Meinung America’s Cup: Zur deutschen Absage beim Youth America’s Cup

Lebensgefahr?

Das deutsche Team hat sich beim Red Bull Youth America’s Cup abgemeldet wegen des Todesfalls von Andrew Simpson. Aber die kleineren AC45 sind kaum mit den AC72 Monstern zu vergleichen.

Das deutsche STG/NRV Team

Das deutsche STG/NRV Team hat sich hervorragend bei der Qualifikation zum Red Bull Youth America’s Cup geschlagen. © ACEA 2012/Gilles Martin-Raget

Es war eine mutige Idee, Deutschland für den Jugend-America’s Cup zu melden. Und eigentlich hatte das STG/NRV Youth America’s Cup Team bei der Qualifikation keine Chance gegen die überwiegend besser vorbereitete Konkurrenz.

Aber die Macher sind für ihr finanzielles Risiko mit einer der schönsten Erfolgsgeschichten belohnt worden, die der deutsche Segelsport in letzter Zeit zu bieten hatte. Das zusammengewürfelte U-23-Team um Erik Heil und Philipp Buhl, zwei der besten deutschen Olympiasegler, gewann in San Francisco die Qualifikation für den Red Bull Youth America’s Cup.

Im September sollte die große Show der Junioren-Nationalteams starten. Und es wird vermutlich diese Veranstaltung sein, mit der Coutts und Co am besten den positiven Aspekt ihrer Vision von der Zukunft des America’s Cups darstellen können. Eine Regatta, die größte Chancen hat, diesen schwierigen 34. America’s Cup zu überdauern.

Aus der Traum

Aber nach der Absage aus Hamburg ist der Traum wohl aus. Die Segler sind geschockt. Sie erfuhren vom Ende aus der BILD und können es kaum glauben. Klar, der Tod eines Seglers aus der Olympiafamilie geht nahe. Aber der Vergleich der Gefahren eines AC72 Monsters auf Tragflächen mit den erprobten AC45 Katamaranen erzeugt Unverständnis.

Müssten Conger Segler ihre Deutsche Meisterschaft absagen nach einem Unfall bei einer 49ern Regatta? Sollte man sich nicht mehr in ein Auto setzen, weil sich ein Formel 1 Bolide überschlagen hat? Wie gefährlich sind die AC45 wirklich?

Längen-Vergleich zwischen AC45 und AC72.

Längen-Vergleich zwischen AC45 und AC72. © Cupinfo

Bei der America’s Cup World Series sind inzwischen neun Regatten mit den AC45 Katamaranen gesegelt worden. Davon fanden drei Veranstaltungen auf dem Starkwind-Revier vor San Francisco statt. Auch in Plymouth 2011 und in Italien wurden die AC45 bei Extrembedingungen über den Parcours gejagt. Sicher, Schiffe kenterten, Material brach, aber von Todesgefahr konnte keine Rede sein.

Auch 49er müssten lebensgefährlich sein

Oracle Designer Mike Drummond, der die AC45 konstruierte, hat den am-Wind-Speed für die San Francisco Bedingungen auf knapp über zehn Knoten berechnet und unter Gennaker auf über 20 Knoten. Das ist nicht langsam aber gerade einmal halb so schnell, wie es von den AC72 Kats erwartet wird. Auch ein 49er erreicht vor dem Wind deutlich über 20 Knoten. Ist er deshalb lebensgefährlich?

In den neuen Olympiaklassen 49er FX und Nacra 17 ist in letzter Zeit die Verletzungsanfälligkeit enorm gestiegen. Und wenn man bei einer Kenterung unter dem Schiff eingeklemmt wird, kann es wirklich knapp werden, wie Tobi Schadewaldt 2010 der BILD-Zeitung erklärte.

Aber der tragische Tod von Andrew Simpson fällt nicht in diese Kategorie der kalkulierbaren Unfälle. Er steht für sich alleine, weil er durch die immensen Dimensionen der 14 Meter breiten und 22 Meter langen AC72 Multihulls entstanden ist. Wer beim Kentern aus diesen Höhen in das Wasser katapultiert wird, bekommt Probleme, die mit herkömmlichen Segel-Kenterungen nichts zu tun haben.

Sturz durch Segel-Flügel

Segelflächen-Vergleich zwischen AC45 und AC72.

Segelflächen-Vergleich zwischen AC45 und AC72. © Cupinfo

Dagegen sind AC45 mit sieben Metern genau halb so breit. Bei einem Sturz vom Trampolin kann zwar das starre Flügelsegel im Weg sein. Aber das bereitet weniger Widerstand, als ein konventionelles Segel. Denn die Folie über der filigranen Kohlefaser-Struktur ist so dünn wie Butterbrotpapier. Russell Coutts fiel bei seiner ersten Kenterung durch das Profil und wurde nicht verletzt.

Mangelnde Sicherheit durch fehlende Trainingszeit wurde als einer der Gründe für die deutsche Absage angeführt. Tatsächlich haben die Veranstalter einige geplante Trainings gestrichen. Aber im Lager des deutschen Teams wurde das eher positiv wahrgenommen. So könnte auch die Konkurrenz nicht aufholen und eine gewisse Wettberwerbsfähigkeit wäre gewährleistet.

Dass die deutschen Junioren sicher mit dem Katamaran umgehen können, zeigten sie bei der Qualifikation in San Francisco, wo durchaus auch bei viel Wind gesegelt wurde. Zuvor hatten sie gerade mal einen Tag bei extremen Starkwind-Bedingungen auf einem Extreme40 Kat in St. Tropez zusammenarbeiten können. Das war wohl gefährlicher als jeder Segeltag in San Francisco. Dennoch erfüllten sie schließlich die Erwartungen der Red Bull Youth America’s Cup Juroren.

Chinesen meistern AC45

Warum auch nicht? Mitch Booth hatte zuletzt in Neapel gezeigt, dass er auch mit seiner “Segelschule” vom China Team keine Todesangst auf AC45 haben musste. Jugendsegler Charlie Ekberg wurde bei seinem ersten Renneinsatz als AC45 Artemis Steuermann in Neapel nicht auffällig durch unkontrollierte Crashes und Junior Star Peter Burling lehrte als Korea Steuermann die Cracks auf Anhieb das Fürchten bei seinem Ersteinsatz in San Francisco 2012.

Auch der olympische Laser und Finn-Segler Vasilij Zbogar durfte eine Saison lang mit dem unterfinanzierten Green Comm Team zeigen, dass man ohne Training zwar langsam segelt, aber dabei nicht in Todesgefahr gerät.

Vor diesem Hintergrund scheint die Absage ein unüberlegter Schnellschuss zu sein. Finanzielle Hintergründe sollen allerdings nach offizieller Aussage nicht dahinter stecken. Aber die Kosten für Leihgebühren und Deposit werden immerhin noch auf 90.000 Euro geschätzt. Ein Sponsor wurde offenbar noch nicht verpflichtet.

Selber nach neuen Geldgebern suchen

Die Segler sind in einer schwierigen Situation. Es wäre nicht schlau, das STG als Hauptsponsor ihrer Olympiakampagnen zu verärgern. Andererseits sind aber auch verärgerte Athleten nicht gut für STG. Vielleicht sollte man sich zusammensetzen und den Seglern ermöglichen, ihr eigenes Projekt durchzuziehen.

