America’s Cup: Neue Foil Konstruktion à la “Hydroptère” genehmigt

Bei den Franzosen abgeguckt

So war's bisher: S-förmiges Steckschwert © AC Media

So war’s bisher: S-förmiges Steckschwert © AC Media

Das America’s Cup Vermessungskomitee hat der Anfrage eines geheim gehaltenen AC-Syndikats bezüglich einer neuartigen Foiler-Konstruktion Regelkonformität bescheinigt. Dabei geht es um eine neue Schwert- und Foiler-Form für die AC72 Katamarane, die jetzt schon auf Flügeln unterwegs sind.

Aber bisher wurden S-förmige Steckschwerter mit L-Flächen am Ende durch den jeweiligen Rumpf geschoben. Die angefragten Konstruktionen dürften zu einem Flug-Verhalten führen, das schon die “Hydroptère” zum schnellsten Segelboot der Welt gemacht hat.

Von Hydroptère erprobt

Konstruktionsriss zur Verison 1, hochgeklappt © AC Media

Konstruktionsriss zur Verison 1, hochgeklappt © AC Media

Bei der neuen und nun auch vom Vermessungskomitee erlaubten Tragflächen-Version geht es um ein nach innen weisendes Schwertsystem mit angehängtem Foil. Das Schwert zeigt dabei in einem 45°-Winkel nach innen, was für eine bessere Am-Wind-Leistung sorgen dürfte.

Im Gegensatz zur Hydroptère sollen die neuen Schwertaufhängevorrichtungen auf den AC-Kats beweglich bleiben. Das Schwert kann innen unter den Beam geklappt werden.

Version 1, gefiert © AC Media

Version 1, gefiert © AC Media

Durch den Rumpf führt lediglich eines von zwei Haltungssystemen, die von den Vermessern genehmigt wurden: Bei Version 1 wird das Schwert an einer Bogenkonstruktion nach oben und unten gekippt, wobei der Bogen durch den Rumpf verläuft. Version 2 sieht eine Art Servo-Mitnehmer vor, der vollständig im Rumpf eingebaut ist und den Klappvorgang ermöglicht. Bei beiden Versionen hängt das Schwert am Rumpf.

Die AC-Vermesser konnten bei beiden Vorschlägen keinen Verstoss gegen die AC-Regeln erkennen, die insbesondere die beweglichen Teile unter Wasser limitieren. Sie verwiesen allerdings auf einen festgelegten sieben Meter großen Radius, in dem sich die Konstruktionsveränderungen rund ums Schwert abspielen müssten.

Artemis die Ersten?

Auch wenn offiziell nicht bekannt wurde, welches Team diese Anfrage stellte hat, ist sich die Szene mittlerweile sicher, dass es sich um Artemis handelt.  Beim letzten Kranen in San Francisco wurden in deren Rümpfen lediglich Aufnahme-Vorrichtungen entdeckt – kein Schlitz mehr für Steckschwerter.

Die Anfrage an die Vermesser ist ein zweischneidiges Schwert, weil die Gegner dadurch ebenfalls auf die neue Konstruktions-Fährte gelockt werden. Es könnte aber auch eine falsche Fährte sein.

Andererseits ist die Zeit bis zum America’s Cup 2013 nicht mehr lang. Wenn Teams erst jetzt auf den Dreh mit dem Hydroptère Flügel kommen, könnte die Zeit der ernsthaften Forschung daran schon zu kurz sein. Immer mehr wird klar, dass der nächste America’s Cup Sieg an denjenigen geht, der die Hydrofoil-Technik am besten beherrscht. Die seglerisch taktische Leistung dürfte nur noch eine sekundäre Rolle spielen.

Tipp: K. Schauhoff

 

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „America’s Cup: Neue Foil Konstruktion à la “Hydroptère” genehmigt“

  1. avatar Philipp sagt:

    Es macht Spaß die Entwicklungen zu verfolgen. Seitdem Oracle durch die Probleme mit dem Schwert zurück geworfen wurde und Artemis scheinbar einen ganz anderen Weg einschlägt, ist es (für mich) wieder sehr spannend!
    Ich freu mich umso mehr auf die nächsten AC – News 🙂

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 5

  2. avatar SR-Fan sagt:

    Spannend ist es zwar schon bzgl. des Fortschritts, leider nimmt das ganze aber eher die Form von Autorennen an (viel Leistung, viel Geschwindigkeit, viel Technik, dafür beschränkt sich die “Taktik” auf Tankstopps und Startaufstellung)

    VG

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

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