America’s Cup: Nächste AC-Kats 10 Fuß kürzer!

Wird weniger mehr?

Americas Cup, Oracle, Team New Zealand

Zehn Füß kürzer, aber nicht minder spannend im Duell? © Hoyer

62-Fuß-Kat mit Flügelrigg und Foils, aber Einheitsteilen erwartet. Protokoll und Klassenregeln sollen Sonntag (16. März) kommen. Cupverteidiger Oracle trainiert schon beim federführenden Herausforderer in Australien.

Der nächste Americas Cup wird voraussichtlich auf 62-Fuß-Katamaranen gesegelt, also 10 Fuß kürzer als beim 34. AC voriges Jahr in San Francisco. Dank Tragflächen (Foils) und Flügeln (Wingsails) sollen sie genauso spektakulär übers Wasser fliegen, vielleicht sogar noch schneller, aber vor allem sicherer. Die Bekanntgabe der exakten Klassenregeln und des Protokolls, also die wichtigsten Rahmenbedingungen, wird für Sonntag, den 16. März, erwartet.

Zudem solle der nächste Americas Cup „40 Prozent billiger“ werden als sein Vorgänger, hofft Iain Murray, Syndikatsboss beim Challenger of Record, Team Australia, „damit sechs bis zehn Projekte an den Start gehen“. So könnte der besonders teure technologische Wettstreit durch vorgeschriebene Einheitsteile an den Booten eingeschränkt werden, auch wenn eine komplette One-Design-Klasse wie beim Volvo Ocean Race undenkbar scheint.

America's Cup

“Alles geben” wird auch auf 10 Fuß kürzeren Kats das Gebot der Stunde bleiben © ACEA Gilles Martin-Raget

Von welchen Kosten Murray zwei Fünftel herunter rechnet, verriet der vormalige Regattaleiter nicht. So hatte die Titelverteidigung von Team Oracle USA angeblich mindestens 200 Millionen US-Dollar (rund 145 Millionen Euro) gekostet. Somit würde eine erfolgversprechende Kampagne immer noch mehr als 80 Millionen Euro verschlingen. „Voriges Mal hatten wir eine Revolution, diesmal folgt eine Evolution“, erklärte Murray, „was gut war, wird beibehalten, was schlecht war, wird verbessert.“ Die Kernthemen seien Budget und Sicherheit. Ein Super-GAU wie bei Artemis Challenge, deren Kat im Training auseinander brach und Andrew Simpson in den Tod riss, darf es nie wieder geben.

Die beiden federführenden Protagonisten bei der Findung der Eckdaten sind sich im Vorfeld schon erstaunlich einig. Seit kurzem trainieren der Cupverteidiger und sein erster Herausforderer sogar zusammen in Sydney – früher eine undenkbare gemeinsame Sache in der 163-jährigen Geschichte der ältesten Segeltrophäe der Welt.

Während das Team Australia um Skipper und ISAF Rolex Weltsegler des Jahres, Matt Belcher, auf eine junge, einheimische Crew setzt, verkündete Oracle stolz die Verpflichtung eines zweiten US-Boys.

Andrew Campbell, Olympia-Teilnehmer 2008 im Laser, gibt sein Debüt an Bord des AC-45-Trainingsboots.

America's Cup

Abheben und losrasen dürfte auch auf 62-Fuß-Rennern das Motto bleiben © ACEA Gilles Martin-Raget

Der zweite Amerikaner ist Rome Kirby. Vom ehemaligen Taktiker John Kostecki (2002 Volvo Ocean Race-Gewinner mit der deutschen „illbruck“), der nach unglücklichen Entscheidungen im Finale gegen Team New Zealand gegen Ben Ainslie ausgewechselt wurde, ist keine Rede mehr. Da Sir Ainslie auf eine britische Herausforderung setzt, fehlt hier neben Steuermann Jimmy Spithill und Stratege Tom Slingsby noch ein großer Name.

Luna Rossa Artemis

Weiterhin Spannendes von und mit Luna Rossa? © ACEA/GILLES MARTIN-RAGET

Ein altbekannter Name im Cupzirkus aus Italien wird auch den fünften Anlauf auf die Silberkanne nehmen: Patrizio Bertelli, Inhaber des Modehauses Prada, hat Luna Rossa Challenge 50 bis 62,5 Millionen Euro zugesagt. Ob das 2016 zu mehr reichen kann, als den Einzug ins Finale des Louis Vuitton Cups der Herausforderer?

16 Kommentare zu „America’s Cup: Nächste AC-Kats 10 Fuß kürzer!“

  1. avatar Kauni sagt:

    Augen auf und lass dich überraschen

  2. avatar Kauni sagt:

    für Romantiker gibt es die J-Class – wunderschöne Yachten, tolle Events und keine Politik…

    • avatar yuammy sagt:

      …und wenig sportlichem Wert!