Was spricht dagegen, dass die Segler selber nach neuen Geldgebern suchen? Die Chancen dürften nicht schlecht stehen? Welche Story wäre besser als die der ambitionierten Jugendsegler, die nicht von ihrem Traum ablassen und allen Widerständen zum Trotz das San Francisco Abenteuer bestehen?

Die Konkurrenz macht es vor. Selbst Super-Segler Peter Burling, 49er Olympia-Zweiter und Top Favorit für den Youth AC, hat im notorisch klammen Neuseeland Probleme bei der Finanzierung. Er hat ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen um 42.000 US Dollar zu beschaffen. Ob es funktioniert? Ob so etwas auch in Deutschland gelingen würde?

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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79 Kommentare zu „America’s Cup: Zur deutschen Absage beim Youth America’s Cup“

  1. avatar Segelass sagt:

    Das einzige was das STG noch retten kann, ist, dass man zeigt, dass das Projekt durchfinanziert ist. Dann kann man denen noch etwas glauben schenken. Wenn tatsächlich raus kommt, dass mit dem furchtbaren Unfall von Donnerstag ein passender Grund für eine Absage des Wegs daher kam dann finde ich das so dermaßen daneben…

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    • Na wollen wir mal STG (und den NRV) retten:
      Die Kampagne ist nicht nur zu 100% durchfinanziert sondern bereits zu 80% bezahlt.

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      • avatar Martin B. sagt:

        Sehr schön Oli,

        dass du dich hier zu Verfügung stellst. Danke für diese klare Info. Rätselraten besteht immer da, wo die angegebenen Gründe auf Unverständnis treffen.

        Offensichtlich verstehen hier so viele nicht, dass
        1. so schnell beendet wird
        2. nicht sauber beendet wird
        3. die Begründung eine Tatsache beinhaltet, die sich nicht verändert hat und hier offensichtlich niemanden überrascht, so schockierend wie das Eintreten auch ist
        4. man damit den Eindruck gewinnt, die Entscheider sind die Einzigen, denen das Risiko bisher nicht bewusst war.

        Klare Frage: War euch das Risiko nicht bewusst?
        Zweite Frage: Wenn doch, was hat sich denn jetzt geändert?

        Hut ab, dass du hier auf uns eingehst!

        Martin

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        • Hi Martin,

          Ja, das Risiko war uns sehr bewusst. Was nicht klar war, ist die Tatsache, wie wenig Trainingseinheiten am Ende übrig bleiben. Training Napels: gestrichen. Training Porto Fino: gestrichen. 6 Wochen SFR Training vorab: mehr als halbiert.

          Geändert haben sich von Woche zu Woche die restlich verbleibenden Vorbereitungsmöglichkeiten.
          Mit dem tragischen Unfall wurde uns dieses Risiko noch einmal mehr bewusst.

          Darauf hin haben wir geschlossen die Entscheidung getroffen. Wir (STG und NRV) sind am Ende des Tages diejenigen, die die volle Verantwortung tragen.

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          • avatar Off Road sagt:

            Hallo Oli,
            das Argument mit den ausgefallenen Trainingseinheiten mag stimmen, hat aber nichts mit dem Unfall zu tun,

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          • avatar AC sagt:

            Ich verstehe nicht warum sich die Last der Verantwortung geändert haben soll. Die jungen Männer sind doch auch ohne die o.a. Trainings bei der Ausscheidungsveranstaltung gestartet und die haarsträubendsten Kenterungen hat man auch schon gesehen.

            Rennformat und Boote haben sich nicht geändert (i.S. größere Segel, Nachtregatta 😉 o.ä.) oder?

            Am Ende des Tages wurde hier wahrscheinlich eine große Chance vertan.

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          • avatar Bernd sagt:

            Hallo Oliver,
            die oben aufgeführten Gründe sind für mich vollkommen akzeptable und die daraus resultierende Entscheidung ist jetzt auch nachvollziehbar. Leider stand von diesen Fakten nur ein Bruchteil in eurer Pressemitteilung. O-Ton aus der PM: Aufgrund des tragischen Todesfall eines Seglers ziehen wir unsere Teilnahme zurück und möchten ein Zeichen setzen das es so nicht weiter gehen kann.
            Die jetzt von dir aufgeführten Gründe rücken das ganze in ein anderes Licht. Hätte davon nur die hälfte in der PM gestanden, wäre die Aufregung hier wohl nur halb so groß und eure Entscheidung viel nachvollziehbarer gewesen. Evtl. solltet ihr noch mal eurer Kommunikations- Arbeit überdenken.
            Gruß
            Bernd

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  2. avatar Segler sagt:

    Ich finde es ok, dass das STG den Youth AC abgesagt hat.
    Wenn nichtmal die welt besten Segler die Schiffe unter kontrolle haben.
    Bei den AC 45 kann genauso jemand bei einer Kenterung unterm Trampplin hängen bleiben.

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    • avatar Walfrikassee sagt:

      Beim 2-Rumpf-Conger “Topcat” auch…

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    • avatar Stefan sagt:

      …dann sollte man aber auch so konsequent sein und keine 49er oder andere Bootsklassen segeln und betreuen, in denen bisher schon Segler zu Tode gekommen sind.

      ….bisher hatten die Segler allesamt, die auf den AC45 gesegelt sind, das im Rahmen des üblichen unter Kontrolle.

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  3. avatar Stefan sagt:

    Danke!

    …danke Carsten, ich denke für die Zeilen wurde es dringend mal Zeit.

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  4. avatar Martin B. sagt:

    PANIK!

    <>>

    im Ernst, was muss ich von Funktionären und Entscheidungsträgern halten, die sich offenbar zuvor keinerlei Gedanken über Risiken gemacht haben? Ich sage gar nicht, es wäre ihr Job eine Risikoanalyse zu tätigen. Aber ihre Befähigung, in diese Ämter zu kommen, sollte so sein, dass sie eben mit allen “Wassern gewaschen” sind. Noch nie gekentert? Nie von Board gegangen? Nichtmal von einer Jolle? Dann nie Gedanken gemacht, was wäre wenn…. das Boot weiter treibt….. oder die Schot noch um den Fuß hängt?

    Wenn einem das noch nicht passiert ist, hat man doch keine Ahnung vom Segeln. Was machen solche Leute an entscheidender Stelle?

    Abgesehen von der Panikreaktion ist in Deutscland leider nach einem Totschlags-Sicherheitsargument eine Umkehr nicht machbar. Man hat das Thema mit “Sicherheit” tot geschlagen. Aus vorbei.

    Kriegen die an “Spitze” eigentlich gar nichts mit? Dass sich Segler Trapezwesten kaufen, deren Hacken man abziehen kann, Felco-Zangen ins Heck eines Skiffs kleben, dass man im gekenterten Zustand noch hin kommt und Wanten aufschneiden kann? Dass man zum Taschenmesser auch Z-Knifes am Mann trägt, damit man sich wie Taucher aus einem Netz/ Trampolin frei schneiden kann?!

    Und diese Personen entscheiden.

    In die Zukunft sehen kann niemand. Aber entscheiden sollten Leute, die wenigstens in die Vergangenheit sehen können.

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    • avatar Backe sagt:

      Wenn Du den STG-Entscheidern vorwirfst, keine Ahnung vom Segeln zu haben, disqualifizierst Du Dich selber, da Du ganz offensichtlich keine Ahnung hast, wer “die” sind – und was sie seglerisch an Kompetenz und Erfolgen zu verbuchen haben.

