America’s Cup: Nach Japan zeigt Oracle Foiling-Wende – Gesamtes Rennen aus dem Wasser

"Game Changer"

Nach dem ersten Foiling Wende der America’s Cup-AC45-Kats vom Softbank Team Japan zeigen auch die Titelverteidiger von Oracle, dass sie es können.

Beim vergangenen America’s Cup war die erste gestandene Foiling Halse vom Team New Zealand eine Aufsehen erregende News. Sie setzte Oracle extrem unter Druck, da die Amerikaner längst nicht so weit in ihrer Entwicklung waren. Schließlich verloren sie fast die Regatta in San Francisco.

Diesmal könnte die Foiling Wende ein ähnlicher “Game Changer” sein, aber die Bilder  von dem Manöver auf Kufen hat eher eine Bedeutung an der PR-Front. Denn das US-Team und die Japaner trainieren zusammen in Bermuda. Und Oracle hat sein erstes AC45-Testboot Ende 2015 an das spät eingestiegene Team vom 2013 schärfsten Widersacher Dean Barker verkauft.

Japan, Oracle, America's Cup

Oracle trainiert mit Japan in Bermuda. © Sam Greenfield, Oracle Team USA

Die Teams wissen sehr genau, was der Gegner macht. Es müssen keine Spionage-Teams mehr beschäftigt werden, wenn die Konkurrenz in Bermuda gleichzeitig als Sparringspartner fungiert.

Oracle Racing zieht nach

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Oracle kaum einen Tag nach der Veröffentlichung der vermeintlich ersten Foiling-Wende der Japaner, die schon im April erfolgt ist, ein Video zeigt, auf dem sie selber beim Foil-Tacking zu sehen sind. Laut Statement gelang den Amerikanern das Manöver auf den Tragflächen ebenfalls im April zwei Tage nach der japanischen Wende.

Gleichzeitig ist auch davon auszugehen, dass Artemis, der vielleicht größte Konkurrent von Oracle, längst durch die Wenden foilt. Die Schweden trainieren schließlich ebenfalls in Bermuda Seite an Seite mit den beiden gegnerischen Teams.

Von Beginn an des neuen Cup-Zyklus war klar, dass die offeneren Regeln bezüglich der Kontrollierbarkeit der Tragflächen die Leistungsfähigkeit der positiv beeinflussen würden. Schon jetzt ist sicher, dass die AC50, die ab 2017 gebaut werden dürfen, schneller sein werden als die großen AC72 von 2013.

Die Unterschiede liegen im Detail. Es geht um die Bedienbarkeit und die Formgebung der Foils. Am Ende wird es darauf ankommen, wer es schafft, auch bei relativ wenig Wind die Wende zu stehen. Dafür werden Tragflächen benötigt, die mehr Auftrieb verschaffen. Diese erzeugen aber einen größeren Widerstand beim Geradeaus-Fahren.

Auf jeden Fall werden die Teams, die ernsthaft um den Sieg segeln, in der Lage sein müssen, ein gesamtes Rennen durchzustehen, ohne dass die Rümpfe das Wasser berühren. Damit ist endgültig das neue Zeitalter des Foilens eingeleitet.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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