America’s Cup: Taylor Canfield soll zweites US-Team führen – Simulator im Bau

100 Prozent Amerika

Beim America’s Cup kristallisiert sich ein vierter Herausforderer heraus. Es soll ein reines amerikanisches Team werden geführt vom zurzeit besten Match Racer der Welt.

Taylor Canfield © Dan Ljungsvik

Es ist schon viel spekuliert worden, warum der Name des zurzeit besten Match Racers Taylor Canfield (29) – seit drei Jahren steht er an der Spitze der Weltrangliste – nicht im Zusammenhang mit dem America’s Cups gehandelt wurde. Der Mann von den US Virgin Islands siegte und siegte im Zweikampf Modus, und normalerweise ist das genau der Weg, um seinen Marktwert für die wichtigste Segelregatta der Welt zu bestimmen.

Aber das Timing war schlecht. Als Larry Ellison und Russell Coutts auf Katamarane setzten, war Canfields Spezial-Wissen in der Match-Race-Box nicht mehr viel wert. Die junge Garde der Schnellsegler-Spezialisten wie Peter Burling und Nathan Outteridge kam zum Zuge wie auch physisch starke Segler aus der Olympia-Szene.

Wandlungsfähiger Canfield

Canfield musste sich erneut hinten anstellen, zeigte aber seine Wandlungsfähigkeit, als er nach dem Wechsel der Match Race Tour vom Monohull zum Katamaran auch diese Disziplin mit seinem Team US One beherrschte.

Taylor Canfield

Canfield siegt mit seinem US One Team beim Congressional Cup gegen Barker und Hutchinson vom New York Yacht Club. © Congressional Cup

Ob diesmal das Timing besser ist? Am Rande des Bermuda Gold Cups, einer der beiden wichtigsten Regatten der immer noch schwächelnden Match-Race-Szene – Canfield siegte am Wochenende wie zuvor auch schon beim Congressional Cup – gab sein langjähriger Mitsegler Mike Buckley bekannt, dass sie kurz davor stehen, ein zweites amerikanisches Team zu melden.

Während das konkurrierende New-York-Yacht-Club-Team American Magic erneut mit einer internationalen Profi-Truppe um den US Teamchef und Taktiker Terry Hutchinson sowie Kiwi Dean Barker antritt, will der neue Herausforderer zu hundert Prozent amerikanisch sein.

Simulator wird gebaut

Buckley sagt, eine Spezialisten-Gruppe beschäftige sich schon seit acht Monaten fulltime mit den neuen Design-Vorgaben und es sei ein Chief Technology Officer mit America’s Cup Erfahrung eingestellt worden. Die Geldgeber hätten grünes Licht gegeben für den Bau eines Simulators.

Dabei ist es noch nicht klar, für welchen Club USA 21 startet, und wo es seine Basis haben wird. Man wolle das abhängig machen von den Finanzierungsoptionen. Es könne Florida, die Westküste oder Chicago sein. Die Planung sei schon weit fortgeschritten, “aber wir benötigen noch einen oder zwei weiterer Partner”, sagt Buckley. Eine achtstellige Summe von privaten Förderern stelle die Basis dar.

“Wir wollen nicht zu viel versprechen und dann die Erwartungen nicht erfüllen. Aber werden keine offizielle Herausforderung abgeben, wenn wir nicht glauben, dass wir die Ziellinie zu 100 Prozent erreichen und respektabel abschneiden.”

Die finanzielle Planung ist auf eine Zweiboot-Kampagne ausgelegt. Der futuristische Ansatz des  AC-75 entmutige sie nicht. Im Gegenteil, Buckley glaubt, dass durch das neue Design das Spielfeld ausgeglichener sei, weil niemand zuvor ein solches Boot gesegelt habe.

 

Deshalb glaubt der Amerikaner auch, dass weitere Herausforderer möglich seien. Er habe von einem Team aus Nord-Europa gehört, einem weiteren italienischen Syndikat und den Chinesen. Sie alle müssen bis zum 30. Juni gemeldet haben, wenn sie nicht eine zusätzliche Million Nachmeldegebühr locker machen wollen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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