      By the way: Ich bin auch kein Fan des STG, und an den Reaktionen hier ist unübersehbar, dass die ein Image- und ein Glaubwürdigkeitsproblem haben … Aber das “bashing”, das hier jetzt stattfindet, geht mir zu weit.

      Oder wer von Euch würde eine Verantwortung übernehmen wollen, wie gerade jetzt Oliver Schwall? Wenn es später heißen könnte: Du hättest es wissen müssen!
      Natürlich kommt jetzt bestimmt wieder das Argument, dass “die” es dann ja auch schon vorher hätten wissen müssen, und das Team erst gar nicht für den YAC melden. Dem kann man entgegnen: Besser man lernt spät, als nie.

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      • avatar Stefan sagt:

        …aber ganz ehrlich Jan? Was hat sich gegenüber dem Zeitpunkt im letzten Winter als die Entscheidung zur Teilnahme getroffen wurde geändert?

        …auch schon damals war klar, was ein AC45 ist. Auch das Format der Regatten war klar. Auch wenn die AC72 nur am Rande etwas mit dem Thema zutun haben, aber es war auch klar was das für Boote in einem neuen und gewärtigen Bereich sind. Immerhin hatte es zu dem Zeitpunkt auch schon die USA-17 zerlegt.

        …nichts hat sich seit einem halben Jahr an den grundsätzlichen Bedingungen geändert.

        …was neu ist, ist ein sehr tragischer Unglücksfall. Aber solche Dinge passieren und haben in diesem Fall mehr mit den internen Strukturproblemen eines Teams zutun, als mit den grundsätzlichen Rahmenbedingungen. Zudem hat es gar nichts mit dem YAC zutun, da es weder die Boote sind, noch sich das Unglück innerhalb des YAC ereignet hat.

        …wer sich heute hinstellt und die AC45 und das Format des YAC als zu gefährlich bezeichnet, der muss sich die Frage nach seiner Kompetenz gefallen lassen. Denn nichts hat sich an den Rahmenbedingungen geändert.

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        • avatar Backe sagt:

          Das stimmt nicht ganz, da es ja nun scheinbar weit weniger Trainingsmöglichkeiten gibt als ursprünglich avisiert …
          … aber ich mutiere hier unfreiwillig zum STG-Anwalt. Das will ich gar nicht.

          Generell sind wir uns sicher alle darüber einig, dass wir gerne eine detaillierte, unmissverständliche Erklärung des STG lesen würden, die die vielen offenen Fragen klärt. Gerne im vollen Wortlaut, und gerne hier aus SR.

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          • avatar Stefan sagt:

            …ja, das sich die Trainingsbedingungen geändert haben, hat aber nun überhaupt nichts mit den aktuellen Ereignissen zutun.

            …das sich Bedingungen ändern ist bedauerlich. Aber dafür lassen sich auch Lösungen finden. Andere Teams haben hierfür ja auch Lösungen entwickelt. Die Schweizer trainieren ausgiebig auf D35-Kats.

            …einfach hinzuschmeißen, weil sich Rahmenbedingungen (für alle) geändert haben, halte ich für beschämend. Hier zielführende Lösungen zu finden, wäre die Aufgabe eines Teams gewesen.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Geradezu absurd erscheint, daß ausgerechnet ein Tornadoprofi (O. Schwall) der gerade aufblühenden internationalen Konkurrenzfähigkeit des deutschen Segelnachwuchses auf State-of-the-Art-Renngeräten den Hahn zudreht.

      Traurig, unverständlich und sehr unprofessionell das Ganze.

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      • avatar Christian sagt:

        es könnte aber auch sein, dass gerade ein Ex-Tornadoprofi am besten erkennt, dass beim AC eine Grenze überschritten wurde. Bei den gerade mal 170 Segeltagen aller Teams mit AC 72 sind zwei Großcrashs und ein Toter zu verzeichnen zu gewesen. Das ist nicht hinnehmbar, und es ist auch nicht vergleichbar mit anderen Segelevents.

        Unabhängig davon ob die AC45 wriklich wesentlich sicherer sind. Es ist nicht ehrenrührig, hier mit einem Rückzug ein Zeichen zu setzen.

        Dass die Informationspolitik des STG wieder einmal bescheiden ist, ist ein anderes Thema. Die Entscheidung selber ist vertretbar.

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        • avatar dubblebubble sagt:

          Vielleicht war es früher sogar Teil seiner Motivation als er beim Slippen hören durfte “Boah bei DEM Wind gehsu raus? Mit dem Tonadoooh? …”

          😉

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          • avatar Christian sagt:

            wer Oliver Schwall und das STG nicht mag, soll das bitteschön bei einem anderen Thema als diesem auslassen. Selbst wenn die Entscheidung bzgl. des Youth Cup überzogen oder verfrüht gewesen sein sollte, sind solche hämischen Kommentare einfach nur hässlich.

            Hier geht es angesichts des völlig unnötigen Todes eines Seglers um Safety first. Über diesbezügliche angemessene Maßnahmen kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber das bitte mit Respekt.

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        • avatar Uwe sagt:

          Richtig Christian,

          man möchte den Veranstalter des AC nicht mehr indirekt durch die Teilnahme am Youth AC unterstützen und zieht sioch deshalb zurück.
          Darüberhinaus wäre ja im Falle eines Unfalles beim Youth AC mit einem gewaltigen Shitstorm und evtl auch Schadenersatzansprüchen gegenüber den Verantwortlichen des STG zu rechnen, so dass man sich auch aus diesem Grunde zurückzieht.
          Ich halte die Entscheidung des STG daher für richtig.

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    • sag mal du Witzbold … hast du das bei der 49er Gebrauchsanweisung im Niemeyer Katalog gelesen?
      Mannomann ….

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  5. avatar RVK sagt:

    Vielen Dank an Carsten für diese klare Analyse und diesen super Kommentar! Deswegen liest man Segelreporter so gerne! Ich bin gespannt wie das STG mit diesem Management- und Kommunikations-GAU umgeht.

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    • Ja klasse Analyse von Carsten!
      Nur merkwürdig, dass er es so sieht, denn er war als NRV Vorstand sowohl in die Entscheidung wie auch in die Kommunikation eingebunden.
      Die Entscheidung wurde übrigens einstimmig gefällt.
      Allen ist dort auch sehr wohl bewusst, dass die Finanzierung zu 100% stand und dass auch bereits ein Großteil des Budgets bereits bezahlt wurde!

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  6. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Danke Carsten!

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  7. avatar Christian sagt:

    Diese Aussage von STG-Gründer Oliver Schwall ist doch respektabel: “Außerdem empfinden wir unsere Entscheidung als wichtiges Zeichen nach dem Unglück. Die müssen endlich einmal anfangen nachzudenken.”

    Das ist doch ein richtiges Zeichen in Richtung AC: Dass es nicht immer so weiter geht mit den extremen Risiken. Das Limit ist erreicht und wahrscheinlich auch schon längst überschritten. Die Segelsöldner zahlen mit ihrem Leben, nicht die Milliardäre und die Fans vor den Bildschirmen. Erstere sollten nun entscheiden können, wie es weiter geht. Nicht wir Sesselpuper.

    Dass ein AC45 wesentlich ungefährlicher als wie ein AC 72, mag glauben, wer will. Er mag nicht so krass sein wie ein AC 72, aber dass bisher noch nichts schlimmes passiert ist, war Glück. Ebenso bei den Extreme 40. Der Crash in Oman hat aber schon eine gute Vorahnung gegeben, was auch bei 40 Fuss passieren kann.

