America’s Cup: Kommen die AC50-Kats zurück? – Weltserie mit Oracle und Alinghi

Comeback der Cup-Foiler

Es verdichen sich die Anzeichen, dass die AC50 Katamarane, die beim 35. America’s Cup zum Einsatz kommen, doch noch nicht zum alten Eisen gehören könnten. Ellison soll eine World Series of Sailing vorbereiten.

Japan, Oracle, America's Cup

Werden die AC50 wieder aus der Mottenkiste geholt? Es könnte neue Duelle zwischen Softbank und Oracle geben. © Sam Greenfield, Oracle Team USA

Der America’s Cup 2017 in Bermuda hat vielen Zweiflern zum Trotz jede Menge Fans hinterlassen. Auch die Mehrzahl der Teams wollte mit den fliegenden Katamaranen weitermachen. Allein das siegreiche Team New Zealand hatte sich nicht auf diesen Deal eingelassen und propagiert nun den nächsten Cup mit einem völlig neuen fliegenden Monohull.

Nach dieser Entscheidung waren die AC50 eigentlich ein Fall für den Sondermüll. Zu aufwendig ist der Betrieb der Rennmaschinen, die beim Segeln auf extrem starke Grinder und einen Kran zum Segelsetzen angewiesen sind.

Perfektes Foilen

Aber die Multihulls führten erstmals das Foilen in so perfekter Form vor, dass sie teilweise in einigen Rennen zu 100 Prozent nicht mehr die Wasseroberfläche mit ihren Rümpfen berührten. Es gab so viele Überholmanöver wie nie bei America’s Cup-Rennen und am Ende litt die sportliche Spannung nur darunter, dass die Neuseeländer im Vergleich zu den Gegnern einen zu großen technischen Fortschritt gemacht hatten.

Mit ein paar kleinen Verbesserungen wie der Energie-Bereitstellung – die Arm- und Bein-Grinder sollten mehr zu seglerischen Aufgaben zurückfinden – hätte die Möglichkeiten des Manövrierens und entsprechend des Taktierens vergrößern können. Und schon wäre man wohl nahe dran an der perfekten Match-Race-Maschine, die Eindruck auf ein größeres Publikum machen könnte.

Solche Stimmen überwogen in der Cup-Szene, aber sie verstummten nach der Monohull-Entscheidung. Die Neuseeländer wollen das Rad mit einer neuen, noch spektakuläreren Konstruktion neu erfinden.

“Gut unterrichtete Kreise”

Nun könnte es vielleicht doch zu einem Comeback der AC50-Katamarane kommen. Der ehemalige BMW/Oracle-Sprecher Tom Ehman will erfahren haben, dass vom 28. Oktober bis 1. November in San Francisco eine Regatta mit den schnellsten Segelbooten der Welt stattfinden soll. Für 2019 sei eine World Series of Sailing mit den AC50 geplant.

Hinter den Plänen stehe Larry Ellison mit seinem Oracle Team, aber Ehman nennt unter Berufung auf “gut unterrichtete Kreise” auch Artemis, Team France und Japan als Teilnehmer. Außerdem soll Red Bull ein österreichisches Team finanzieren und – man höre und staune – Alinghi soll zurück ins Spiel kommen. Diese Angaben decken sich mit Informationen aus Australien vor einigen Monaten.

Ehman berichtet, dass die Regeln für die Foiler Kats angepasst werden und noch mehr Onedesign-Elemente erhalten sollen. Ursprünglich waren die AC50 so konstruiert worden, dass sie demontiert und in 40-Fuß-Containern transportiert werden können. Damit könnten die ursprünglichen Pläne einer internationalen Rennserie wieder aufleben. Als sicher gilt ein großes Interesse in Bermuda.

Tom Ehman hat als absoluter America’s Cup Insider zuletzt häufiger zuverlässige Informationen aus der internationalen Profi-Segelszene verbreitet. Aber nachdem sich seine und Oracles Wege getrennt hatten, wollte er mit dem Golden Gate Yacht Club Challenge ein eigenes Projekt als Alternative zum Cup auf die Beine stellen. Eine Onedesign Zwölfer-Flotte sollte um die Wette segeln. Aber die Bemühungen scheiterten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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