America’s Cup: San Francisco scheint ausgeschieden – noch drei Bewerber im Rennen

Aus für das Amphitheater des Segelns

Der 35. America’s Cup wird wohl nicht erneut in San Francisco stattfinden. Die Liste ist auf drei Orte verkürzt worden. San Diego, Bermuda und Chicago sind noch im Rennen.

AC in San Francisco

AC in San Francisco. Eine einmalige Angelegenheit? © ACM

Die Kritik am neuen America’s Cup Format klingt besonders aus Neuseeland sehr laut. Die Kiwis in Person von Grant Dalton werden wohl keine Freundschaft mehr mit Ellisons Oracle Team schließen.

James Spithill macht beim Interview mit dem neuseeländischen Sender TVNZ seine Überzeugung deutlich, dass es keinen Grund zur Beschwerde gibt. Das Setup für 2016 werde deutlich Kosten einsparen. Und wenn es das Team New Zealand nicht schaffe, eine Herausforderung abzugeben, “dann wird es vielleicht von den falschen Leuten geführt.”

Allerdings ist der Vorwurf der Neuseeländer nicht von der Hand zu weisen, dass es für eine von Sponsoren Kampagne essenziell ist zu wissen, wo der nächste Austragungsort ist. So mussten 1987 die deutschen AC Bemühungen abgebrochen werden, weil Australien den Cup gewonnen hatte. Die deutschen Unternehmen hatten nur ein Interesse am US-Markt und nicht an Australien.

Von sechs auf drei

Deshalb bemüht sich Russell Coutts auch um Speed bei der Festlegung des AC Austragungsortes 2016. Er gab am Montag bekannt, dass die Liste auf drei Orte eingeengt worden ist. Erstaunlicherweise soll laut einer AP Meldung San Francisco nicht mehr dabei sein. Nur noch San Diego, Bermuda und Chicago seien noch im Rennen. Newport und Hawaii waren zuvor schon ausgeschieden.

Das Aus für San Francisco wäre eine große Überraschung. Bisher hatte man noch davon ausgehen können, dass es sich bei der Diskussion um den Austragungsort um das übliche Spielchen handelte. San Francisco sollte unter Druck gesetzt werden, bessere Bedingungen anzubieten.

So konnte die Stadt zuletzt keine echte Boxengasse bieten, wo man die Teams treffen konnte. Die Basen von Oracle, Neuseeland, Luna Rossa und Artemis waren unerreichbar für die Fans weit weg vom Rennkurs verteilt. Eine America’s Cup Stimmung wie in Valencia konnte nicht aufkommen.

Pefekte Segelbedingungen

Andererseits trugen die perfekten Segelbedingungen im natürlichen Amphitheater zu einem großen Teil dazu bei, den Erfolg des vergangenen Cups zu gewährleisten. Kaum Zeitverzögerungen, attraktive Starkwind-Bedingungen, wechselnde Strömungsbedingungen, extreme Nähe zum Live-Zuschauer. Viel besser geht es nicht. Ob es sich darauf wirklich verzichten lässt?

Der America’s Cup in San Diego ging 1992 als langweilige Flautenregatta in die Geschichte ein. Sollen allein wirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Auswahl eine Rolle spielen? Bermuda lockt mit Steuervorteilen und hinter der Chicgao Bewerbung steckt ein segelverrückter reicher Finanzhändler.

Das große Problem bei dem Bewerbungsprozess ist aber die Anmeldezeit, die im August abgeschlossen sein soll. Das heißt potenzielle Sponsoren müssen ihre Zusage geben, ohne dass sie wissen, wo der Cup stattfindet. Kein Wunder, dass sich die Neuseeländer darüber aufregen.

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „America’s Cup: San Francisco scheint ausgeschieden – noch drei Bewerber im Rennen“

  1. avatar Thomas Bunte sagt:

    Schade das die Frage der Qualität des Veranstaltungsort für den seglerischen Teil deutlich weniger zählt als der finanzielle.
    Spektakuläre und “weitgehend” verlässliche Wetterlagen haben vor SF tolle Rennen ermöglicht – unabhängig von der Wahl der Sportgeräte!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

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