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  8. avatar o_O sagt:

    Ich würde vom STG gerne ein offizielles Statement lesen, in dem die Durchfinanzierung des ganzen Projektes glaubhaft dargestellt wird. Wer sind (waren) die Sponsoren? Wo sollte das Geld herkommen? O-Ton ist ja, dass alles 100%ig durchfinanziert war… Nur glaubt das halb Segeldeutschland scheinbar nicht.

    Ansonsten hinterlässt der überstürzte Ausstieg innerhalb von nicht mal 24 Stunden (Der Vorfall ist am Donnerstag Abend passiert – am Freitag war der Bericht vom Ausstieg schon auf yacht.de) einen sehr faden Beigeschmack. Wenn es nicht nur an der Sicherheit der Segler gelegen hat, sondern wenn die Sicherheit eine vorgeschobene Ausrede für die fehlende Finanzierung ist, dann währe das fürs Image der Verantwortlichen ein Totalschaden!

    Ein Eingeständnis, dass das Projekt nicht schaffbar ist, weil sich keine Sponsoren finden lassen (wer kennt solche Probleme nicht?), wäre sicherlich auf mehr Verständis gestoßen als eine faule Ausrede.

    Wenn das Projekt tatsächlich nachweisbar durchfinanziert war – nun, dann kann man den Verantworlichen nur noch vorwerfen, dass sie sich im Voraus nicht genug Gedanken über die Sicherheit gemacht haben…

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  9. avatar Markus sagt:

    Segelass, ich bin völlig deiner Meinung.

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  10. avatar Andreas Ju sagt:

    Bei allem Für und Wider: Sollten die Segler tatsächlich erst in den Medienvom Abpfiff erfahren haben, wäre das kommunikativ und menschlich ein Totalversagen. Die Jungs hängen viel Zeit, Geld und Hoffnungen an ein solches Projekt.

    Heutzutage ist fast jeder innerhalb von 24 Stunden irgendwie erreichbar – da hätte die Absage auch noch einen Tag mehr Zeit gehabt.

    Wenn es denn alles wirklich so gewesen ist. Von STG und/oder den Seglern war noch nichts Verbindliches zu lesen. Vielleicht hat es also doch eine ordentliche interne Kommunikation gegeben? Das sollte das STG bald klarstellen, um Gerüchte durch Fakten zu ersetzen.

    Die Forderung eines Finanzierungsnachweise halte ich hingegen für falsch – welcher (potenzielle) Sponsor hätte sowas je gemacht? Ich finde, da besitzt die Community keinen berechtigten Auskunftsanspruch.

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  11. Der Tod eines Seglers, darf nicht für Diskussionen um Geld oder Machbarkeit eines Projektes missbraucht werden, dass verbietet der Anstand.

    Aber wer segelt, und wer vielleicht auch Katamarane segelt und dies auch auf Regatten, muss wissen, dass er sich in Gefahr bringt – siehe F18 Regatta am Zwischenahner Meer, am letzten Wochenende. Die Entscheidung ob die Jungs (STG/NRV Team) auf das Boot steigen und zur Regatta raus fahren oder nicht, müssen sie selbst treffen. Dass Funktionäre jetzt erst begreifen, was da auf den AC 72 Kats passiert, verwundert allerdings etwas.

    Lasst uns alle einmal an Andrew Simpson und seine Familie denken und froh sein, dass wir alle heil nach Hause kommen.

    Michael

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    • avatar Wilfried sagt:

      Kannst Du mal erklären was das hier mit dem Zwischenahner Meer letztes Wochenende zu tun hat. Das war ne heftige Schauerbö in der alle oder fast alle gekentert sind. Das ist nichts ungewöhnliches beim Regattasegeln. Willst Du jetzt das Jollen- und Katamaransegeln ganz in Frage stellen? Der Einzige der meines Wissens echte Probleme hatte war der Kajütbootsegler der Wasser im Schiff hatte.

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      • Hallo Wilfried,

        nein, natürlich will ich nicht das Regatta Segeln in Frage stellen. Ich segele seit 12 Jahren Regatta auf einem Topcat K1, und habe schon manche unangenehme Begegnungen mit der Ostsee in Scharbeutz gehabt. Es kann bei solchen Böen ab auch anders ausgehen, das wollte ich sagen. Und trotzdem fahren wir alle wieder raus und sollten etwas dankbar sein, wenn wir wieder heil nach Hause kommen. Nicht mehr und nicht weniger !

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  12. avatar STG FAN sagt:

    Die Segler des STG sollten nicht mehr mit dem Auto fahren, erst vor wenigen Tagen gab es einen Unfall mit Toten auf Deutschen Straßen!

    Tote gab es schon im Opti, im 49er usw. Sollen alle diese Klassen jetzt auch nicht mehr unterstützt werden?

    Und Audi gehört sowoeso rausgeschmissen, hier ist jemand in einem Audi gestorben:
    http://www.bild.de/regional/chemnitz/unfaelle-mit-todesfolge/audi-fahrer-bremste-sich-in-den-tod-29675982.bild.html

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    • avatar Christian sagt:

      “Müssten Conger Segler ihre Deutsche Meisterschaft absagen nach einem Unfall bei einer 49ern Regatta? Sollte man sich nicht mehr in ein Auto setzen, weil sich ein Formel 1 Bolide überschlagen hat?”

      Mensch Carsten, wer solche Sprüche raushaut, muss sich über niveausenkende Kommentare wie obigen nicht wundern.

      Niemand von uns kann mit Bestimmtheit sagen, wie gefährlich das Segeln mit AC 45 ist, auch Carsten nicht. Dass beim AC45 bisher noch nicht Gravierendes passiert ist, heißt aber nicht, dass es unwahrscheinlich oder unmöglich ist. Die kinetischen Energien beim Pitchpolen mit 25 Knoten usw. usf sind erheblich größen als bei konventionellen Bootsklassen. Wenn Segler auf den Mast fliegen und er bricht, kentert das Ding binnen Sekunden durch, wie 2011 der Extreme 40 in Qingdao. Bei letzterer Kenterung haben alle Fachleute gesagt: Das wird irgendwann Menschenleben kosten. Jetzt ist es soweit.

      Insgesamt finde ich es unverantwortlich, Stimmung zu machen gegen die Verantwortlichen eines Segelteams, denen es bei ihrer Entscheidung um Safety first geht. Ob diese Entscheidung nach Abwägung aller Gesichtspunkte sachlich gerechtfertigt ist, kann man diskutieren. Aber bitte nicht so, mit billigen Analogien, unnötigen Übertreibungen und aufbauschenden Vokabeln wie “Todesangst”.

      Liebe Segelreporter, das könnt ihr besser.

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      • avatar Uwe sagt:

        Bin ebenfalls enttäuscht, dass SR sein Fähnchen nach dem Wind ausrichtet !

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      • avatar Stefan sagt:

        ” Wenn Segler auf den Mast fliegen und er bricht, kentert das Ding binnen Sekunden durch, wie 2011 der Extreme 40 in Qingdao. Bei letzterer Kenterung haben alle Fachleute gesagt: Das wird irgendwann Menschenleben kosten. Jetzt ist es soweit.”

        …nur weil man alles in einen Topf wirft, wird noch lange keine Suppe draus!

        Aktuell ist weder ein AC45 oder 72 gekentert. Es ist ein AC72 zerbrochen, an dem in letzter Zeit kurzfristig radikale Änderungen gemacht wurden, die deutliche Eingriffe in die Struktur erfordert haben. Ob das letztendlich die Ursache war, die zum zerbrechen des Kat geführt haben, wird sich zeigen.

