America’s Cup: Team New Zealand “fliegt” jetzt mit SL33 Katamaranen

Die kleinen Flugmaschinen

Das America’s Cup Team Emirates Team New Zealand hat die 30 erlaubten Trainingstage mit seinem ersten 72 Fuß Katamaran ausgeschöpft und das Sportgerät in den Schuppen gestellt. Es muss bis zum ersten Februar warten, um den zweiten AC72 ins Wasser schieben zu dürfen.

Luna Rossa hatte schon im August in Italien gezeigt, wie man mit dem SL33 Kat foilen kann. © Italian Moth Class

Luna Rossa hatte schon im August in Italien gezeigt, wie man mit dem SL33 Kat foilen kann. © Italian Moth Class

Bis dahin üben die Kiwis das Fliegen mit ihren SL33 Katamaranen, die inzwischen etwas anders aussehen, als das Standard-Modell, das unter anderem am Bodensee sein Unwesen treibt. Das Video vom Training bei Ekelwetter zeigt, wie kontrolliert sich die Multihulls auf ihre Hydrofoils heben lassen. Auch das Luna Rossa Team hat mit den SL33 das Fliegen gelernt.

Die Kiwis scheinen den konkurrierenden Teams weit voraus zu sein, aber Teamchef Grant Dalton hält den Ball flach. Im Moment habe man offensichtlich die meiste Erfahrung gesammelt mit dem AC72, aber ihm bereite eine zwölfwöchige Pause bis zu den ersten Rennen am 9. Juli Kopfzerbrechen. In der Zeit werde das Kamp mit den Schiffen nach San Francisco verlegt und die Konkurrenz habe viel Zeit, verlorenen Boden gutzumachen.

Luna Rossa und Team New Zealand bei den letzten gemeinsamen Trainingsstunden mit ihren AC72 Kats. Die Italiener testen bis Anfang Februar alleine. © Chris Cameron/ETNZ

Luna Rossa und Team New Zealand bei den letzten gemeinsamen Trainingsstunden mit ihren AC72 Kats. Die Italiener testen bis Anfang Februar alleine. © Chris Cameron/ETNZ

Das trifft insbesondere für den Verteidiger Oracle Racing zu, der erst ab dem 7. September um den America’s Cup segeln muss. Auch das Artemis Team hat Zeit aufzuholen, da es schon vor Ort in San Francisco ist und sich die Transportzeit spart.

Nathan Outteridge und Loick Peyron drehen ihre Runden in der Bay und es gibt nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass sich das schwedische Team im Hydrofoil Segeln übt. Vielmehr muss es die neuen Strukturen im Team testen nach dem Rauswurf von Skipper Terry Hutchinson.

Der äußert sich inzwischen moderat über seinen Abgang. “Es ist sehr schwierig für mich und keine angenehme Situation. Ich habe 13 Jahre meines Lebens mit diesem Cup verbracht, und es hart wenn das jetzt von einem genommen wird. Aber ich verstehe das nur als eine Bodenwelle auf meiner Straße.”

Der ehemalige US-America’s Cup Segler Adam Ostenfeld bei Dennis Conner äußert sich in einem Kommentar beim Internet-Portal vsail deutlich kritischer über die Situation beim Challenger of Record. Er glaubt, dass selbst Luna Rossa besser aufgestellt ist als Artemis.

Und über den verantwortlichen Chef Paul Cayard sagt er: “Der wird danach eine Autowaschanlage eröffnen müssen, und die wird auch pleite gehen. Er ist durch. Sicher kein Gewinner.” Es sei traurig, dass das Team so weit zurück liege, und er habe Mitleid mit den großartigen Seglern.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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Ein Kommentar „America’s Cup: Team New Zealand “fliegt” jetzt mit SL33 Katamaranen“

  1. avatar Manfred sagt:

    Mein lieber Scholli,
    das ist schon irre, wie die mit den Dingern (SL33) auf “3” Beinen ohne Fühler (Wand) und bewegliche Teile (Höhenruder) abheben und offensichtlich stabil und problemlos damit fliegen. Was ja erstmal gelernt werden muss. Bin kein Multihuller aber hier muss man wohl statt Gas wegnehmen, wenn die Rümpfe vorne eintauchen, erst richtig Druck machen, damit die Foils die Rümpfe wieder rausheben. Jedenfalls habe ich das bei Glenn Ashby so gelesen/verstanden.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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