America’s Cup: Skistar Lindsay Vonn unterstützt Oracle Team – Tom Slingsby löst Spithill ab

Mit prominenter Unterstützung

Tom Slingsby übernimmt das Steuer von James Spithill. Ist es eine Wachablösung? Skistar Lindsay Vonn stärkt dem US-Team den Rücken, um Akzeptanz in den USA zu erreichen.

Das Oracle Team USA hat große Probleme, Amerikaner für ihre Regatta zu interessieren. Kein Wunder, denn die Crew besteht überwiegend aus Australiern, der Besitzer Larry Ellison taugt nicht gerade zum Liebhaben und die entscheidende Regatta findet weit, weit weg in Bermuda statt.

Die Ski-Speed-Königin hängt sich rein. © OTUSA

Die Ski-Speed-Königin hängt sich rein. © OTUSA

Deshalb bemühen die Amis alle PR-Kniffe, um Interesse im Land zu schüren. Der jüngste Vorstoß wird vom Skistar Lindsay Vonn (31) getragen. Die erfolgreichste Skirennläuferin der Weltcupgeschichte ist schon bei der America’s Cup World Series in New York für das Heimteam aufgetreten. Nun intensiviert sie die Unterstützung noch einmal mit einem Video, dass sie auch zum Team-Training nach Bermuda führt.

Dass es hilft, darf bezweifelt werden. Seit die Macher des America’s Cups den Auftrag haben, Geld mit dem Produkt zu verdienen, gelingt es bisher nicht die Massen für das Produkt zu begeistern. Der Funke ist noch nicht so sehr übergesprungen, dass sich übermäßig viele Zuschauer die App leisten, die gegen Geld nur auf mobilen Geräten zu sehen ist. Und nicht allzu viele TV-Sender übertragen die America’s Cup World Series, die eigentlich einen Hype erzeugen sollte.

Chef-Vermarkter Schiller ist draußen

Verantwortlich für diese krampfhafte Monetarisierung ist Harvey Schiller, der als Chef-Vermarkter an den richtigen Fäden ziehen sollte. Aber so richtig erfolgreich war er offenbar nicht im Sinne seiner Auftraggeber. Denn seit Anfang diesen Monats arbeitet der Amerikaner nicht mehr für die America’s Cup Organisation. Eine offizielle Stellungnahme zu diesem wichtigen Personal-Thema gab es allerdings noch nicht.

Tom Slingsby

Tom Slingsby am Steuerrad des AC45 in Bermuda. © OTUSA

Im Moment steht ersteinmal wieder Sportliches im Vordergrund. Am Wochenende smacht der America’s-Cup-Tross Halt in Toulon, und da soll erstmals der australische Laser-Olympiasieger Tom Slingsby die Pinne in der Hand halten.

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Demission von James Spithill, der zuletzt nicht immer überragende Leistungen ablieferte, hat aber offenbar mit einer Ellenbogen-Verletzung zu tun, die sich der langjährige Oracle Skipper zuzog.

Spithill verletzt

Im Winter war er am rechten Ellenbogen operiert worden, nun hat er sich durch eine Überbelastung einen Anriss einer Sehne am linken Ellenbogen zugezogen. Slingsby nimmt den Druck aus dieser Personalie, indem er twittert: “Auch ein großes Dankeschön an Jimmy, dass er so tut, als sei er am Ellenbogen verletzt, um mich steuern zu lassen. Du bist ein guter Freund.”

Tom Slingsby

Spithill beim Sprint durch die Foiling-Tack. © OTUSA

Dabei musste der fünffache Laser-Weltmeister selber eine Operation über sich ergehen lassen, bei der eine Bandscheibe am Nackenwirbel behandelt wurde. In Toulon kann er nun zeigen, dass er erstmals mit der vollen Verantwortung zurecht kommt.

Er segelt mit vier australischen Landsleuten und dem Neuzugang Louis Sinclair, der vom Team gerne als Amerikaner gezählt wird, aber in Neuseeland geboren wurde und überwiegend in Antigua lebt.

Vorentscheidung für den Sieg

Viel Zeit zum Anpassen bleibt Slingsby nicht. Die stark modifizierten AC45, die das Team in Bermuda segelte, haben kaum noch etwas mit den alten AC45F zu tun, die sich nur bei stärkerem Wind auf dem Vorwind-Kurs aus dem Wasser heben. Und im Team ist auch für Toulon kein Taktiker benannt. Soll der Aussie es alleine richten?

Aber in Toulon geht es schon um eine Vorentscheidung für den Saisonsieg. Danach kann nur noch im November in Japan gepunktet werden. Die Sieger der Serie gehen mit zwei Bonuspunkte in die Herausforderer-Serie 2017 in Bermuda, die dann mit den neuen AC50 ausgesegelt wird. Der zweite Platz ist einen Bonuspunkt wert.

Im Moment liegt Land Rover BAR nur einen Punkt vor Oracle. Und auch die Kiwis, bei denen in Toulon wieder die 49er Olympiasieger Burling/Tuke das Kommando übernehmen, können noch in den Kampf um die Spitze eingreifen

Aktueller Stand ACWS

Land Rover BAR – 367 points
ORACLE TEAM USA – 366 points
Emirates Team New Zealand – 357 points
SoftBank Team Japan – 328 points
Artemis Racing – 315 points
Groupama Team France – 292 points

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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