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        • avatar Christian sagt:

          toller Spruch mit dem Topf, aber er trifft nicht.

          Mein Argument lautete, dass auch bei kleineren Katamaranen als den AC72 einige Risiken bestehen – vor allem bei unerfahrenen Teams mit wenigen Trainingsmöglichkeiten. Und dass es angesichts eines Todesfalles nicht verkehrt ist, ein Zeichen dahingehend zu setzen, dass auch im Segelsport irgendwann Grenzen des Vertretbaren erreicht sind.

          Wenn es nach mir ginge, sollen die Segler selber entscheiden, ob sie teilnehmen wollen. Die über weite Strecken argumentfreie Meinungsmache gegen die STG-Entscheidung wirft aber jedenfalls kein gutes Licht auf die Segel-Community.

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          • avatar sports78 sagt:

            nach deiner argumentation muss auch das engagement bei den nacra
            und tornados sofort beendet werden. sind schließlich kats.
            und segeln gehört generell abgeschafft. immerhin gibt es beim segeln
            seit jahrhunderten tote. alles viel zu gefährlich.

            danke stefan für deine differenzierte aufdröselung.

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      • avatar dubblebubble sagt:

        Da ist sie wieder die GERMAN ANGST vorgetragen im besten Claudia-Roth-Mantra.

        Der Rest der Welt segelt weiter mit den AC45 und erfreut sich am Privileg sich auf diesen Edelrennern mit den Top-Teams messen zu dürfen..

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  13. avatar dubblebubble sagt:

    Hier ist auch noch ein anschauliche Grafik die auf einen Blick zeigt, was hier in einen Topf geworfen wird:

    http://www.cupinfo.com/images/concept-ac45-ac72-ggyc-0001-2.jpg

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    • avatar Stefan sagt:

      …und vor allem: One-Design (von einer Werft) vs. Einzelkonstruktionen (die gewollt am absolut max. Möglichen konstruiert und gebaut werden)

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  14. avatar Brot und Spiele sagt:

    Das ganze lässt sich doch auf die Frage reduzieren – mal ganz nüchtern –
    Wollen wir Spektakel mit Toten und Verletzten, mit TV und Medien, Zuschauerinteresse, Riesen Etats und guten Verdienstmöglichkeiten
    – oder –
    wollen wir unseren bekannten Segelsport mit Finn, Star, Tornado weiter pflegen und dafür auf Medieninteresse verzichten?

    Diese simple Frage muß jeder aktive Segler für sich entscheiden.

    Guckt ihr Formel 1 im TV? Weil die Autos so rassig aussehen, gell?
    Guckt ihr Herren-Abfahrt im Winter? Genau – da kann man ja was lernen bei zugucken wie die das machen.

    Und keiner will Unfälle sehen! Das muß doch klar sein. Deshalb zeigen sie uns den Unfallhergang ja auch ca 10 mal aus jeder Perspektive – bis der Helicopter abhebt… und er schwebt….
    Nein Unfälle wollen wir nicht sehen – wir doch nicht…..

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    • avatar Stefan sagt:

      …ach? Im Finn, Star und Tornado passieren keine Unfälle? In diesen Bootsklassen hat es noch keine Toten gegeben?

      …gerade bei den Olympischen Klassen wird doch aktuell sehr dafür geworben, dass Klassen wie 49er und Nacra so viel Action bringen. Die Toten hier scheinen nicht so von Bedeutung zu seine wie die auf einem AC72.

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      • Ich selbe habe bereits gute Freund und Partner beim Tornado- und 49er -Segeln verloren … also erzählt mir hier nix.
        Der Unterschied ist aber, dass diese Art von Sportgeräten immer noch kontrollierbar sind und man sich behutsam mit intensiven Trainingseinheiten auf Wettkämpfe vorbereiten kann.
        Uns bleiben (leider) nach diverses Kürzungen durch ACM und/oder Red Bull lediglich 10-12 von geplanten 30 Einheiten. Keule (Marcus Koy – Coach) mahnt dieses wachsende Risiko seit längerem an.
        Nach dieser zunehmenden Erkenntnis, der Tatsache, dass wir allein die Verantwortung dafür tragen (übrigens nicht die Segler!!) plus Andrew´s Tot … das hat uns dazu bewogen die Entscheidung so zu treffen.
        Kann man auch anders sehen … haben wir aber nicht!

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        • avatar sports78 sagt:

          für die quali haben die einheiten aber gereicht,
          oder sehe ich das falsch? von unkontrollierbar habe ich jedenfalls damals
          nichts gelesen.

          “Der Unterschied ist aber, dass diese Art von Sportgeräten immer noch kontrollierbar sind und man sich behutsam mit intensiven Trainingseinheiten auf Wettkämpfe vorbereiten kann.”

          für diejenigen, die dabei verunglückt sind, waren sie es anscheinend nicht.
          und das war genauso tragisch wie die ereignisse jetzt. und ein ac 72, modifiziert von
          artemis ist immer noch kein ac 45.

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        • avatar Martin B. sagt:

          Danke Oli!

          Ich hoffe, du siehst meine zwei Fragen ganz oben noch.

          Hier zu den Trainingstagen: Ich persönlich erkenne nicht, warum das Risko erst einsetzt, wenn man schon fast fertig ist mit dem Training. Im Gegenteil. Das Risiko (egal ob noch nicht aufgedeckte Materialschwächen oder Bedien”unzulänglichkeiten”) sinkt von Tag zu Tag. D.h. – extrem visualiert – Trete ich nur zum Rennen an, habe ich ein ziemlich hohes Risiko an diesen Tagen. Aber davor keines gehabt.
          Trainiere ich 100 Tage davor, ist mein Risiko beim Rennen zwar gering, aber am 1. Trainingstag bin ich schon das gleiche Risiko wie beim Rennen eingegangen, am zweiten noch eines, am dritten… usw.
          Das größte Risiko IST die STG-Mannschaft bereits eingegangen. Da hat man nicht gekniffen. Jetzt, wo sie schon gezeigt haben, dass sie das Ding (sogar relativ zu anderen Mannschaften) gut unter Kontrolle haben, und einige Risikotage sogar ausfallen (Anmerkung: Augenzwinkern) verstehe ich nicht, dass das Risiko plötzlich so unfassbar höher ist als am Anfang, wo man gesagt hat: “Das Risiko gehen wir ein”.
          Natürlich riskiert man im Wettkampf mehr. Wettkampf hatten wir aber schon. Das ist aber eine Einstellungssache und ist charakterlich oder Anweisungsbedingt, nicht abhängig vom Boot.

          Bei der Durchsicht obiger Antwort sehe ich eine Überheblichkeit dem 49er gegenüber: Das Risiko sei kontrollierbar. Das will ich (!) nicht einem Verunglückten sagen.
          Während Andrew wohl allem machtlos ausgeliefert war? ich möchte dich als 49er.-Vorschoter bei einem Nosedive (“Fehler” des Steuermanns, der Welle oder des Kickers) nicht unter dem Schiff in den Wanten hängen sehen und dir dann noch ins Gesicht sagen: “Das wäre für dich kontrollierbar gewesen. ”

          Dinge, die man nicht kontrollieren kann gibt es ausser beim Couch-Workout endlos.

