America’s Cup: Sieht so der neue AC75-Cupper aus? – Ainslie steigt bei SuperSeries ein

Wie ein Schweizer Messer

 

AC75 Cupper

Sieht so der neue AC75 Cupper aus? © David Clark

Wie wird der neue AC75 Cupper aussehen? Ein US-Designer hat sich Gedanken gemacht. Ainslie ist überzeugt, dass wieder geflogen wird und kehrt dennoch zurück zu den Wurzeln.

Wenn es nach dem US-Designer David Clark geht, sieht der Monohull für den 36. America’s Cup aus, als wenn Leatherman oder Gerber passende Hauptsponsoren wären – wie ein Schweizer Messer. Ein schon fast unübersichtlicher Mix aus bewegliche Rumpf-Anhängen bestimmt das Bild unter Wasser.

AC75 Cupper

Die Design-studie im Raumschots-Modus. © David Clark

Dabei dominiert der Neigekiel, der eine Kielbombe nach Luv schwenkt und auch Auftrieb durch die Form des Schafts generieren kann. Clark, der den 8000-Dollar-Foiler Ufo auf den Markt gebracht hat, kombiniert diese Technik mit einer nach Lee gekippten Flosse, die durch die Form des T-Foils nach dem Vorbild der Motte mit Luvkrängung viel Auftrieb erzeugt. Zwei schräg angestellte Ruder-Tragflächen komplettieren das Bild.

Am-Wind-Foiling dürfte mit dieser Design-Variante nicht möglich sein. Das ist allerdings auch so lange nicht klar, bis Ende Oktober weitere Einzelheiten zum AC75 präsentiert werden sollen. Die finale Regel steht erst Ende März 2018 fest.

Ainslie in der 52 SuperSeries

Ben Ainslie, der sich mit seinem Land Rover BAR Team als einer der ersten Herausforderer positioniert, glaubt offenbar auch nicht daran, dass sich das Schiff mit bis zu zwölf Seglern an Bord beim Kreuzen aus dem Wasser hebt.

AC75 Cupper

Möglicher Segelplan im Amwind-Modus? © David Clark

Darauf weist jedenfalls sein Schritt hin, eine Kooperation mit dem Briten Tony Langley in der 52 SuperSeries einzugehen. Die TP52 sind vergleichsweise LowTech-Yachten, da sie nicht einmal über einen Neigekiel verfügen. Ihr Amwind-Speed ist eher gering, und dadurch kostet eine Wende vergleichsweise wenig. Aber diese Zutaten führen zu klassischem taktischen Segeln. Und möglicherweise können sie auch beim nächsten America’s Cup eine größere Rolle spielen.

Ainslie macht keinen Hehl daraus, dass er die Entscheidung weg vom Kat für falsch hält. Er sieht aber nun die SuperSeries als Mittel zum Zweck, um sein Team auf den Cup vorzubereiten. “Sie erlaubt es nicht nur unserem Segel- sondern auch dem Designteam, die Werkzeuge und Methodik für eine erfolgreiche America’s Cup Kampagnezu entwickeln.”

Langley soll dabei weiterhin am Steuer stehen, wie auch die Kollegen der Owner-Driver-dominierten Klasse. Vor dem Cup 2007 in Valencia wurde die TP52-Serie von mehreren Teams wie auch von Ainslie zur Vorbereitung genutzt. Damals konnten auch potenzielle Steuerleute in diesem Umfeld üben. Es muss sich nun zeigen, ob sich die von den Eignern dominierte Regatta in dieser Richtung öffnet und sie damit an Bedeutung gewinnen würde.

Match-Race-Wissen wieder gefragt

Im Zuge dieser Entwicklung könnte auch das Match Race eine neue Wichtigkeit erlangen. Während die internationale Szene seit dem Wechsel zu den Katamaranen nahezu vollständig zusammengebrochen ist, und die World Match Race Tour den Multihull-Zweikampf aus dem Boden gestampft hat, mag die Kunst des Tanzes in der Startbox bald wieder gefragt sein.

AC75 Cupper

Vor dem Wind-Ansicht. © David Clark

Die Schnellsegler-Spezialisten wie Peter Burling oder Nathan Outteridge mögen dann nicht mehr erste Wahl am Steuerrad sein, so lange sie diese spezielle Art des Zweikampfes nicht erlernen. Robertson, Canfield und Williams, die langjährigen Dominatoren der Match-Race Serie, die umständlich auf Multihulls umgeschult haben, könnten dann ihren Part übernehmen. Oder wird es gar spezielle Start-Steuermänner geben, die danach die Rolle wechseln?

Ob es wirklich so weit kommt, muss die detailliertere Regel-Beschreibung ergeben.Doch die Aussage, dass ab sofort wieder gegen den Wind gestartet wird, macht die Rückbesinnung auf die alte Startkunst und das etablierte Schiedsrichter-System höchst wahrscheinlich. Ein Ainslie wäre in jedem Fall in seinem Element. 

AC75 Cupper

© David Clark

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „America’s Cup: Sieht so der neue AC75-Cupper aus? – Ainslie steigt bei SuperSeries ein“

  1. avatar Yachtie sagt:

    SR schreibt: “Ainslie macht keinen Hehl daraus, dass er die Entscheidung weg vom Kat für falsch hält.”

    doch Ainslie sagt:das Gegenteil:

    “There is a lot to be positive about. It will be a monohull the likes of which we have never seen before. A traditional America’s Cup would be a good one from a sailing and design perspective. We would still attract the fans we have from foiling multihulls.”

    Read more at http://www.yachtingworld.com/americas-cup/110264-110264#UTpzVuLUOvCfB2Kf.99

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar Stefan sagt:

    Wer renderings von angeblich downwind foilenden Maxis mit großen Gennaker erstellt, zeigt deutlich dass er mehr Künstler als Yachtdesigner ist und vom Segeln nichts versteht.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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