      • avatar Friedhelm sagt:

        was????
        zerr mal mit 10 leuten ne 1 über Deck dann sprechen wir uns wieder…..
        Wenn man keine Ahnung hat bitte einfach mal den Mund halten!

        • avatar yuammy sagt:

          …welchen sportlichen Wert sollen Regatten mit Yachten die nur begrenzt vergleichbar sind und bei denen versucht wird über ein VPP-rating eine Vergleichbarkeit zu erzeugen?

          …der sportliche Wert des Segelsports besteht ja nicht darin dass sich Menschen bewegen, sondern an einer objektiv bewertbaren sportlichen Leistung. Und hier sind Ratings oder Handicaps immer der schlechteste Weg. zumal in einer Bootsklasse, die im Grunde die besten Regeln für einen fairen Vergleich mitbringt. Aber dadurch dass es einzelne Eigner gibt, die unter Deck lieber einen versilberten warmen Ar*** haben wollen sind diese wunderschönen Rennyachten zu wunderschönen luxuriösen Wohnmobilen mutiert.

      • avatar Kauni sagt:

        welchen sportlichen Wert hat es wenn man im AC die alten V5 Dinos wieder rauszieht – So wie es Mr Yachti vorgeschlagen hat??

        • avatar yuammy sagt:

          …solange alle mit den V.5 antreten, hat es einen erheblichen “sportlichen Wert”.

          …ob es allerdings Sinn macht wage ich zu bezweifeln, denn der historische Weg von V.1 zu V.5 hat ja gezeigt, dass der AC egal mit was für Yachten gesegelt wird, von der Weiterentwicklung lebt. Und jetzt mit 10 Jahre alten Konstruktionen unter entsprechend alten Regeln anzutreten ist unsinnig. Also müsste es eine V.6 geben.

          …was allerdings der letzte AC in SF gezeigt hat, ist dass sich in dem neuen Format sich deutlich mehr Öffentlichkeit generieren lässt. Und das ist letztlich das was gebraucht wird um Sponsoren an so einen event zu binden.

          …wobei der AC ja von seiner Natur her ein Event ist, der ganz gut ohne zentrale Sponsoren auskommt, denn auch beim kommenden AC werden bis auf NZL wieder alle Teams von dem Geld einzelner reicher Menschen bezahlt.

          • avatar Kauni sagt:

            Das stimmt so nicht es sind mindestens 10 Teams in der Pipeline die versuchen “normales Sponsoring”auf die Beine zu stellen – Jedoch wären die R6D Kosten um die V5 weiterzuentwickeln für neue Teams unerschwinglich – da ihnen 10 Jahre Entwicklungsknowhow fehlen…

          • avatar yuammy sagt:

            …ach? welche Teams ausser TNZL, das sich durch sammeln von Sponsorgeldern finassiert, ist denn wirklich ernsthaft am Start? Aktuell würde mir da nur noch BAR aus England einfallen.

  3. avatar Yachti sagt:

    Egel wie lang oder kurz die jetzt sind,

    Kats sind scheiße für ein so renommiertes Rennen.

    Wofür gibt es dann noch die extreme sailing series.

    LIKE: Die alten Cupper wieder einführen

    DISLIKE: Kats

    Eure Meinung dazu würde mich mal interessieren 🙂

    • avatar Yachti sagt:

      Wahnsinn, dass das so ausgeht, hätte ich so nicht gedacht…. Danke an alle die abgestimmt haben 🙂

      • avatar Kauni sagt:

        ein erneuter Beweis der Qualität von Schwarm Intelligenz 🙂
        Aber nur noch eins zu dem Thema eine Rückkehr in die alte Klasse wäre ca. 10 mal so teuer wie die Schaffung einer Neuen….

        • avatar dubblebubble sagt:

          Mono-Freunde könnten hier aber von Schwarmdummheit reden… , die ja auch vorkommen soll, öfter sogar als das Pendant.

          • avatar Super-Spät-Segler sagt:

            Wie schrieb ein weiser Mensch einst?
            People sail for fun and no one has yet convinced me that it’s more fun to go slow than it is to go fast.

  4. avatar Kauni sagt:

    selbe quellen wie Yacht & Co – spannend dass ein Deutsche Team auf der Liste steht – mal sehen von welchem Baum das fällt 🙂
    Wenn sich am Wochenende die Gerüchte bestätigen dann heißt das aus meiner Sicht good by Europe – denn mit dem Zeitunterschied zu Hawaii sind wir bei weit über Mitternacht – also medial eine Katastrophe.
    Ebenso bin ich neugierig wie 100 Mio Sponsorhship generiert werden sollen mit dem großen Risiko nach der AWS heimzufahren – also außer Spesen nichts gewesen.
    Good Job Mr. Coutts!

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