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      • avatar Andreas Ju sagt:

        Ich finde es ist das Recht des STG, die Risikoeinschätzung völlig frei selbst zu treffen und zu entscheiden – in beide Richtungen – und müssen außer gegenüber den Seglern niemandem Rechenschaft ablegen. Und wenn das STG findet, Optisegeln ist zu gefährlich und wird nicht mehr gefördert, haben sie auch dazu das Recht und wäre für mich in Ordnung. Wer sind wir denn, uns hier zum Richter zu erheben?

        Die aktuelle Entscheidung kann man natürlich so oder so finden – und seine Meinung vielleicht auch mal für sich behalten. In jedem Fall sind diese teilweise polemischen Kommentare unter dem Deckmantel der Anonymität hier nicht nur niveaulos sondern angesichts des Todes eines tollen Seglers auch völlig unangebracht.

        Wie Oli habe auch ich schon eine Freundin durchs Segeln verloren. Laserbaum gegen den Kopf bekommen, Genick gebrochen. Und würde über diese Dummschwätzer-Kommentierungen nach einem solchen Vorfall gekotzt haben!

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  15. avatar Jan sagt:

    Besser hätte man den Artikel nicht schreiben können, nach den tragischen Unfällen im 49er und 18ft wurden keine Regatten abgesagt und dort kann es täglich zu einem neuen tragischen Unglück kommen!
    Ich selber habe mit meinem Steuermann einem 49er Segler der sich im Want verfangen hatte gerettet, das war auch kurz vor knapp, sowas kann passieren.

    Ich denke nicht das man die Kompetenz des STG oder Oliver Schwall wegen der Absage in Frage stellen sollte, da spielen viele Faktoren eine Rolle.

    Mein Mitgefühl gilt der Familie von Andrew Simpson, wer selbst Kinder hat fühlt doppelt mit.

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  16. avatar Segler sagt:

    Aus fast allen größeren Katastrophen im Offshore segeln hat man gelernt, bzw. die Regeln wurden starkt geändert. (z.B. fastnet 79; Sydney-Hobart 98; etc)
    Mal gucken ob beim Cup auch dazu gelernt wird.

    Die STG Entscheidung kann man nicht kritisieren, finde ich.

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  17. avatar Heiko Kröger sagt:

    Ein AC45 ist definitiv kein Spiel- und Spassgerät. Genauso wenig, wie ein 49er oder Nacra bei 25 Knoten Wind. Wo ist der Unterschied? Kein vernünftiger Segler würde mit wenigen Trainingseinheiten mit dem 49er oder Nacra bei viel Wind zur See fahren! Es wäre zu gefährlich – ganz einfach. Ein AC 45 ist mit Sicherheit mit einem ähnlichen Gefährdungspotental, wie ein 49er segelbar wenn man über 200 Wassertage oder mehr auf ihm absolvieren würde. So machen es nämlich die 49er-Piloten, die zur Weltspitze gehören.
    Die Reduzierung der Trainingseinheiten durch das AC-Management allein ist schon Grund genug. das Projekt zu beenden. Der Todesfall kommt nun noch dazu.
    Welche Entscheidung nun die richtige gewesen wäre, würde man am Ende des Cups definitiv wissen – aber was wäre, wenn man durch Verletzungen der Segler die bessere Entscheidung gewesen wäre, dass man besser nicht gestartet wäre? Dann ist es doch besser die schwere Entscheidung zugunsten der Sicherheit zu treffen!

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  18. avatar jorgo sagt:

    Es gibt wohl leider nicht nur die sog. “German Angst” …. es gibt wohl auch die “German Meckermenthalität”.
    Dieses Pendel schlägt erfahrungsgemäß in alle Richtungen.
    Hätte STG jetzt keine Konsequenzen gezogen, wäre der Shitstorm möglicherweise aus einer anderen Richtung aufgezogen…… .Es macht wahrscheinlich manchmal wenig Spaß hier Verantwortung zu übernehmen.

    Die Frage ist doch auch:
    Für welcher Leute Interessen hält wer seinen Kopf hin?
    AC , die Megashow der Superreichen ….. was hat das eigentlich mit STG, mit international und olympisch- orientierten Segelathleten zu tun? Wer bestimmt da die Regeln? Was ist daran überhaupt in irgendeiner Form demokratisch und nachvollziehbar? Könnte da letztlich ein verantwortlicher Skipper bei der Veranstaltung an Land bleiben oder Aufgeben, so wie es bei jeder normalen Regatta der Fall ist wenn er für seine Crew die Sicherheit nicht mehr garantieren kann?
    The Show must go on….. . Tatsächlich?

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  19. avatar Segelass sagt:

    Schwall denies allegations that the true reason for Sailing Team Germany’s withdrawal is not a moral concern, but a shortage of funds. “That’s absolute nonsense. The whole campaign was clearly and completely funded,” he said. “Accusations of this kind are inappropriate and without merit.”

    http://www.tradeonlytoday.com/home/525056-german-team-withdraws-after-americas-cup-tragedy

    Proove it!

    Wenn ja, dann 100% verständlich, dass sich das STG (so) zurück zieht. Wenn nein, dann müsste man wohl zurück treten.

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  20. avatar Mrsail sagt:

    ihr Witzbolde.

    was ist das hier? die scheiß piraten partei ? ist das euer verständnis von demokratie?

    alle die hier bashen, stg übernimmt verantwortung, das hat nicht mit german angst zu tun, ihr hier alle schreibt etwas runter was es so nicht verdient hat.

    Ok man könnte von ex werbern etwas mehr weitblick was die kommunikation angeht erwarten.
    was fällt euch eigentlich ein “prove it” (mit einem o du honk, u ja ich schreibe alles klein) zu fordern , kein mensch ist dem haufen von armchair sailors hier irgendeine antwort schuldig!

    die einzigen vor welchen sich die stg rechtfertigen muss sind die Sponsoren , der NRV + andere Yachtclubs sowie dem team. ich hoffe das nicht ernsthaft ein deutscher segler aus der bild vom ende erfahren hat, wenn ja ist auch nicht schade drum…….

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Lieber Mr. Sail,
      mal den Mund nicht gleich so vollnehmen mit Fäkalwörtern. Das hinterläßt bei Dir ‘nen schlechten Geschmack und bei den anderen ganz sicher keinen Respekt vor Dir!

      Ist die Beschimpfung (politisch) andersdenkender Dein Verständnis von Demokratie?

      Wofür übernimmt STG Verantwortung?
      – Für die Gesundheit und das Leben der Segler.

      Wie hat sich das Risiko für die Gesundheit und das Leben der Segler durch diesen schlimmen Unfall in einer anderen Bootsklasse geändert?

      Gar nicht. Genau.

      Was also rechtfertigt diesen Schnellschuß außer “German Angst”?

      Nix!

      Zum Thema “armchair sailors”: Ich segle selber (wie sicher die meisten anderen Kommentatoren)!
      Leider schafft meine Mühle nur bis ca 20 kts, aber sooo viel schneller sind die 45 ja nun auch nicht.
      Und trotz des Unfalles werde ich weiter segeln. Auch mit meiner Freundin. Es hat sich nämlich an
      unserem Risiko absolut nichts geändert!

