America’s Cup: Paul Cayard spricht von “Strukturschäden”

"Ziemlich gefährlich"

Nach langer Funkstille zur Ursache der Artemis Kenterung hat CEO Paul Cayard gegenüber ABC gesagt: “Das Boot hat Strukturschäden erlitten. Das ist auf allen Bildern zu sehen.”

Artemis üAC45 Foiler

Artemis übt das Fliegen mit seinem AC45. © Sander van der Borch/Artemis

Paul Cayard will nach wie vor keine Einzelheiten zum Artemis Unfall benennen solange die offizielle Untersuchung nicht abgeschlossen ist. Aber erstmals spricht er offen über einen Schaden als Unfall-Ursache. Zuvor war nicht klar, ob der Bruch am vorderen Beam vor oder nach der Kenterung erfolgt ist.

Der ABC Bericht weist darauf hin, dass Cayard schon vor drei Jahren in einem Interview mit dem Sender gesagt hat: “Das wird ziemlich gefährlich (…) Wenn es einen Crash gibt, werden Körper herumfliegen.”

Er gibt sich nun aber kämpferisch. “Es gibt viele erfolgreiche Menschen im Team. Und die haben keine Goldmedaillen gewonnen, indem sie dort abstoppten, wo der Berg steil wurde.” Er machte noch einmal deutlich, dass Artemis die erste Runde des Louis Vuitton Cups verpassen wird und nicht vor Ende Juli segeln kann.

Artemis

Artemis steht das Wasser bis zum Hals. Die Zeit drängt. © Sander van der Borch/Artemis

Dieser Weg wird besonders vom Team New Zealand Boss Grant Dalton heftig kritisiert, der den Konkurrenten früher an der Startlinie sehen will. Ursprünglich war pro abgesagtem Tag eines Teams eine 100.000 Dollar Strafe vorgesehen. Die Untersuchungskommission hatte aber empfohlen, diese Strafe zu streichen.

Tom Ehman der Vize Kommodore des Golden Gate Yacht Club drischt auf Dalton ein. “Es ärgert immer mehr Leute, dass die Neuseeländer Artemis anklagen, nicht rennfertig zu sein, wenn sie es wünschen. Artemis arbeitet tapfer und fast übermenschlich, um im Spiel zu bleiben.”

Dagegen steht aber nach wie vor die Anklage, dass Artemis als Challenger of Rekord nicht im Sinne der Verteidiger Mehrheit Luna Rossa und Team New Zealand handelt, die beide früher segeln wollen. Der Fall liegt zurzeit vor der internationalen Jury.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „America’s Cup: Paul Cayard spricht von “Strukturschäden”“

  1. avatar wooling sagt:

    Tom Ehman macht es sich wie immer sehr leicht und ignoriert wie so häufig im AC Management den wesentlichen Punkt:

    Team NZL hat ein Schiff gebaut um im versprochenen Wettbewerb zu segeln. Es wurde ein Reglement vorgegeben und eine große Anzahl von Teilnehmern avisiert. Das Reglement hat sich als völlig unbrauchbar herausgestellt und zu den Teilnehmern erübrigt sich jeder Kommentar.

    Es gibt keinen versprochenen Wettbewerb, wenn der zweite Gegner ausfällt. Artemis mag da eine unglückliche Position haben, die Kritik richtet sich aber sicherlich gegen das AC Management. Wenn man es eng auslegt, hat das AC Management falsche Tatsachen vorgespiegelt. Als teilnehmendes Team ist es sogar ein Problem gegenüber den Sponsoren. Denen wurde auch eine andere Veranstaltung angekündigt, als letztlich erfüllt wird.

    Insofern sollten Ehman, Ellison und Coutts den Ball mal lieber ganz, ganz flach halten.

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    • avatar AC Fan sagt:

      Genau. Ist doch mal wieder typisches Ehmann AC-Geschwätz. als Sprachrohr von Oracle. Die Organisation des LVC geht ihn als Commodore des GGYC doch nun überhaupt nichts an. Das ist allein Sache der Challenger, lediglich die Veranstaltungsgenehmigung für die Austragung in der SF Bay muss AC Management besorgen.

      Eines vorweg: Artemis hat einen tragischen Todesfall zu verarbeiten. Aber die Gründe, warum Artemis zum gemeinsam von den Challengern festgelegten Starttermin des LVC nicht fertig ist, sind andere: Sie lagen schon mit ihrem ersten Design neben dem Mainstream, hatten – aller Wahrscheinlichkeit nach – Strukturprobleme in ihrer Konstruktion, und vermutlich auch noch im angefangenen zweiten Schiff, und sind deshalb jetzt hintendran. Das ist i h r Problem. Hätte es stattdessen ETNZ so getroffen, käme jetzt mit Sicherheit keine Unterstützung von Tom Ehman.

      Ich vertraue einfach darauf, dass die international Jury mit Berichterstatter Bryan Willis eine faire Entscheidung trifft. Sonst lässt sich das wirklich keinem Sponsor mehr vermitteln.

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    • avatar Fastnetwinner sagt:

      Ich bin überhaupt kein Fan des AC nach Freemantle. Aber dies ist Toms 11 Americas Cup in Folge und in seinen diversen Rollen war er u.a. auch schon Vorturner der Herausforderer (“Chairman of the Challnger Comittee”). Er hat glaube ich eine lose Ahnung wovon er da spricht. Ich persönlich kenne keinen einzigen Segelfunktionär, der auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Und auch TMZ und Grant Dalton wussten bei Abgabe Ihrer Meldung, dass es keine große Anzahl von Teilnehmern geben würde. Wo sollte die wohl auch herkommen?

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      • avatar AC Fan sagt:

        Erfahrung? Ohne Zweifel! Aber Ehman ist und war immer ein einseitiger Interessenvertreter, und zur Zeit ist seine Seite nun mal Oracle. Und wie und wann und mit wen der LVC stattfindet, geht Oracle nun mal überhaupt nichts an – Erfahrung hin oder her.

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