America’s Cup: Oracle Racing segelt erst im Februar und befürchtet Spionage-Strafe

"Hart, den anderen beim Segeln zuzusehen"

Der America’s Cup Verteidiger Oracle Racing gewährt Einblicke in die Reparaturarbeit an dem zerstörten AC72 Katamaran. Anfang Februar soll er wieder segeln.

Nach dem Schiffbruch von America’s Cup Verteidiger Oracle Racing Ende Oktober, war es ruhig geworden um das US-Team. Die Fachwelt rätselte, wie ernsthaft die Kenterung in San Francisco den haushohen Favoriten tatsächlich zurückgeworfen hat. Die Stille aus dem Oracle Lager ließ vermuten, dass Larry Ellisons zweiter America’s-Cup-Sieg  tatsächlich gefährdet ist.

AC 72 Katamaran "USA 17"  durchgekentert

Der 72 Fuß Kat “USA 17” ist durchgekentert, die Flügel unter Ruder und Schwert zeigen unbrauchbar gen Himmel. © Guilain Grenier / Oracle Team USA

Kurz vor Weihnachten scheint das teuerste Segelteam der Welt allerdings aus seiner Schockstarre erwacht zu sein. In einem Update zum Stand der Vorbereitungen lässt Oracle Racing sogar Einblicke in das Allerheiligste, seine Werft, zu. Dort sind die beiden Katamarane zu sehen, die ab Februar gegeneinander segeln sollen.

Dazu offenbart der General Manager Grant Simmer, dass der Zeitverlust ein großes Problem sei. “Für ein Segelteam ist es nicht schön, an Land zu sitzen und der Konkurrenz beim Segeln zuzusehen.” Dieser Satz bekommt eine besondere Bedeutung angesichts der Tatsache, dass die internationale Jury offenbar im Begriff steht, Oracle Racing eine Strafe wegen des Luna Rossa Spionage Protests aufzubrummen. Simmer sagt auch im Video Interview: “Wir sehen unseren Konkurrenten sehr interressiert zu und lernen von ihren Problemlösungen.”

Blick in die Wert: USA 17 von Oracle Racing wird repariert

Der reparierte AC72 “USA 17” von Oracle Racing nimmt langsam wieder Formen an. © Guilain Grenier /Oracle Racing

Er legt auch offen, dass der Schaden an den Rümpfen von “USA 17” offenbar schwerer war, als bisher angenommen. Der kollabierte Flügel hat Löcher verursacht, die zum Wassereinbruch führten. So wird die Reparatur parallel zum Neubau des zweiten Katamarans ausgeführt. Gleichzeitig wird in Neuseeland der zweite Flügel fertiggestellt. Er soll Anfang 2013 in San Francisco eintreffen.

Der Einsatz des reparierte und modifizierte AC72 Katamarans ist für Anfang Februar geplant. Es soll dann nicht mehr lange dauern, bis auch der Neubau fertig zum Einsatz ist.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „America’s Cup: Oracle Racing segelt erst im Februar und befürchtet Spionage-Strafe“

  1. avatar Night Engineer sagt:

    Sagt mal,

    war da nicht eine Regel das ein repariertes oder modifizoertes Schiff als neubau gilt?
    Und wurde damit nicht die 2 Schiffregel untermaurt?

    Oder umgehen die Amis mal wieder Ihre eigenen Regeln? Da dürfte ein Protest der anderen nicht lange auf sich warten lassen….Oder?

    Und hatten die Amis beim Missmatch mit Alinghi nicht wegen der Nationalitäten frage gegen die Schweizer geklagt, weil deren Segel nicht aus der Schweiz wären… Warum bauen die nun einen Flügel in Neuseeland…..???

    Na, ja, vor dem Gesetz sind alle gleich, nur manche sind gleicher… 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 3

  2. avatar wooling sagt:

    Gilt nicht mehr die Regel, dass ein Teilnehmer das Schiff im eigenen Land bauen muss?

    Dafür hatte Oracle beim AC32 sogar gegen Alinghi protestiert. Der Flügel ist doch ein wesentlicher Schiffsbestandteil und Neuseeland ist eindeutig nicht USA.

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  3. avatar yuammy sagt:

    ….es gelten immer die Regeln, die der CoR zusammen mit dem Cupinhaber vereinbart.

    …und das können jedesmal andere sein. Es gab ja früher auch mal die Regel, dass alle Teammitglieder einen Pass des jeweiligen Landes haben mussten, für das sie segeln.

    …das die Flügel aus NZL kommen, liegt einfach daran, das dort die Werft ist die diese für Oracle baut.

    …das Schiff von Prada wurde ja auch in NZL gebaut. Scheinbar gibt es keine entsprechende Nationenklausel für das Material mehr.

    …in sachen Protest ist es viel interessanter, was mit der Tatsache passiert, dass die TNZL Ingenieure das Prada Schiff mitbetreuen, was faktisch bedeutet, das es sich bei TNZL+Prada um ein Dreiboot-Projekt handelt, was nach den Regeln nicht erlaubt ist.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 9

  4. avatar Wilfried sagt:

    Das 2. Bild kann doch wohl kaum der kaputte Kat sein. Zumindestens der hintere Beam hat doch eine völlig andere Form wenn man mit dem 1. Bild vergleicht.

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    • avatar yuammy sagt:

      …der beam hat schon die selbe form. Du lässt dich von der aus aerodynamischen Gründen angebrachten Abdeckung täuschen.

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