America’s Cup: Startverschiebung zum Auftakt – Die Wind-Limits für Bermuda

Geht das schon wieder los?

Wegen Starkwind werden die für heutige Abend geplanten ersten Rennen auf Samstag verschoben.America’s Cup-Fans kennen es noch von Valencia 2007 und aus San Francisco 2013.

Oracle Kenterung

Oracles Kenterung Anfang März. © Sam Greenfield OTUSA

Das geht ja gut los. Die erste Übertragung der Rennen für den 35. America’s Cup war inklusive Eröffnungsfeier eigentlich für heute Abend deutscher Zeit geplant, aber nun verkünden die Veranstalter die erste Startverschiebung.

Der Wetterbericht sagt schon seit einigen Tagen starken Wind für Bermuda vorher. Mehr als 30 Knoten werden erwartet, und dann würde das Wind-Limit überschritten. Dieses beträgt 6 bis 25 Knoten. Es wird am Renntag auf dem Schiff der Wettfahrtleitung 5,5 Meter über dem Wasser gemessen, und die Entscheidung wird vom Wettfahrtleiter Ian Murray getroffen. Aber diesmal ist schon früh absehbar, dass die obere Grenze erreicht wird.

Beim vergangenen America’s Cup in San Francisco hat es jeweils einen automatischen Abbruch oder eine Startverschiebung gegeben, wenn die Limits überschritten wurden. Diesmal haben sich die Teams darauf geeinigt, Murray die Entscheidung zu überlassen.

Alle Macht dem Wettfahrtleiter

Eine Protokoll-Änderung besagt: “Der Regatta Director wird Rennen abhalten, wenn er glaubt, dass die Bedingungen faire und sichere Regatten erlauben.” Murray, der eigentlich ein australisches Team nach Bermuda führen wollte, wird von allen Seglern als unabhängige und vertrauenswürdige Person akzeptiert.

Russell Coutts sagt zu der Absage: “Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir die ersten Rennen verschieben müssen.” Es sei besonders für die Ticket-Käufer ärgerlich. “Aber wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.”

Das kann man sich gut vorstellen, denn Coutts ist bei dieser Auflage der Cup Regatten insbesondere dafür eingetreten, die Veranstaltung als TV-Produkt vermarktbar zu machen. Deshalb ist ein windsicheres Revier gewählt worden und das Wind-Fenster deckt eine große Bandbreite ab.

Das Wagnis von ARD und ZDF

Nichts ist schlimmer für den Verkauf von Senderechten, wenn Rennen ausfallen. Das mussten schon die öffentlich rechtlichen Sender aus Deutschland erfahren, die mutig vor zehn Jahren das Wagnis der Segel-Übertragung aus Valencia eingegangen waren. Es wurde nicht belohnt. Viele Rennen fielen aus, und seitdem ist Segeln in ARD und ZDF kaum noch ein Thema.

2013 wurde ebenfalls die Geduld der Fans auf eine harte Probe gestellt, weil die starken Winde in San Francisco die Entscheidung immer wieder hinausgezögert hatten. Das war eine Folge des tödlichen Unfalls von Andrew Simpson bei Artemis. Danach wurden die Sicherheitsbestimmungen für die großen AC72 Cupper verschärft und das obere Wind-Limit verringert. Nur die Spannung durch das Oracle Comeback hielt die Fans bei der Stange.

Diesmal sollte es anders sein. So starker Wind wie heute, ist in Bermuda äußerst selten zu erwarten, und ab Samstag sind sehr stabile Bedingungen bis maximal 17 Knoten vorhergesagt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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