfach nur ein bißchen andere Form des Segels. Es segelt ja auch kaum noch jemand mit Baumwollsegeln. Nur die armen Lasersegler müssen immer noch mit ihren uralten Segelstoffen klarkommen. Was einerseits irgendwie gut ist, da ja alle das gleich haben aber irgendwie könnte ich mir gerade beim Laser einen Flügelmast gut vorstellen. Zitat von W. Biermann: “Nur wer sich ändert bleibt sich treu.”

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  3. avatar stefan sagt:

    ….der AC war schon immer auch ein Technologie-Wettstreit. Und wurde in vielen Fällen dadurch entschieden. Warum also so ein gejammer, nur weil es nun wieder einmal einen Sprung voran gibt.
    Und das Segeln auf Cats/Tris und mit Flügel frei von Emotionen sein soll, halte ich für den Witz der Woche. Und das von mir, der in den letzten 20 Jahren fast nur mR-Yachten gesegelt ist 😉

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  4. avatar stefan sagt:

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  5. avatar wilfried sagt:

    Ich bleibe bei meiner schon mehrfach geäußerten Meinung. Viel zu filigran und unpräzise zu Steuern um im Matchrace auf Tuchfühlung gehen zu können. Nebenbei-ohne Fock kannst Du die Dinger ja nicht mal in den Windstellen und kontrolliert zu einer Seite abfallen. Damit sollen sie mal zur Speed-week gehen. Dafür sind dann allerdings die 30 Knoten lachhaft. Das schaffen ja schon die normalen Motten. Einen Vorteil haben die Kisten allerdings. Ich komme nicht in die Versuchung mir die Nacht mit Life-‘Übertragungen um die Ohren zu schlagen. Zum einen weils nicht spannend wird zum anderen weil ich mit keinem wesentlichen medialen Interesse rechne.

    Gruß Wilfried

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