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  21. avatar SR-Fan sagt:

    Ohje – was ist das denn hier für ein Gemetzel? Wahrscheinlcih schreibt mal jemand ne Doktorarbeit über den Tonfall und die Entwicklung von Beiträgen in Foren bei strittigen Themen – vielleicht auch im Hinblick auf die “Anonymität” im Internet …

    Ich finde es zunächst mal sehr positiv, dass sich ein Oliver Schwall (ich gehe davon aus, er ist “echt”) zu dem Thema hier im Forum meldet und (in Teilen) Stellung bezieht. Vielleicht etwas spät und vielleicht auch etwas spärlich aber es wäre eine sehr gute Basis um das Thema zu diskutieren. Ihn dann gleich niederzuschreien und damit “zu verschrecken” ist dieser Seite nicht würdig und zeugt von einem besch… Stil! So eine öffentliche Diskussion würde die Entscheidung (wahrscheinlich) nachvollziehbarer machen. Aber auch die STG, die bisher ja eher durch Jubel-PR auf sich aufmerksam machte, könnte davon zukünftig profitieren. Letztlich also ne WinWin-Situation.

    Mich würde z.B. interessieren, warum Carsten – der ja offenbar in die Entscheidung eingebunden war – sich dort zumindest nicht enthält, auf SR jedoch die Entscheidung in Frage stellt?

    VG

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      richtig ist, dass ich ein beratendes ehrenamt für die kommunikation beim nrv bekleide, falsch, dass ich in die entscheidung eingebunden war.

      das ist aber auch unwichtig. mein hauptanliegen ist SR, und da hielt ich es für wichtig, bei diesem thema farbe zu bekennen. ohne frage hat die nrv verbindung eine stellungnahme in diesem fall schwieriger gemacht, aber ich habe mich dennoch dafür entschieden. so verstehe ich eben SR.
      im übrigen sollte es erlaubt sein neben den vielen gensauso ehrlich gemeinten jubelarien, die bei SR zum STG thema verbreitet wurden auch einmal kritische töne anzumerken.
      nach wir vor sehe ich im allgemeinen die STG verdienste sehr positiv. nie war die nationalmannschaft professioneller und schlagkräftiger organisiert. und besonders auf die segel-bundesliga freue ich mich sehr.
      dennoch halte ich nach wie vor die absage des youth america’s cup für einen großen fehler und ärgere mich für die segler. ich kann aber genauso verstehen, wenn das jemand anders sieht.

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      • avatar Christian sagt:

        Carsten, von Verständnis für andere Sichtweisen ist in deinem Kommentar aber nix zu merken. Das war ein ziemlich grobes Stück Stimmungsmache. Ein entsprechend unschöner Shitstorm folgte prompt auf dem Fuße.

        Bin wahrlich kein großer Freund des STG, aber dieser Kommentar ist ein echter Bärendienst gewesen – übrigens auch gegenüber Debatte über mehr Sicherheit im Segelsport, die angesichts wiederholter Unfälle immer wieder notwendig ist. Ein bisschen mehr Hintergrundrecherche und Interviews mit wichtigen Protagonisten wären seriöser gewesen. Ihr könnt das doch eigentlich, warum dann nicht bei einem so heiklen Thema?

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 22

        • avatar sports78 sagt:

          ach christian,

          da steht doch deutlich kommentar drüber. das heißt “farbe bekennen”,
          und spiegelt nun mal die meinung des autors wieder. sonst wäre es
          kein kommentar.

          mangelnde seriosität ist das nicht. das wäre es, wenn der kommentar als
          Bericht getarnt worden wäre und dann nur eine Meinung beinhaltet hätte…Hintergrundberichte und Interviews
          sind ein anderes genre und ebenfalls auf sr zu finden.

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          • avatar Christian sagt:

            Sports78, gegen Farbe bekennen hab ich gar nichts, und Carsten soll seine Meinung so gar unbedingt kund tun – ob man sie nun teilt oder nicht.

            Mir ging es um die Art und Weise seiner Kommentierung, die ich schwache finde angesichts des sonstigen hohen Standards bei Segelreporter.

            Was soll es zum Beispiel, die STG-Entscheidung mit folgenden hanebüchenen Vergleichen lächerlich zu machen?: “Müssten Conger Segler ihre Deutsche Meisterschaft absagen nach einem Unfall bei einer 49ern Regatta? Sollte man sich nicht mehr in ein Auto setzen, weil sich ein Formel 1 Bolide überschlagen hat?” Das schielt auf den billigen Meinungsmach-Effekt, ist aber inhaltlich substanzlose Polemik.

            Weiteres Beispiel: “Mitch Booth hatte zuletzt in Neapel gezeigt, dass er auch mit seiner “Segelschule” vom China Team keine Todesangst auf AC45 haben musste.” Niemand hat je behauptet, dass man auf einem AC45 Todesangst haben muss. Das ist eine unnötig aufgebauschte Sensations-Sprache an dieser Stelle, ebeso bei der Überschrift “Lebensgefahr?”. Es ging um eine Riskoabwägung des STG, die man nicht teilen muss, die aber nicht von Todesgefahr und ähnlichem sprach. Man sollte denen nicht unterstellen, was sie nie gesagt haben.

            Nächstes Beispiel: “Dass die deutschen Junioren sicher mit dem Katamaran umgehen können, zeigten sie bei der Qualifikation in San Francisco, wo durchaus auch bei viel Wind gesegelt wurde. ” Angesichts der sehr wenigen Wassertage des deutschen Teams ist diese Aussage zumindest gewagt. Klar können die Jungs super segeln, das stellt niemand in Abrede. Aber ob sie eine extremes Gerät wie einen AC45 unter allen Bedingungen sicher beherrschen, auch und gerade im Race Modus, ist keineswegs ausgemacht, auch wenn man es flott daherbehauptet. Da sind die Segler selber vermutlich wesentlich bescheidener in ihrer Selbsteinschätzung.

            Nächstes Beispiel: Der folgende Absatz beruht ausschließlich auf Vermutungen und Spekulationen, wie schon rein sprachlich deutlich wird: “Vor diesem Hintergrund scheint die Absage ein unüberlegter Schnellschuss zu sein. Finanzielle Hintergründe sollen allerdings nach offizieller Aussage nicht dahinter stecken. Aber die Kosten für Leihgebühren und Deposit werden immerhin noch auf 90.000 Euro geschätzt. Ein Sponsor wurde offenbar noch nicht verpflichtet.” Eine einfache Nachfrage beim STG hätte dem Informationsmangel abgeholfen und den Kommentar besser fundiert.

            Richtig gut finde ich hingegen diese Stelle hier: “Vielleicht sollte man sich zusammensetzen und den Seglern ermöglichen, ihr eigenes Projekt durchzuziehen.” Mehr Mitbestimmung für die aktiven Segler – darauf können wir uns in jedem Fall einigen.

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        • avatar Walfrikassee sagt:

          Naja von einem Shitstorm kann man da nicht wirklich reden…
          Ein paar Artikel wurden von ca. 10 – 15 Protagonisten mit mehr oder weniger qualifizierten Kommentaren umrandet…
          Da kann man sicher max. von der Meinung einiger Individuen reden sprich das ganze kann auch geflegt ignoriert werden!

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      • avatar dubblebubble sagt:

        Hast völlig recht Carsten. Die Absage ist eine krasse Fehlentscheidung.

