America’s Cup: Oracle Team USA verliert zwei weitere Rennen – Nun fünf Tage Pause

"Wir waren schon mal in dieser Situation"

Am zweiten Tag des America’s Cup-Duells in Bermuda segelt der Verteidiger Oracle Team USA nach wie vor überraschend hilflos gegen die neuseeländischen Herausforderer. Dabei keimte heute Hoffnung auf.

Knapper Cross von Neuseeland, aber Oracle konnte nie genug Druck aufbauen. © ACEA 2017 / Photo Gilles Martin-Raget

Die Windgötter schienen es nicht gut zu meinen mit dem schwächelnden America’s Cup Verteidiger aus den USA. Erneut sollte der Wind in dem natürlichen Segel-Stadion von Bermuda nur schwach wehen, und damit sanken die Hoffnungen für ein Comeback auf ein Minimum. Zu schwach präsentierten sich Spithill und Co am ersten Tag des Cup-Matches bei leichtem Wind.

Wenn diese Regatta keine langweilige Angelegenheit werden sollte, musste James Spithill entweder deutlich besser starten, die Designer auf der Suche nach Leichtwind-Speed plötzliche Erkenntnisse gewinnen, oder der Wind stärker wehen.

Mehr Wind macht Hoffnung

Ab 11 Knoten sehen die Experten Oracle deutlich besser im Spiel. Und tatsächlich weht es an diesem Tag plötzlich doch stärker. Oracle baut seine High-Speed-Tragflächen ein, und die Neuseeländer bleiben auf den langen Foils. Haben sie falsch gepokert? Das Blatt könnte sich zugunsten des Verteidigers wenden.

Und Spithill liegt diesmal auch gleichauf nach dem Start und scheint aus der Luvposition über die Kiwis zu rutschen. Aber dann klappt es doch nicht. Neuseeland behauptet die Innenposition und als beide Katamarane simultan halsen zeigt sich, dass der Unterschied der beiden Teams nicht allein in der Geschwindigkeit liegt. Oracle klatscht ins Wasser während Neuseeland einem ungefährdeten Sieg entgegen stürmt. Auch bei dem stärkeren Wind ändern sich die Vorzeichen nicht für das US Team.

Gleicher start im vierten Rennen, aber NZL rutscht später in Luv drüber.

 

Im nächsten Lauf wird es nicht besser. Ein interessanter Prestart zwar, der Spithill einige Möglichkeiten zum aggressiven Angriff gibt, aber der Pitbull beißt nicht richtig zu. Er scheint im entscheidenden Moment zu zögern. Daraus entsteht ein Start, bei dem beide Teams gleichauf liegen. Aber vor der ersten Marke rutscht Burling doch wieder in Luv drüber und liegt vorne.

Mitleid mit Spithill

 

Oracle hat danach einfach nicht den Speed, um näher ran zu kommen. Besonders am Wind können die Kiwis höher segeln, wenn sie es müssen und wollen. Man kann langsam Mitleid mit den Spithill und Co haben. In den vier Rennen waren sie chancenlos. Können sie die Karten noch einmal neu mischen.

Ratlos. Wingtrimner Kyle Langford und Jimmy Spithill finden kein Gegenmittiel, um Neuseeland zu gefährden. © ACEA 2017 / Photo Ricardo Pinto

Fünf Tage Pause stehen nun an, und Spithill betont in der Pressekonferenz: “Wir waren schon einmal in so einer Situation, und wir hatten damals weniger Zeit. Wir haben nun fünf wichtige Tage und werden jede einzelne Stunde davon nutzen. Wir müssen eine Antwort geben.”

“In fünf Tagen kann man viel ändern.” Was soll er auch sagen. Wenn es wo einfach wäre, hätte da US-Team auch schon diese Zeit gehabt vor dem Cup Match mehr zu ändern. Es war schließlich klar, dass die Kiwis schneller sind, als alle anderen.

Aber wer weiß, schon einmal ist das unglaubliche Comeback gelungen. Vielleicht lässt sich die Geschichte ja doch wiederholen. Allein glauben mag daran in Bermuda keiner. Zu überlegen und souverän haben sich die Neuseeländer präsentiert.

Es steht nun 3:0 für die Kiwis. Wer zuerst sieben Punkte erreicht, hat den 35. America’s Cup gewonnen. Das nächste Duell der beiden Teams startet am nächsten Samstag.

Die Leeposition nach dem Start reicht den Neuseeländern aus, einen sicheren Sieg nachhause zu fahren. © ACEA 2017 / Photo Ricardo Pinto

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

4 Kommentare zu „America’s Cup: Oracle Team USA verliert zwei weitere Rennen – Nun fünf Tage Pause“

  1. avatar bowman sagt:

    Auch im Psychospiel ist Burling vorne: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6282498733926154242

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

    • avatar eku sagt:

      Du weißt schon, dass diesen link nur jemand öffnen kann, der bei dem Anbieter registriert ist … das ist aber bei weitem nicht für jeden selbstverständlich.
      Vermute mal, dass es um das geht, was auch die Konkurrenz heute veröffentlichte. ich nenne den Namen mal lieber nicht, aber die Sache an sich hat in der Tat einen gewissen Witz.

      Ganz allgemein: Die div SM Anbieter (damit ist nicht Sado-Maso gemeint!) sind nicht das Internet. Das Internet bzw das www besteht eigentlich aus frei zugänglichen Html-Seiten. Ob mit PayWall oder ohne ist dabei egal, das mag jeder Anbieter für sich entscheiden und so deklarieren.
      Bei dem hintenrum bezahlen (wie bei linked..) habe ich aber deutlich Probleme …

      Nur um den Sachverhalt mal ein wenig ins Bewustsein zu rücken – nicht mehr

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

      • avatar bowman sagt:

        Vielen Dank, mit fehlt da offenbar was. Im Ernst: Das Bild ist auf zig Seiten, nicht nur Segelseiten, weltweit verbreitet worden – das sehe ich nicht als meine Aufgabe.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. avatar eku sagt:

    Zu der ersten Halse heißt es hier: “Oracle klatscht ins Wasser während Neuseeland…t”
    Ich muss ganz klar sagen, dass ich nicht besonders regelfest bin.
    mE: Oracle konnte nicht vor Burling halsen wg Vorfahrt.
    Burling lässt genau so viel Raum wie gerade notwendig, ist aber (weil er die Halsen einleitet) aus der Überlappung (die er selbst vor der Halse noch hatte) raus.
    Oracle kann sich also nicht durch luven wehren, weil achteraus.
    Oracle hat eigentlich keine andere Wahl, als zu stoppen, anderenfalls würden sie Burling in den “A…” knallen.
    Oder anders: um auf den Foils zu bleiben müssen sie luven, was Sie in dem Moment noch nicht dürfen – Sekunden später dürften Sie, sind aber schon zu langsam.
    mE also nicht “unforced”, sondern bewust herbei geführt.

    Aber wie gesagt: bin nicht besonders regelfest, vor allem wann luven beim ac erlaubt ist oder nicht

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *