America’s Cup: Paul Cayards Einsichten in die Kunst des Fliegens

Eine Frage des Widerstandes

Artemis Chef Paul Cayard spricht über die Herausforderungen der Foil Design beim America’s Cup. Er hält den Flugmodus am Wind für nicht wahrscheinlich.

Paul Cayard

Paul Cayard führt Artemis ohne seinen markanten Schnurrbart bisher glücklos. © Artemis Challenge

Im zweiten Teil des Scuttlebutt Interviews mit Paul Cayard gibt der Chef des Challenger of Records Artemis weitere Einsichten in die Welt der Probleme, mit denen sich die America’s Cup Teams beschäftigen.

Dabei macht er noch einmal klar, dass die Cup-Verteidiger vom Oracle Team USA einen vielleicht entscheidenden Vorteil haben. Die Konfiguration der Foils, die für einen Sieg beim Louis Vuitton Cup ausreicht, mag längst nicht die optimale Lösung für das entscheidende Match gegen Oracle Team USA sein. Denn vom 7. Juli bis 31. August ist in San Francisco mehr Wind zu erwarten als im September (7. bis 23.) wenn Oracle an die Startlinie muss.

Zum viel diskutierten Amwind Foil Modus sagt Cayard, dass bisher alle Teams darauf verzichtet haben, die Katamarane hoch am Wind aus dem Wasser zu heben. Der Widerstand sei dafür zu groß. Man solle aber davon ausgehen, dass dennoch etwa die Hälfte des Schiffsgewichtes angehoben werde.

Die Teams probieren zurzeit verschiedene Tragflächenprofile, die den besten Mix zwischen Kreuz- und Vorwindkurs zeigen sollen. Ein Schwert, das mehr im V-Stil geformt sei, erreiche eine größere Stabilität unter Gennaker erzeuge aber am Wind einen größeren Widerstand.

Auch wenn es unwahrscheinlich scheint, dass Artemis noch einmal die Kurve bekommt und den Neubau mit der geringsten Segelzeit aller Teams auf Kufen stellt, setzt Cayard seine ganze Hoffnung auf Steuermann Nathan Outteridge, den zurzeit wohl besten Schnellboot-Steuermann der Welt. Der glaubt, dass das Segelteam, die neuen Herausforderungen auch ohne viel Segelzeit bewältigen können.

Schon jetzt ist aber klar, dass das schwedische Team wohl nicht mehr mit einem konservativen Ansatz gegen die Konkurrenz erfolgreich sein wird. Die fehlende Wasserzeit dürfte in einen radikaleren Design-Entwurf der Tragflächen Konfiguration münden. Es dürfte spannend werden, ob der dann auch von dem Artemis Team sicher über einen Rennparcours gebracht werde kann.

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „America’s Cup: Paul Cayards Einsichten in die Kunst des Fliegens“

  1. avatar Wilfried sagt:

    das Problem des Am Wind foilen ist die Querkraft die nur durch ein immer weiter austauchendes Foil irgenwann nicht mehr gebracht werden kann. Deswegen Foilen die Motten ja auch nach Luv geneigt. Das Verhältnis von Querkräften zu Vortrieb sit Raumschots deutlich besser so das da auch aufrechtes Foilen funktioniert.

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    • avatar andreas sagt:

      Hinzu kommt – vielleicht noch wichtiger, als der Gewinn an Lateralfläche – der zusätzliche, aerodynamische Auftrieb, den das Segel (oder der Wing) bei Luvkrängung erzeugt. Das Prinzip veranschaulicht am besten Sailrocket, wo das Rigg geschätzte 35° nach Luv geneigt steht:

      http://www.youtube.com/watch?v=sZVIj5TUSKE

      Funktioniert so allerdings leider nur auf einem Bug. Und Katamarane lassen sich ja leider eher schlecht nach Luv krängen. Aber warten wir’s ab, vielleicht kommen die Canting Riggs wieder. Hatten wir ja auch schon beim Oracle Tri 2007/8.

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  2. avatar Kevin8862 sagt:

    wie sieht das eig auf dem start-halbwind aus ???

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