America’s Cup: Oracle kopiert Fahrrad Grinder vom Team New Zealand

Auch Oracle radelt

Als Neuseeland die America’s Cup Welt mit ihren Rad-Grindern überraschte, beeilten sich alle Teams darauf hinzuweisen, dass es Quatsch ist. Sie hätten das durchdacht, aber verworfen. Nun installiert Oracle auch ein Rad.

Die Gerüchteküche hatte schon gebrodelt. Nach den überzeugenden ersten Auftritten der Neuseeländer in Bermuda soll Oracle hinter verschlossenen Türen an einer eigenen Rad-Version basteln.

Emirates Team New Zealand

Die Fahrrad-Grinder auf dem Kiwi-Cupper. © ETNZ

Nun schreiben die Kiwis selber: “Es sieht so aus, als seien wir nicht mehr die einzigen Radfahrer.” Die australische Website Sail-World bestätigt entsprechende Berichte aus Bermuda. Der Cup Verteidiger habe auf dem Boot im Cockpit eine zusätzliche Anlage installiert.

Anders als bei den Kiwi-Konfiguration soll nun Taktiker Tom Slingsby hinter dem Steuermann Jimmy Spithill auf einem Rad sitzen und zusätzliche Kraft in die Hydraulik einspeisen. Die zwei Handkurbeln vorne im Cockpit bleiben vorerst an ihrem Platz.

Falsche Fährte?

Ob es sich um eine ernsthafte Maßnahme der Oracle-Techniker handelt oder nur eine falsche Fährte für die Konkurrenz, ist nicht bekannt. Es wäre nicht das erste Mal, dass im Cup-Zirkus Fake News befeuert werden, um Energie der Konkurrenz zu binden. Das gehört zum Spiel.

Oracle Team USA

Die normale Oracle Konfiguration mit Taktiker Slingsby (3. v. l.) an der Kurbel. © Oracle Team USA

Aber im Gegensatz zu den Herausforderern hat Oracle bis zum Start des America’s Cups Finals am 17. Juni noch drei Wochen mehr Zeit, um an der neuen Technik zu tüfteln, auch wenn das US-Boot bei den Herausforderern mitsegelt.

Ob die Zeit allerdings ausreicht, um auf den Stand der Kiwis zu kommen, ist fraglich. Die haben schließlich fast drei Jahre daran gearbeitet, und ihre Grinder bereiteten sich gut ein Jahr auf die andere Art der Belastung vor.

Allerdings sieht die Lösung des US Teams auch anders aus, als bei den Neuseeländern. Sie testen offenbar die Rad-Grinder-Station für Slingsby als zusätzlichen Hydraulik-Motor. Von der erhöhten Rad-Position hinter Steuermann Spithill hätte er einen besseren Überblick und könnte mit freien Händen auch noch Trimm-Aufgaben übernehmen. Möglicherweise kann Trimmer Kyle Langford sogar an einer der freien Armkrubel-Positionen eingreifen.

Sicher scheint zu sein, dass die Neuseeländer durchaus Eindruck auf die Konkurrenz gemacht zu haben scheinen. Sie konnten mit Hilfe der zusätzlichen Energie schon sehr stabile Manöver in die Bucht von Bermuda zirkeln. Ob sie am Ende auch schnell genug sind, muss sich noch zeigen.

Und dass auch bei ihnen nicht immer alles glatt läuft zeigt dieses Video:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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