America’s Cup Skandal: Mitchells Kreuzzug – Geheime Absprache

"Sie hatten nur eine Lüge"

Der Neuseeländer Matt Mitchell hat seinen ehemaligen Team Oracle USA Teamkollegen Simeon Tienpont wegen groben Fehlverhaltens angeklagt und jetzt auch fünf Mitglieder der America’s Cup Jury, die ihn sperrte.

Matt Mitchell

Matthew Mitchell klagt unter anderem gegen seinen alten Arbeitgeber Oracle. © Oracle Team USA/Grenier

“Mir geht es um etwas Gerechtigkeit”, begründet Matt Mitchell seinen jüngsten Schritt im Betrug-Skandal um den vergangenen America’s Cup, als das Oracle Team USA mit Punktabzug, Sperren und Geldstrafen belegt wurde.

Der Grinder war für vier Rennen gesperrt worden, weil er die Manipulation mit Bleisäckchen an einem AC45 Katamaran vorgenommen hatte. Mit ihm wurden drei Teamkollegen bestraft. Hauptbeschuldigter war der Wingtrimmer Dirk de Ridder.

Der neuseeländische Verband hatte auf weitere Strafen gegen Mitchell verzichtet, und auch die ISAF hatte den Fall abgeschlossen. Nun startet Mitchell seinen Kreuzzug gegen die zahlreichen Beteiligten.

Klage gegen Oracle

Erst leitete er eine Klage gegen sein ehemaliges Team Oracle ein, um rund 68.000 US Dollar für Anwaltskosten zu erstreiten. Dann legte er bei der ISAF Beschwerde gegen seinen ehemaligen Oracle Kollegen Simeon Tienpont ein, der inzwischen für Luna Rossa arbeitet. Nun tat er dasselbe mit den fünf Angehörigen der America’s Cup Jury, die ihn 2013 für schuldig befunden hatte.

Dabei bezieht sich Mitchell überwiegend auf eine Anweisung von Tienpont, die damals zu seiner Bestrafung geführt haben soll. Es habe ein vom Holländer unterschriebenes Schriftstück mit dem Auftrag an ihn gegeben. Tienpont sei allerdings ohne Strafe davongekommen.

“Simeon hat während der Anhörung und gelogen, und es hätte eigentlich kein Problem für mich geben dürfen. Das einzige, was die Jury hatte, war seine Lüge.”

Geheime Absprache

Mitchell beschuldigt die Jury, ein Schriftstück nicht offengelegt zu haben, das eine geheime Absprache nahe legt. In einer Presseerklärung schreibt er: “Ich habe immer die Wahrheit gesprochen und der ISAF und der AC Jury vertraut, dass sie alle relevanten Fakten sammeln. Wir müssen den Verwaltern unseres Sports trauen können, dass sie unbefangen urteilen, und in dieser Hinsicht hat die AC Jury völlig versagt.”

Mitchell hat dabei insbesondere den neuseeländische Landsmann in der Jury McKenzie im Auge. Er soll in einschüchternder Weise auf Zeugen eingewirkt haben.

Der 43-jährige Mitchell hat schon dreimal den America’s Cup gewonnen. Bei dem aktuellen Cup wollte er für das australische Team starten, das zog seine Teilnahme aber später  zurück.  Heute arbeitet er als Bootsbauer in Auckland.

Mitchell im Radio Interview

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Carsten Kemmling

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