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  22. avatar Friedrich sagt:

    Carsten, ich stimme Dir völlig zu. Traurig für den Segelsport in Deutschland, rückwärtsgewandt und schlicht falsch. Auch ich hätte spontan wohl eher zu viel Schiss, um auf so einen 45er zu steigen, jedenfalls bei Wind. Aber das ist völlig irrelevant. Denn jeder Segler entscheidet selbst, ob er das will. Und das Gerede von der “Verantwortung” des STG ist nicht die entscheidende Frage. Sebastian Vettel hat auch selbst entschieden, dass er sein Leben für unsere Unterhaltung und den größten Kick, den er sich wünschen kann, riskiert. Verantwortung seines Teams hin oder her. Der Unfall von Artemis ist furchtbar und der tod eines Seglers kein Kolateralschaden (ekliges Wort). Ob bei den AC 72 alles im Griff ist, darf man mit Fug und Recht bezweifeln, wenn die Dinger in der Luft zerbröseln. Und ob man die jemals beherrschen kann, sei dahin gestellt. Dinosaurier sterben aus.

    Die 45er und die Extremes haben sich durchaus bewährt. Ein Jammer, wenn die junge Segelelite davon und dieser Art zu segeln bewusst fern gehalten wird. Und nicht nur ein Jammer, sondern schlimm für unsere Segelnation. War etwa das deutsche Extreme Team grob fahrlässig, als es ein Jahr lang da mitgemacht hat? Die die als Zuschauer hinten drauf mitgefahren sind selbstmordgefährdet?

    Festzuhalten ist, dass die den deutschen Segelsport bestimmende Riege von Funktionären und grauen Eminenzen eine Riege alter Männer ist. Viele – nicht alle – gestrig, die auch Leute wie Jörg Riechers und alle anderen Einhandsegler für Verrückte halten, die die “Seemannschaft” mit Füßen treten. Was denken die wohl über Flügelkats…? Es ist schlecht, weil es anders ist, als die teakhölzerne, bronzene angebliche Segelherrlichkeit der Vergangenheit. Sie vergessen, dass auch damals Fehler gemacht wurden, die Menschenleben gekostet haben.

    Lasst die Heutigen heutige Entscheidungen treffen!

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  23. avatar Martin B. sagt:

    Oli Schwall hat nun erklärt es wären die wenigen Segeltage. Meine Meinung: Beim Einstieg waren es noch weniger, nämlich Null!

    Ich verstehe, wenn man aus Chancenlosigkeit an einen Rückzieher denkt. Ich würde es nicht machen, denn die Jungs können dabei viel lernen und es wäre der Einstieg Deutscher Kadersegler in das Wissen dieses Sports. Und vor allem: Nur weil man nicht von Haus aus die besten Chancen hat, aufzuhören fände ich für mich unsportlich. Vielleicht sieht man das in höheren Sphären anders?

    Oder ist es doch der tödliche Unfall? Der ändert aber nichts an dem Risiko, sondern nach wie vor nur die Panik bei Personen, die vorher keine Risikoabschätzung getätigt haben. Sind unsere Segler eigentlich 18? Segeln sie unter Zwang den 45er? Haben sie auf strukturelle Probleme oder auf Unzulänglichkeiten hingeweisen? Wenn nicht, hat kein anderer eine Vernatwortung für sie – zumindest nicht ohne sie!

    Was war es denn nun? Der Öffentlichkeit wurde ja Zweiter Grund unterbreitet.

    Und was mich ärgert: Wir werden nie wieder einsteigen können, denn mehr Ahnung kann ja nicht vom Himmel fallen. Da muss man schon segeln dafür. Und das kann man jetzt nicht mehr, weil ja als “zu gefährlich” definiert.

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  24. avatar Pete sagt:

    Gerade in der Pressekonferenz in San Francisco:
    ‘The german FEDERATION (!) withdrew their support of the german team, but the sailors as a team are still registered for the event’
    Interessant dass bei den Veranstaltern der Eindruck entstand es sei der Deutsche Segler Verband der die Segler ausgewählt und gemeldet hat sowie das ganze finanziert hat.
    Im Unterton von Tom Ehmann schwang da irgendwie mit, dass die sich noch mit dem Thema auseinandersetzten wollen und sich mit den Seglern in Verbindung setzten wollen, aber das kann ich natürlich auch falsch interpretiert haben, zumal Tom ja alles immer sehr unverbindlich meint, selbst wenn es verbindlich klingt.

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  25. avatar Laserrecke sagt:

    Habe das exakt so verstanden, Pete. Völliges Informationschaos.

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  26. avatar Super-Spät-Segler sagt:

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Uwe, bist Du noch nie auf einem sportlich gesegelten Rennkatamaran (mit-)gesegelt?

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      • avatar Uwe sagt:

        Ob das Segeln der AC 45 gefährlich sein kann oder nicht, hat etwas mit der kinetischen Energie bei 20 Knoten, und den Abmessungen der Boote zu tun. Mit meiner Person hat es dagegen absolut nichts zu tun.

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        • avatar Super-Spät-Segler sagt:

          Aber Deine Einschätzung von “Gefahr” hat sehr wohl was mit Deiner Erfahrung zu tun!

          Die 20 Knoten sind auf ‘nem 18-Fuß Kat, erst recht Tornado oder auch nem’ Skiff auch zu erreichen. Und z.B. eine Swan 60 hat bei nur 8 Knoten schon mehr mehr als die doppelte kinetische Energie wie ein AC45 bei 20 Knoten!

          Auf einem Fahrrad sind 38 km/h übrigens auch nichts besonderes. Nur wenn man damit hinfällt, landet man meist nicht im Wasser!

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          • avatar Uwe sagt:

            Sorry, ein AC 45 wiegt incl. Mannschaft ca. 2 Tonnen und ist damit ca. 10 mal so schwer wie ein kl. Rennkatamatran. Dementsprechend grössser sind die Folgen (Schäden) eines Zusammenstosses.
            Im übrigen muss ich nicht selbst einen F1 Rennwagen gefahren haben, um dessen Gefährlichkeit beurteilen zu können.
            Zur Beurteilung reichen die Geschwindigkeit und die Fotos und Videos der verunglückten Autos. Gliches gilt für Katamarane.

            Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

          • avatar stefan sagt:

            …nur sind im Unterschied zu klassischen Rennkatamaranen, beim YAC nur zwei Boote auf dem Wasser. Und die ACWS hat ja gezeigt, dass auf freier Bahn es nur sehr selten passiert, das sich zwei dieser Geschosse auf Gegenkurs begegnen. Und bei den Manövern an den Tonnen sind die Boot auch bei viel Wind recht langsam.

            ….der Vergleich mit anderen Booten die in großen Feldern gesegelt werden macht also wenig Sinn.

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    • avatar stefan sagt:

      Lebensgefahr?

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  27. avatar Uwe sagt:

    Danke Stefan,

    wie wir sehen hat man bei den älteren Cuppern vor einem Crash noch genügend Zeit sich eine Zigarette anzuzünden und sich in Sicherheit zu bringen.
    Bei den AC 72 und AC45 fehlt diese Zeit, da alles in Bruchteilen von Sekunden abläuft-

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Du tust ja gerade so, als wären die AC45 zehn mal so schnell als Monos!
      In Wirklichkeit ist es wohl eher der Faktor ZWEI.

      Und ja, da kann man sich halt keine Zigarette mehr anzünden, sondern sich nur
      noch in Sicherheit bringen. Ein bißchen sportlich darf es bei einer Wettfahrt
      doch wohl schon zugehen, oder?

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    • avatar Stefan sagt:

      …dann such dir mal die Crashes bei youtube zusammen, die es von den AC45 dokumentiert gibt. Die sind alle im selben speedmodus wie bei dem IACC, denn an den Tonnen oder vor dem Start sind die Kats genauso langsam. Und auf freier Bahn (wo es den speed gibt) crasht man eben extrem selten, erstrecht nicht im match race.

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